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| „Ich habe doch gar kein Radio!“ Der Radio-Einbauschacht in ihrem Fiat Panda ist und bleibt leer: Birte Ambrock soll für einen nicht vorhandenen Rundfunkempfänger zahlen. Foto: Felsch |
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„Ich habe doch gar kein Radio“
Ärger mit der GEZ: Anmelden, wo nichts anzumelden ist
Neukloster (ff). .
Pech für die junge Chefin von „Hexe’s Leckerlis“. Statt Backwaren für Hunde zu fabrizieren, liefert sich Birte Ambrock aus Neukloster seit drei Monaten einen intensiven Telefon- und Briefaustausch mit der Gebühreneinzugszentrale.
Und dabei begann alles ganz harmlos. Als der GEZ-Mitarbeiter im Februar an ihrer Tür klingelte und ihr mitteilte, selbstständige Unternehmer müssten auch ihr Autoradio anmelden, blieb die Geschäftsfrau noch ganz gelassen. „Ich habe doch gar kein Autoradio“, versicherte sie.
Weil sie wusste, dass Rundfunkempfänger in Firmenwagen zusätzlich kosten, hatte sie nämlich ihr Radio aus dem Fiat, der einen Werbeschriftzug ihres Geschäfts trägt, ausgebaut. Aber der GEZ-Vertreter wollte das nicht glauben. „Jeder hat ein Radio in seinem Wagen. Sie auch.“
Birte Ambrock wollte sich auf diese „dumme Diskussion“ nicht einlassen und die Tür schließen, was Ralph M.* mit seinem Arm zu verhindern versuchte. „Dann melde ich eben das Autoradio ihres Mannes an.“ Ralph M. ließ nicht locker. „Erstens hat mein Mann nichts mit meinem Geschäft zu tun, und für das Radio in seinem Privatwagen zahlen wir bereits“, konterte die junge Frau.
Das mittlerweile laute Wortgefecht rief Sohn Jan auf den Plan. Als der 16-Jährige die Treppe runterkam, nahm Ralph M. endlich seine Hand aus der Tür. Von dem Angebot, sich das Auto anzuschauen, in dem für jedermann ersichtlich kein Radio ist, machte der hartnäckige GEZ-Mann keinen Gebrauch.
Stattdessen fotografierte er das Firmenschild am Zaun und zog ab.
Damit ging die Sache erst richtig los. Die Ambrocks zeigten den GEZ-Mann bei der Polizei wegen Hausfriedensbruch an, der wehrte sich mit einer Gegenanzeige wegen Verleumdung.
Die Staatsanwaltschaft verurteilte Ralph M. zu einer Geldbuße von 300 Euro, was aber die GEZ nicht veranlasste, sich bei ihrer Kundin für das Verhalten ihres Mitarbeiters zu entschuldigen. Im Gegenteil, wie ein Schreiben aus Köln belegt: „Wir gehen zunächst davon aus, dass die Anmeldung des Radios im teilweise gewerblich genutzten Kfz korrekt war und haben keine Datenänderung vorgenommen“, heißt es darin. Anbei eine Rechnung über 5,52 Euro pro Monat. Die weigert sich Birte Ambrock zu zahlen.
Eine GEZ-Mitarbeiterin gab ihr am Telefon den Tipp, sich von der Werkstatt eine schriftliche Bestätigung zu holen, dass ihr Auto ohne Musik fährt. Oder: „Lassen sie sich bescheinigen, mit Stempel, dass ihr Autoradio kaputt und deshalb nicht mehr vorhanden ist.“
„Das ist albern“, sagt Birte Armbrock, „Wir überweisen seit 21 Jahren treu und brav unsere GEZ-Gebühren, aber ich bin nicht bereit, für etwas zu bezahlen, was ich gar nicht habe.“
Wie die unendliche Geschichte weitergeht? Solange niemand von der GEZ auf die Idee kommt, einmal einen Blick ins Innere des Wagens zu werfen, werden wohl noch jede Menge Briefe an die Hundekuchenbäckerin losgeschickt werden. Eins ist allerdings sicher: Die Mitarbeiter der GEZ und der Postbote sind erst mal für eine Weile beschäftigt.
*) Name der Redaktion bekannt.
16.05.2007
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