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| Hans-Werner Baumann (Jens Lehrich) und Oberamtsrat Alfred Clausen (Frank Bremser) am Lügendetektor. |
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Zum Totlachen: Käffchen? Bingo!
Ein Abend mit Kult-Beamten Baumann & Clausen
Stade (tin)..
Beamte stehen auf der Beliebtheitsskala der Bevölkerung ganz unten – abgesehen von den beiden Staatsdienern mit Kultstatus: Oberamtsrat Alfred Clausen und „Passamtsfuzzi“ Hans-Werner Baumann. Am Montagabend brachten die beiden aus dem Radio bekannten Käffchen-Trinker den vollbesetzten Stadeum-Saal zum Kochen.
Ganz so wie auf den Amtsfluren vom fiktiven Örtchen „Neddelhastedtfeld“ geht es in Stade zu. Hier herrschen die hornbebrillten Könige Baumann und Clausen. Ihr Käffchen ist ebenso Kult wie die arbeitsscheuen Beamten selbst. Ihr Leben besteht vor allem – und da bleibt kein Klischee außen vor – aus Faulenzerei, Kaffeetrinken, Tratsch und privaten Telefonaten. Ganz unspektakulär halt. Doch dann wird alles anders. Von einer Sekunde zur nächsten.
Ein Toter im Aktenschrank – so auch der Name des Comedy-Krimis – sorgt für Unruhe bei den Wächtern des Stempelkarussells. Sie geraten unter Druck, ermitteln auf der Überholspur. Und, wie soll es anders sein, nicht ohne Pannen: Der Lügendetektor „Münchhausen TX 2000“ gibt unter lautem Getöse seinen Geist auf, die Suche mit der Kamera – auch im Saal – bleibt ohne Erfolg. Dass die beiden Möchtegern-Kommissare sich gegenseitig ein Alibi geben müssen, weil beide zur vermeintlichen Tatzeit unbeantwortete Bauanträge schredderten, passt zu den konfusen Ermittlungen, an deren Ende der Tote ein Kunststoffskelett aus der Geisterbahn ist.
Großen Applaus ernten auch die unerwarteten musikalischen Einlagen Clausens. Egal, ob er halb unterm Schreibtisch liegend Reinhard Meys „Über den Wolken“ in „Unter dem Schreibtisch bin ich gerne mit mir ganz allein“ umtextet oder Volker Lechtenbrinks „Ich mag“ in „Ich mag Hans-Werner, wenn er Arbeit ignoriert, private Vorgänge kopiert“ vorträgt.
Nach zwei Stunden harter Beamten-Arbeit steht fest: Die beiden haben ihr Versprechen gehalten: Ein Abend zum Totlachen. Darauf erstmal ein Käffchen. Bingo!
Zur Person
Frank Bremser und Jens Lehrich waren 1994 Volontäre in der Redaktion von Radio Schleswig Holstein (TSH). In der Küche ihrer Wohngemeinschaft entstanden die ersten Ideen für Baumann & Clausen – aufgeschrieben auf der Rückseite einer alten Persilpackung, heißt es. Ein einschneidendes Erlebnis als Reporter hatte Lehrich so sehr auf die Palme gebracht, dass er und sein Kollege Bremser beim „Käffchen“ Baumann & Clausen zum Leben erweckten. Heute hören jeden Werktag rund vier Millionen Hörer im Radio ihre Geschichten. Mehr als 3000 Folgen wurden ausgestrahlt.
28.10.2008
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