Offiziere retteten die Stadt Buxtehude
Ein „Friedensplatz“ zu ihren Ehren
Buxtehude .
Die weiße Fahne rettete am 22. April 1945 vielen Buxtehudern das Leben und die Altstadt vor der Zerstörung. Daran soll jetzt ein „Friedensplatz“ auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Bertha-von-Suttner-Allee erinnern. Dem Gedenken an die Offiziere, die die Stadt damals kampflos an die britischen Truppen übergaben, soll eine Tafel dienen.
Der ehemalige Buxtehuder Bürgermeister Hans-Georg Freudenthal, damals zwölf Jahre alt, erinnert sich noch gut an den 22. April 1945. Er hat die Kapitulation mit eigenen Augen gesehen: In einem Gebüsch versteckt, zusammen mit dem gleichaltrigen Freund Gerd Bergmann, in der Heide Richtung Moisburg vor den Toren der Stadt. Laut Bernd Utermöhlen und Jochen Wentzien vom Buxtehuder Stadtarchiv, die mehrere Zeitzeugenberichte ausgewertet haben, geschah damals Folgendes: Der Standortälteste, Kapitän zur See Alexander Magnus, und Konteradmiral der Nordsee Siegfried Engel, der nach der Auflösung seiner Dienststelle von Buxtehude aus die Verwaltung von etwa 400000 Marinesoldaten steuerte, beschlossen, die Stadt zur Vermeidung von Menschenopfern und Zerstörung kampflos zu übergeben. Hauptmann Hans Haverkamp, Englischlehrer, und Oberleutnant Karl Halaski, Pastor der bekennenden Kirche, wurden als Parlamentäre zu den Briten geschickt.
Das Projekt „Friedensplatz“ auf dem ehemaligen Kasernengelände, das er schon seit fünf Jahren betreibt, ist jetzt beschlossene Sache. Mitten auf dem Platz soll ein Findling mit einer Gedenktafel stehen, um an die Männer zu erinnern, die Buxtehude mit der weißen Fahne retteten.
Ob eine solche Ehrung für Admiral Engel, dessen Name auf der Tafel ganz oben stehen soll, tatsächlich angebracht ist, wird sich zeigen. Nach TAGEBLATT-Recherchen hat er als Gerichtsherr der Marine in Wilhelmshaven während der NS-Zeit mehrere Deserteure zum Tode verurteilt. (ari)
12.03.2003
|