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| Im Beisein von Vertretern der Stadt Stade, der Elbe Kliniken, der Hamburger Universitätsklinik und des Stader Krematoriums segnete Superintendent Rudolf Rengstorf (hinter dem Gedenkstein) die Bestattungsstätte für Ungeborene und Totgeborene. Foto: Bissinger |
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Platz für die Trauer um Ungeborene
Superintendent Rengstorf segnet die neue Beisetzungs- und Gedenkstätte auf dem Stader Geestberg-Friedhof
Stade .
Am Freitag weihte der Stader Superintendent Rudolf Rengstorf mit Vertretern der Stadt Stade, der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude, des Rechtsmedizinischen Instituts der Universitäts-Klinik Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie des Stader Krematoriums auf dem Geestberg-Friedhof eine Bestattungs- und Gedenkstätte für ungeborene oder tot geborene Kinder ein.
„Du kamst, du gingst – und uns bleibt das kurze Glück.“ Auf dem Geestberg-Friedhof ist eine Stele mit diesen Worten denen gewidmet, für die bislang kein Platz auf einem Stader Friedhof vorgesehen war: Föten, Fehl- und Totgeburten. Stade ist damit eine der wenigen Städte in der Bundesrepublik, die deren Bestattung institutionalisiert. Auf der stillen Wiese können trauernde Eltern innehalten, können Blumen niederlegen für ihr Kind, das nie das Licht der Welt erblickte – egal in welchem Stadium der Entwicklung es war.
Bisher genehmigte das niedersächsische Bestattungsgesetz Eltern im Einzelfall, Fehlgeburten zu bestatten. (Als Fehlgeburten gelten Leibesfrüchte unter 500 Gramm.) Gesetzliche Bestattungspflicht besteht erst für bei der Geburt gestorbene Kinder oder Totgeburten über 500 Gramm. Für Fehlgeburten sieht das Gesetz „die hygienisch unbedenkliche und dem sittlichen Empfinden entsprechende Beseitigung“ vor – bisher durchgeführt von den Kliniken. „Das ist für unsere zivilisierte Welt nicht länger tragbar“, sagt Svend-Jörk Soboleweski, Geschäftsführer des Vereins „Feuerbestattungen Stade“, der das Krematorium betreibt. Der Verein stiftete den von der Elmshorner Künstlerin Josephine Peters-Bustorff geformten Gedenkstein, das Krematorium wird zukünftig die in den Elbe Kliniken gesammelten Föten und Totgeburten kostenlos einäschern. Die Stadt Stade stellte den Platz für die – anonymen – Bestattungen auf dem Friedhof zur Verfügung.
Professor Dr. Klaus Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am UKE, ist Mitinitiator dieses neuen Kapitels von Bestattungskultur. „Es vermittelt eine friedvollere Vorstellung als der Gedanke, dass Föten wie Sondermüll behandelt werden“, sagte er gestern. „Ihren Grad der Reife zeigt eine Gesellschaft auch im Umgang mit den Toten“, erklärte Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms. „Es ist tröstlich, dass wir trauernde Eltern jetzt auf den neuen Ort hinweisen können“, bekannte Dr. Iris Cibulka-Jachertz, Chefärztin der Gynäkologischen Klinik der Elbe Kliniken Stade und Buxtehude. Antje Heinrich, Seelsorgerin am Stader Elbe Klinikum, legte einen Strauß Sonnenblumen nieder und mahnte zum „sorgsamen Umgang auch mit den ganz Kleinen“. „Respekt und Würde gegenüber denen, die keinen Namen tragen und die nie geatmet haben, die aber das Geheimnis des Lebens in sich tragen“, forderte der Stader Superintendent Rudolf Rengstorf und stellte das Mahnmal unter Gottes Segen. (sbi)
09.10.2004
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