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| Hüll im Gewebemuster von Juliane Laitzsch aus Berlin. |
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KunstRaum: Hier steckt Soziokultur drin
Hüll in Gewebemustern von Juliane Laitzsch – Elke Loewe liest am Sonntag aus ihrem neuen Krimi “Engelstrompete“
Drochtersen.
„Die Landschaft hier, die kannst du dir besser draußen ansehen... Aufm gemalten Bild von hier passiert gar nichts, da kannst du draufstarren, solange du willst, es sagt dir null über die Natur, ist bloß abgekupfert, geklaut sozusagen, und das nennen sie dann Kunst...“. In Elke Loewes neuestem Krimi „Engelstrompete“ (eine Rezension finden Sie auf dieser Seite), aus dem sie am Sonntag, 6. Februar, ab 16 Uhr im KunstRaum in Drochtersen-Hüll liest, motzt so Hi-Fi-Laden-Jo gegen „noch 'ne Galerie“ im Dorf.
Im KunstRaum liest Elke Loewe inmitten der seit dem 21. Januar gezeigten Ausstellung „Gewebemuster – Hüll, ein Dorf im Landkreis Stade“. Zu sehen sind Zeichnungen und Installationen, in denen sich die Berliner Künstlerin Juliane Laitzsch auf eine Weise mit dem Umfeld auseinandersetzt, die besagtem Jo auch nicht gefallen würde. Im Gegensatz zu etlichen Ausstellungsbesuchern, die sich darüber im Gästebuch begeistert geäußert haben.
Nachdem Juliane Laitzsch sich tagelang in Hüll umgesehen, Gespräche geführt und Informationen gesammelt hatte, gestaltete sie in ihrem Berliner Atelier Texturen und kartografische Verfremdungen, die das Dorf – in weiten und engen Kontexten, Vogelfluglinien etwa – sozusagen im Herzen tragen. Das Nachsinnen darüber stoßen auf die Wände gebrachte Texte an: „Das Dorf Hüll gehört zur Gemeinde Drochtersen im Landkreis Stade. Telefonisch ist Hüll an Großenwörden angeschlossen. Zudem ist Hüll Teil des Kirchspiels Osten . . .“ Auch Möglichkeiten gesellschaftlichen Zusammenrückens sind benannt: Heimatverein, Schützenverein, Theatergruppe, Krimistraße. . .“ Die Krimistraße ist der Rönndeich, wo auch Elke Loewe wohnt.
„Hier steckt Soziokultur drin“ steht auf einem Transparent am KunstRaum. Weil auch die aktuelle Ausstellung Kunst und Alltag verbindet, wird sie außer von Landkreis und Landschaftsverband Stade auch von der niedersächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur (LAGS) gefördert, die das Transparent angebracht hat. Schon der Bau des KunstRaums, die später geschaffene Bühne und viele Veranstaltungen wurden von ihr mitfinanziert. Zukunftspotenziale entwickeln und Kultur in ländlichen Räumen stärken“ sind die Aufgaben, die sich die LAGS gestellt hat.
Dem Hüller KunstRaum widmet sie, neben wenigen anderen ausgewählten Projekten, ihre besondere Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt, weil‘s die immer wieder gute Mischung macht – Krimilesung und zeitgenössische Kunst zum Beispiel. (q)
03.02.2005
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