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| Wilfried Heidhoff mit Sohn Hauke (links) und der S-Klasse in Zypressengrün-Metallic. Foto: Kanitz-Kabel |
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„Big Toys for big Boys“
Wilfried Heidhoff und seine klassische S-Klasse: Auch Sohn Hauke ist schon angesteckt
Drochtersen/Assel (mk). .
Tief fällt der Beifahrer in den weichen Sessel, lässt den Blick schweifen über das stilvolle Interieur mit viel Holz und genießt den satten Sechszylinderklang und den mühelosen Durchzug der schweren Limousine. Aber halt, was heißt schon schwer? „Dieses Fünfmeter-Auto ist leichter als ein moderner VW Passat“, verrät Besitzer Wilfried Heidhoff.
Der 50-jährige Steuerberater aus Assel mit eigener Praxis in Drochtersen hat sich 2003 seinen Traum erfüllt: Ein Mercedes-Benz 280 SE der Baureihe W 116 in „Zypressengrün-Metallic“, Baujahr 1974, mit 2,8-Liter-Motor und 185 PS lockt seitdem bei schönem Wetter zum entspannten Gleiten – bewundernde Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer inklusive.
„Big toys for big boys“: Diese Aussage von Wilfried Heidhoff bezieht sich nicht nur auf die schiere Größe seines Mercedes und das wahrhaft opulente Platzangebot im Innenraum, sondern auch darauf, dass sich „große Jungen“ auch ein „Spielzeug“ gönnen dürfen. Und das ist sogar bezahlbar. Da der Wagen mit seinen 32 Jahren als Oldtimer gilt, sind Steuer (191 Euro pro Jahr) und Versicherung (130 bis 150 Euro) günstig: „Ein relativ billiges Vergnügen“, wirbt Heidhoff. Er möchte dieses schöne Hobby möglichst vielen anderen Menschen nahebringen. Deshalb organisiert er auch das Oldtimertreffen beim Blütenfest in Drochtersen (siehe Kasten).
Auf Heidhoffs Sohn Hauke ist der Funke bereits übergesprungen. Ein Golf I Cabriolet ist die erste automobile Liebe des 18-Jährigen.
Doch zurück zur S-Klasse: Dieses „Spielzeug“ hatte sich Heidhoff schon als Junge gewünscht: „Mein Onkel hatte so einen Wagen. Ich habe damals zu ihm gesagt: Eines Tages habe ich auch so einen.“
Über das Internet fand Wilfried Heidhoff seinen Kindheitstraum. Der Vorbesitzer hatte das Fahrzeug 1974 neu gekauft und seither liebevoll gepflegt.
Wilfried Heidhoff genießt die etwas andere Art, von A nach B zu gelangen. Sein Auto lässt „gelassen fahren, weil es die Hektik des Verkehrs nicht auf den Fahrer überträgt und weil es Kraft als Reserve bietet – und nicht als Zwang, sie auszuspielen“, wie es in der zeitgenössischen Mercedes-Werbung hieß.
Das JOURNAL präsentiert regelmäßig Menschen mit ihren rollenden Schätzen. Das muss nicht der perfekt restaurierte Oldtimer-Mercedes sein: Ob Moped oder Traktor, Lkw oder Auto – Hauptsache, der rollende Untersatz ist alt und wird heiß und innig geliebt. Das darf gern der schon in die Jahre gekommene VW Käfer, Opel Kadett oder Ford Scorpio von nebenan sein, dessen Lack nicht mehr richtig glänzt, der aber seiner Besitzerin oder seinem Besitzer treu und brav dient, das dürfen Fahrzeuge aus deutscher oder ausländischer Fertigung sein, die ein Stück Geschichte repräsentieren und Geschichten zu erzählen haben.
Wer mitmachen möchte, kann sich per Postkarte an das MITTWOCHSJOURNAL, Stichwort „Motor“, Glückstädter Straße 10, 21682 Stade, per Fax (0 41 41/ 93 62 88) oder E-Mail an motor@tageblatt.de bewerben.
15.02.2006
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