16.09.2015, 08:57
Bahnstrecke nach Zugunglück in Hedendorf wieder frei
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Ein schwerer Unfall am Bahnübergang in Hedendorf ist glimpflich verlaufen: 60 Kinder aus einem Schulbus konnten sich in Sicherheit bringen, bevor der Bus mit einem Metronom kollidierte, der nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Ein Zugreisender wurde leicht verletzt. Marvin Schulz (15) aus Buxtehude war bei dem Unfall dabei und hat den Zusammenstoß zwischen Metronom und Schulbus mit dem Handy gefilmt. 


HEDENDORF. Heute Morgen ist kurz vor 8 Uhr ein Metronom-Zug an einem Bahnübergang in Hedendorf mit einem liegen gebliebenen Gelenkbus der KVG kollidiert. Die Bahnstrecke war den ganzen Tag über gesperrt, seit 16:30 Uhr ist sie wieder freigegeben. Bis Donnerstagmorgen, 7 Uhr, ist mit einer Behinderung des Bahnverkehrs zu rechnen, die Züge dürfen nur langsam über den Bahnübergang fahren.

Beim Überfahren des Bahnübergangs war die Gelenksperre eingerastet. Wegen der Sperrung der B73 muss der Bus zurzeit eine Ausweichstrecke fahren. Die 23-jährige Busfahrerin öffnete vor der Kollision eine Tür und verließ den Bus, um mit der Leitstelle der Bahn zu telefonieren.

Als die Schüler im Bus den herannahenden Zug bemerkten, sorgten sie dafür, dass die Fahrerin auch weitere Türen öffnete. Alle 60 Schüler konnten so noch rechtzeitig den Bus verlassen.

Einige Schüler aus Hedendorf und Neukloster wurden mit einem Sonderbus zur Schule nach Buxtehude gefahren, andere von Eltern und Bekannten an der Unfallstelle oder später aus der Schule abgeholt. Einige stehen unter Schock. Alle Infos über den weiteren Verlauf an der Unfallstelle gibt es hier im TAGEBLATT-Ticker: 

16:38 Uhr: Die ersten beiden S-Bahnen sind wieder über die Unfallstelle gerollt - nachdem sie vorher gestoppt haben. Der Bahnübergang selbst wird bis morgen früh, 7 Uhr, für den Verkehr gesperrt sein. Anschließend soll dann ein Sicherheitsposten der Bahn vor Ort sein, so dass landwirtschaftliche Gefährte den Bahnübergang wieder passieren können. Laut Bahn-Notfallmanager soll auch der Bahnverkehr ab morgen früh wieder nach Plan laufen. 

16:30 Uhr: Metronom und S-Bahn haben die Streckensperrung offiziell wieder aufgehoben. Da alle Züge am Unfallort Schritttempo fahren müssen, ist allerdings auch morgen noch mit einigen Minuten Verspätung bei den einzelnen Verbindungen zu rechnen. 

16:10 Uhr: In Kürze wird auch der Zugverkehr auf der Strecke wieder aufgenommen. Vor dem Bahnübergang in Hedendorf werden die Züge aber einmal halten müssen. Und was den Busverkehr für die Schüler betrifft: Ab morgen werden sie nicht auf dieser Strecke, sondern über Apensen nach Buxtehude gefahren. Das teilte die KVG am Nachmittag mit. 

15:50 Uhr: Der Bus wurde per Kran von der Unfallstelle entfernt, jetzt ist der Weg für den Metronom frei. Trotz des Unfalls ist er noch fahrtüchtig und hat sich langsam auf den Weg in Richtung Stade gemacht. 

13.49 Uhr: Der Kran ist vor Ort. Die Bahnerdungsgruppe der Feuerwehr Horneburg hat die Oberleitung im Bereich der Unfallstelle geerdet. Oberleitung ist stromfrei. Mit dem Kran soll der KVG-Bus angehoben und weggezogen werden. Dann soll der Zug sich wieder in Bewegung setzen.

12.48 Uhr: Der Bergungskran soll gegen 13 Uhr in Hedendorf (Bahnübergang Moorstraße/Am Mühlenbach) eintreffen. Das Unternehmen Rischkau rollt Baggermatten aus, um die Brücke für das schwere Spezialfahrzeug zu verstärken.

11.38 Uhr: Ein Bergungskran ist unterwegs, mit Spezial-Matten wird die Brücke an der Straße "Am Mühlenbach" verstärkt. Der Notfallmanager der Bahn AG hat den Bahn-Erdungstrupp der Feuerwehr Horneburg alarmiert - zur Sicherung der Rettungsarbeiten.

11 Uhr: Nach TAGEBLATT-Information hat die Busfahrerin die S-Bahn noch per Notruf stoppen können. Der Metronom, der bereits nah an der späteren Unfallstelle war, konnte eine Kollision nicht mehr verhindern, obwohl der Zugführer noch gebremst hat. 

10 Uhr: Die KVG lobt ausdrücklich das Handeln der Busfahrerin, die trotz ihres jungen Alters als erfahrene Fahrerin gelte. Sie steht nach dem Unfall unter Schock. 

9:50 Uhr: Der Notfallmanager ist vor Ort. Der Schaden wird auf mindestens 300.000 Euro geschätzt, auch die Lokomotive ist vorne stark beschädigt. Jetzt muss überprüft werden, ob der Zug noch fahrtüchtig ist. Ist das der Fall, wird er nach Untersuchung der Unfallstelle in langsamen Tempo bis nach Stade fahren, um dort erstmal auf ein Nebengleis gestellt zu werden. 

9:45 Uhr: Jetzt hat sich die Eisenbahnunfall-Untersuchungsstelle eingeschaltet, die Mitarbeiter werden gegen Mittag in Hedendorf eintreffen und sich ein Bild von der Unfallstelle machen. Bis dahin darf vor Ort nichts verändert werden. Das heißt: Die Bahnstrecke wird mindestens bis zum Nachmittag in beide Richtungen gesperrt sein. 

9:30 Uhr: Auch die etwa 200 Metronom-Reisenden, die in Richtung Stade unterwegs waren, konnten den Zug mittlerweile verlassen, einer der Zugreisenden ist bei dem Zusammenprall leicht verletzt worden. Ein Notfallmanager ist auf dem Weg. Am Morgen soll der Bus geborgen werden. Der Zugverkehr ruht, Bahnreisende können auf die Busse des Schienenersatzverkehrs ausweichen, der jetzt eingerichtet worden ist. 

 

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