Gedenkstein wird politisches Thema
Fraktionsvorsitzende gehen auf Distanz
Buxtehude.
Die umstrittene Gedenktafel für die vier Wehrmachtsoffiziere auf dem Buxtehuder Friedensplatz beschäftigt jetzt auch die Politik. SPD, Grüne und FDP meinen: Kriegsverbrecher haben eine Ehrung nicht verdient. Sollten sich die Vorwürfe durch einen Bericht des Stadtarchivars erhärten, müsse die Tafel eingeschmolzen werden, sagt der Fraktionschef der Sozialdemokraten, Hans-Uwe Hansen.
„Dass der Stein auf dem Friedensplatz an die kampflose Übergabe der Stadt an die Briten erinnert, ist nicht schlimm. Was mich stört, ist die Namensnennung“, sagt SPD-Ratsherr Hans-Uwe Hansen. Diese sei nicht im Sinne Buxtehudes. Seine Forderung: Die Tafel muss eingeschmolzen werden. Auch vor dem Hintergrund, dass zwei der auf der Tafel aufgeführten Offiziere nach Unterlagen aus Bundesarchiven in Todesurteile gegen Deserteure, in Juden-Deportationen und in Vergeltungsmaßnahmen gegenüber Zivilisten verstrickt waren.
Damit ist der SPD-Politiker auf einer Wellenlänge mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Dr. Joachim Buttler: „Freudenthal und sein Ehemaligenverein haben ein politisches Fingerspitzengefühl wie ein Trampeltier. Ein Gedenkstein für Kriegsverbrecher hat auf dem Friedensplatz nichts zu suchen, selbst wenn sich diese Offiziere zum Schluss auf die 'richtige' Seite geschlagen haben.“
SPD und Grüne wollen den Stein des Anstoßes im nächsten Verwaltungsausschuss zum Thema machen. Die CDU hält sich bedeckt. Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten Uwe Hampe: „Wir werden uns in der Fraktion erst eine Meinung bilden.“
FDP-Fraktionschef Rudolf Fischer spricht von einer peinlichen Angelegenheit, die die Stadtverwaltung im Vorweg besser verhindert hätte. (bv)
13.05.2003
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