Großenwörden will nun sein dörfliches Outfit aufpolieren
Bürgerversammlung zur Dorferneuerung: 600 000 Euro stehen jeweils zur Hälfte für private und öffentliche Verschönerungsmaßnahmen bereit
Großenwörden .
Großenwörden ist startbereit: Die Bezirksregierung genehmigte den Dorferneuerungsplan, Fördermittel von 600 000 Euro sind zugesagt. In einer Bürgerversammlung am Mittwoch Abend informierten der Leiter des Amtes für Agrarstruktur in Bremerhaven (AfA), Harald Finkemeyer, und der Planer Uwe Cappel über die nächsten Schritte.
Entgegen einer Meldung in einem Anzeigenblatt kann sich Großenwörden der Fördermittel sicher sein – die Gemeinde ist keineswegs aus dem Dorferneuerungsprogramm gestrichen. Insgesamt 300 000 Euro werden im Laufe der nächsten fünf Jahre für öffentliche Vorhaben zur Verfügung stehen, die den dörflichen Charakter der Gemeinde verfestigen.
Planer Uwe Cappel erläuterte ins Auge gefasste Maßnahmen, unter anderem im Bereich der Mehrzweckhalle und des Sportplatzes sowie im Dorfzentrum zwischen Oste, Deichstraße und Friedhof. Ein dem Dorfentwicklungsplan beigefügter „Gestaltungsleitfaden“ informiert darüber, was erwünscht, erlaubt und förderwürdig ist. Er ist im Gemeindebüro einzusehen.
Von weiteren 300 000 Euro sollen private Vorhaben profitieren, die das dörfliche Bild prägen. AfA-Leiter Finkemeyer sagte, welche Schritte für private Gebäude- oder Grundstücksinhaber notwendig sind, wenn sie für die Erhaltung oder Verschönerung ihres Objekts Fördergeld haben möchten. Für private Maßnahmen ist die Förderung je Objekt auf 20 000 Euro begrenzt, der Zuschuss beträgt 30 Prozent. Das gilt auch, wenn landwirtschaftliche Gebäude umgenutzt werden sollen, nur dass die mit maximal 50 000 Euro gefördert werden können.
Als ungerecht kritisierte eine Bürgerin die Regelung, dass das Investitionsvolumen für ein Vorhaben vom Jahr 2005 an mindestens 2 500 Euro betragen muss. „Wer wenig Geld hat und nur etwas Kleineres planen kann, geht leer aus“, monierte sie.
Wer nach Kontaktaufnahme mit der Gemeinde und einem Beratungsgespräch mir dem Planer einen Förderantrag stellt, muss dem einen Kostenvoranschlag beifügen, in dem Material und Lohnkosten aufgeführt sind. Eigenleistungen finden keine Berücksichtigung, außer von gemeinnützigen Vereinen. Erst wer eine schriftliche Zusage des AfA über Förderung hat, darf sein Vorhaben beginnen, erklärte Finkemeyer. Er betonte, dass die Fördergeldbewilligung keine anderen Genehmigungen wie Bau- oder denkmalrechtliche Genehmigung ersetze.
Große Hoffnung darauf, dass nun möglichst viele Bürger aktiv werden, äußerte Hubert von der Lieth: „Die Dorferneuerung ist eine riesige Chance“ sagte Großenwördens Bürgermeister.
Ansprechpartner für die Dorferneuerung sind: Planer Uwe Cappel, Hubert von der Lieth und Jan-Christian Goos (AfA). (sbi)
08.10.2004
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