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| Professor Hermann Rauhe war in seinem Element und zog die Zuhörer mit Infos und Rhetorik in seinen Bann. Foto: Kordländer |
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Geschmeidiges Niederdeutsch
Beckdorf: Plattdeutscher Lehrertag mit viel Musik
Beckdorf .
Die Lehrer-Fortbildung ging weit über die täglichen sechs Unterrichtsstunden hinaus und der Kultusminister musste keinen Pfennig dazu bezahlen. Sponsoren unterstützten die Tagung: Rund 120 Pädagogen trafen sich jetzt im Beckdorfer „Beekhoff“ zum 22. Plattdeutschen Schulmeistertag zwischen Elbe und Weser. Das Motto des Tages lautete: „Spraak is Musik, Musik is een Spraak.“
Ein dickes Lob sprach der Lehrer und Fachberater für Niederdeutsch im Altbezirk Stade, Hans-Hinrich Kahrs, dem Landkreis Stade aus: „Hier wird das Plattdeutsche aktiv unterstützt.“ Dafür bedürfe es Protagonisten, die sich für diese Sprache stark machen, hob Landrat Gunter Armonat hervor. Initiativen in Grundschulen und Kindertagesstätten würden aktiv gefördert.
„Plattdeutsch klingt im Alltagsleben und auch in der Politik nicht so rau und brutal“, unterstrich der Landrat weiter. „Diese Sprache hat etwas Geschmeidiges.“ Wie unterhaltsam Plattdeutsch sein kann, machte der Chef der Stader Kreissparkasse, Hans-Peter Fitschen, in einer launigen Rede deutlich. „Der Staat kürzt den Lehrern schon das Weihnachtsgeld, deswegen unterstützen wir wenigsten diese Lehrerfortbildung.“ Fitschen ist begeistert, dass es Menschen gibt, die sich bemühen, das Plattdeutsche am Leben zu erhalten.
„Jeder Mensch ist rhythmisch-musikalisch programmiert“, hob Professor Hermann Rauhe – ehemaliger Präsident der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg – hervor. Das sei schon am gleichmäßigen Schlagen des Herzens sowie dem kontinuierlichem Atmen und den Aktivitäten des Magens zu spüren. „Singen und Musizieren hält gesund.“ Musik öffnet nach den Worten des Professors nicht nur die Herzen der Liebe, sondern sie kann auch heilen. „Musik geht unter die Haut und in die Beine.“ Rauhe bedauert, dass die Menschen in ihrer Wahrnehmung immer mehr abstumpfen. „Doch nur wer selber brennt, kann andere entzünden.“
Lehrer und Liedermacher Jan Cornelius aus Jemgum/Ems präsentierte plattdeutsche Musik für den Unterricht und animierte die Pädagogen zum aktiven Mitsingen von Kinderliedern.
An dem Schultheatertag in diesem Jahr haben sich 300 Schüler im 62 Spielgruppen aus 32 Schulen beteiligt, informierte Kahrs. Im nächsten Jahr wird wieder ein plattdeutscher Lesewettbewerb ausgetragen. Der Bezirksentscheid ist am 3. Juni in Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) vorgesehen. (kor)
29.09.2004
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