Von Äpfeln und Menschen
Brandts Apfelfibel ist im Verlag Atelier im Bauernhaus soeben erschienen
Kreis Stade .
„Von Äpfeln und Menschen“ ist ein zugleich unterhaltsames und lehrreiches Buch betitelt, das der Fischerhuder Verlag Atelier im Bauernhaus soeben herausgebracht hat. Auf den Autor weist der Untertitel hin: „Brandts Apfelfibel“. Dahinter steht natürlich kein anderer als der Kehdinger Bio-Obstbauer Eckart Brandt. Denn kein anderer hat die paradiesische Frucht vergleichbar ins Gerede gebracht.
Natürlich ist dem von Brandt initiierten und vorangetriebenen Boomgarden-Projekt auch ein eigenes Kapitel gewidmet. Allerdings erst das letzte. Schließlich ist die Geschichte des Apfels viel älter, und was es über ihn zu erzählen gibt, erscheint schier unerschöpflich.
Im zweiten Apfelbuch nach „Brandts Apfellust“ – das aus Sicht des Verlages das erste sein sollte – wird die Vielfalt der alten Apfelsorten Norddeutschlands ebenso ausführlich vorgestellt wie „Apfelmenschen“ – oft kantige Charaktere und manche wie aus der Zeit gefallen – porträtiert werden. Zum Beispiel der 1795 in Fallingbostel geborene Zevener Rentmeister, Ludolph Woltmann – verewigt mit Woltmanns Schlotterapfel und Woltmanns Eierbirne – , der 1856 in Stade das Heftchen „Zur Beförderung der Obstbaumzucht Für den Landmann im nördlichsten Norddeutschland“ in Druck gab.
In dem durchgehend reich illustrierten Buch sind außerdem die 60 wichtigsten Apfelsorten abgebildet und beschrieben, wird die vielseitige Frucht mit einem reichen Angebot an Apfelrezepten noch schmackhafter gemacht, gibt es umfangreiche Informationen über Apfelregionen, Sortimente und ihre Verbreiter.
Beglückend und erheiternd ist, dass Brandt auch der poetischen Seite des Apfels besondere Aufmerksamkeit schenkt. Auf seine poetischen Aspekte weisen schließlich schon viele Apfelnamen – Goldpamäne, Langsüßer, Gelber Richard oder Schöner aus Holstein – hin. „Auf dem Tisch Äpfel und Wein/ Blumen zerbrechliche Farben/ Du bist eingeladen“ dichtete Rose Ausländer. Und Agnes Miegels Gedicht „Frühherbst“ endet mit dem Vers „Ein reifer roter Apfel fällt zur Erde/ Ein später Falter sich darüber wiegt/ Ich fühle, wie ich still und ruhig werde/ Und dieses Jahres Gram verfliegt“.
Poesie – das Bild „Träumerei im alten Baum“ – stellt Brandt auch seinem in plattdeutsch verfassten Bericht „Wo ik up den Appel kööm – Zur Geschichte des Boomgarden-Projektes“ voran. Mit stolzen Ergebnissen seiner über 20-jährigen Bemühungen, rund 1000 alten Obstsorten zum Überleben zu verhelfen und ihnen Lebensräume zu sichern, kann er in seinem abschließenden Bericht aufwarten. So konnte er nach dem Gewinn des von TAGEBLATT und Kreissparkasse veranstalteten Ideenwettbewerbs „Bürger gestalten Zukunft“ mit Mitteln aus der Kreissparkassenstiftung „Alles Gute“ eine fast zwei Hektar große Wiese auf Krautsand mit alten Obstsorten der Elbmarschen bepflanzen. Schließlich gilt die Einladung, Mitglied im erst vor wenigen Monaten gegründeten Boomgarden-Verein zu werden. www.boomgarden.de.
Das Buch „Von Äpfeln und Menschen – Brandts Apfelfibel“, Verlag Atelier im Bauernhaus, gibt es im Buchhandel für 14,80 Euro. (q)
18.09.2004
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