Das Nelson Mandela Bay Stadion
Filigranes Design in der Industriestadt Port Elizabeth
PORT ELIZABETH.
Es sind mehr als nur Sportstätten, die neuen Stadien von Südafrika, die mit teilweise atemberaubenden Konstruktionen in die Landschaft gebaut wurden. Das Mandela Bay Stadium von Port Elizabeth gilt als eine der schönsten Arenen, auch wegen des Kontrastes: Eine spröde Industriestadt und ein fast filigranes Stadion.
„Eine bauliche Struktur, die sich von der Umgebung positiv abzeichnet, kann ein Zeichen für die zukünftige Entwicklung setzen“, sagt Hubert Nienhoff vom Hamburger Architekturbüro „gmp“, das am Bau der drei WM-Stadion in Durban, Kapstadt und Port Elizabeth beteiligt war, in dem die deutsche Mannschaft heute mit einem Sieg gegen Serbien das Achtelfinale erreichen kann.
Das 42 000 Zuschauer fassende Stadion wurde so konzipiert, dass Fußball und Rugby gespielt werden kann. Der erste Blick ist unglaublich, die Arena liegt inmitten des Prince Alfreds Parks, direkt am indischen Ozean. Die blattähnlichen Elemente der Dachkonstruktion verleihen dem Stadion seine charakteristische Silhouette und sind das Markenzeichen des gut 800 Millionen Euro teuren Neubaus. Direkt am See gelegen, spiegelt sich der Baukörper im Wasser und erzeugt ein für Europäer unglaubliches Bild. „Durch die prägnante Gestaltung des Dachtragwerks haben wir eine blütenartige Struktur mit eine Analogie zum Nationalsymbols Südafrikas geschaffen: der Proteablüte“, sagt Architekt Hubert Nienhoff. Durch die Möglichkeit, alle 150 VIP-Logen, 60 Business-Logen und Pressebereiche in Büros und Freizeiteinrichtungen umgestalten zu können, soll eine optimale Nutzung des Stadions auch nach der WM gewährleistet werden können.
Der Kontrast zur Stadt sei Teil der Philosophie gewesen, sagt Architekt Nienhoff. Die Stadt mit rund 800 000 Einwohnern liegt an der Algoa Bay, gut 700 Kilometer von Kapstadt entfernt und hat vor allem wegen seiner Wirtschaftskraft eine große Bedeutung für das Land. Die Region ist Schwerpunkt der südafrikanischen Autoindustrie und wird auch das „Detroit Südafrikas“ genannt. VW betreibt hier mit 6500 Beschäftigten sein größtes Werk in Afrika.
Bekannt sind allerdings auch die weitläufigen, weißen Sandstrände, die teilweise mitten in der Stadt liegen. Port Elizabeth wird in Südafrika sowohl „The Windy City“ (windige Stadt), als auch „The Friendly City“ (freundliche Stadt) genannt.
(wst)
Nelson Mandela Bay Stadion
Fassungsvermögen: 42.000
Fertigstellung: Mitte 2009
Baukosten: ca. 1,1 Mrd. Rand
Entwurf: gmp - von Gerkan, Marg und Partner Architekten
Höhe über Meeresspiegel: 10 Meter
Geografie: An der Küste des Indischen Ozean im Prince Alfreds Park unmittelbar am angrenzenden North End Lake.
Stadt: Port Elizabeth
18.06.2010
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