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| Marie-Luise Martens-Fiß vor ihrem Bild "Was bleibt". Foto Kock |
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Raum für die Phantasie der Betrachter
Marie-Luise Martens-Fiß präsentiert im Schleusenhaus des Kunstvereines ihre Menschen-Bilder
Mechthild KockSTADE.
Etwas schwer hatten es die Besucher im Schleusenhaus des Kunstvereins am Sonntagvormittag, einer anfänglichen Aufforderung zu folgen. Denn mit dem empfohlenen genaueren Betrachten der Bilder von Marie-Luise Martens-Fiß war es angesichts des großen Andrangs zunächst gar nichts: Jeder der Ausstellungsräume war so prall mit Neugierigen gefüllt, dass die meisten Bilder erst einmal verdeckt wurden.
Etwas später gelang es dann aber doch, die in den kleinen Räumen sehr sorgfältig gehängte Malerei unter dem Titel "Mensch Sein" genauer zu studieren. Den mit Acrylfarben oder Pastellkreide geschaffenen Bildern haftet noch viel Dynamik ihres Entstehungsprozesses an. Wie allein schon der kräftige Pinselstrich mutmaßen lässt, war die Künstlerin offenbar mit unbändiger Energie am Werk.
"Man erwartet bei den ausgestellten Bildern, dass die Person oder die Personen sich gleich weiter bewegen", fand so auch Eröffnungsrednerin Ute Bruns, die in den abgebildeten Menschen ein Symbol für intensive Gefühle fand und darin etwas sehr Berührendes, Ergreifendes verspürte.
"Man vermutet die Personen in einer Situation, die noch nicht abschließend durchlebt ist, die auf jeden Fall weiteres nach sich ziehen wird", fand Bruns in den Bildern, wusste aber auch von Gesprächen mit der Urheberin selbst, dass das als unfertig, unperfekt und ungeschliffen Erscheinende der Bilder ihr selbst nicht unrecht ist - weil sie sehr auf den Raum setzt, der für die Phantasie der Betrachter übrig bleiben soll.
Inspirieren lässt sich Martens-Fiß unter anderem von den Epoche machenden Skulpturen Auguste Rodins, aber auch von Bildhauerin Camille Claudel; aber auch Auseinandersetzung mit Dichtung ist ihr wichtig, wie auch das den Ausstellungstitel vorgebende Bild "Mensch Sein" verdeutlicht. Das Gedicht "Siehe, ich wusste" von Rainer Maria Rilke setzte sie erklärend gleich hinzu - unter anderem mit den Zeilen "Eines ist Schicksal. Da werden die Menschen/ sichtbarer. Stehn wie Türme. Verfalln./ Aber die Liebenden gehn/ über der eignen Zerstörung/ ewig hervor..." Martens-Fiß lässt sich selbst überraschen, was aus einem Bild auf der Staffelei wird. Und lässt es dabei offenbar zu, dass es jenseits des anfänglich Geplanten dann eigenes Leben entwickelt.
Täglich geöffnet
Die Ausstellung "Mensch Sein" mit Bildern von Marie-Luise Martens-Fiß ist bis 28. Februar täglich von 10 bis 18 Uhr im Schleusenhaus des Kunstvereins geöffnet. Der Eintritt ist frei.
08.02.2010
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