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| Die Kehdinger Autorin Elke Loewe. |
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Giftig: Neues aus Augustenfleth
Wieder fesselnde Lektüre: Elke Loewes dritter Krimi „Engelstrompete“
Drochtersen.
Gemeindepastor Jonny Sonnenberg liegt tot vor dem Altar der Dorfkirche. An Herzversagen soll er gestorben sein. Die Augustenflether sind da skeptisch. Denn alt war er nicht und krank wirkte er auch nicht. Dass er so zurückgezogen lebte und eigentlich niemand Genaueres von ihm weiß, stimmt jetzt misstrauisch. In die folgenden Geschehnisse wird auch Valerie Bloom aus München hineingezogen. Sie lebt nun schon im dritten Jahr im Haus der ebenfalls auf mysteriöse Weise ums Leben gekommenen Tante Robbie und von den von ihr geerbten Ersparnissen.
Leserinnen und Leser der Bücher von Elke Loewe kennen Augustenfleth, Valerie, Taxi-Enno, den pensionierten Kripomann Lemke, die alte Imkerin Grete und andere Augustenflether bereits aus der „Rosenbowle“ und dem „Herbstprinz“. In rascher Folge hat die Kehdinger Autorin jetzt mit „Engelstrompete“ ihren dritten Krimi vorgelegt. Zuletzt erschien von ihr im vorigen Herbst als dritter historischer Roman „Der Salzhändler“.
Auch mit „Engelstrompete“ ist Elke Loewe wieder ein Buch gelungen, das von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln vermag. Wieder schildert sie rund um ihre Geschichte die Landschaft der Ostemarsch mit ihren Stimmungen und Wetterlagen , mit ihren Tieren und Pflanzen mit zärtlicher Vertrautheit in leuchtenden Farben. Sexueller Missbrauch und die in Peru und Chile beheimatete hochgiftige Engelstrompete stören die Idyllen empfindlich. Was hier nicht hin und nicht zusammenzupassen scheint, ist aber genau die Paarung, mit der Elke Löwe ihren Hang zu Gesellschaftsanalyse und botanischer Teufelei verbandelt.
Fotos von kleinen Mädchen, die in der Wohnung des toten Pfarrers gefunden werden, schüren den bösen Verdacht, den Taxi-Enno schon mal im Suff geäußert hatte. Nun könnte er eingegriffen haben. Mit dem Gift der Engelstrompete zum Beispiel, die bei ihm in üppiger Pracht wächst und schon in kleinsten Mengen lebensgefährlich sein kann. Auf den überraschenden Ausgang der Geschichte dürfen Leser gespannt sein.
„Jonny Sonnenbergs Tod hat wenigstens das ewige Gejammer über das Wetter verdrängt“, lässt Elke Loewe ihre Protagonistin Valerie denken. Was eine ebenso wenig geschmackvolle Überlegung ist wie Valeries Schlussbetrachtung: „Wir fressen und scheißen uns durch das Jahr wie sie (die Schwalben), aber die restliche Zeit verbringen wir damit, uns gegenseitig das Leben schwer zu machen“. Zum Glück ist ansonsten auch in Augustenfleth der Tod etwas anderes als eine willkommene Abwechslung im alltäglichen Geschwätz-Einerlei und das Leben facettenreicher als in Valeries Weltsicht. Vielleicht sollte Elke Loewe sie deshalb endlich nach München zurückkehren oder ihr in Augustenfleth eine richtig gute Aufgabe zukommen lassen. Auch weitere unaufgeklärte Todesfälle wird das Dorf wohl kaum verkraften können.
Elke Loewe: Engelstrompete, Rowohlt Taschenbuch Verlag. 252 Seiten, 8,90 Euro. [Bestellen Sie Engelstrompete bei amazon.de] (q)
03.02.2005
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