11.04.2017, 18:43
Ausstellung öffnet Augen für den zweiten Blick
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STADE. Eine Architektur-Ausstellung, die bis zum 21. April im Foyer des Neuen Rathauses in Stade steht, soll die Augen öffnen für den zweiten Blick. An sieben Beispielen wird gezeigt, wie auf scheinbar wertlosen Grundstücken schicke Immobilien Platz finden.

Hintergrund ist die sogenannte Nachverdichtung, die vor allem Städte mit begrenzten Wohnbauflächen interessieren. So sind neben der Stadt Stade auch die Nachbarn aus Buxtehude beteiligt, wo die Ausstellung in zwei Wochen ins Stadthaus einzieht.

Mit im Boot bei der Ausstellung „Auf den zweiten Blick“: die Architektenkammer Niedersachsen, die die Exponate zur Verfügung stellt, die Hochschulde 21 und der Verein „Forum BauKulturLand“ zwischen Elbe und Weser.

So kam es, dass neben den beiden Stadtbauräten aus Buxtehude, Michael Nyveld, und Stade, Lars Kolk, auch Kreisbaurat Hans-Hermann Bode der Eröffnung beiwohnten. Bode ist Ansprechpartner des Forums, das sich unter anderem der regionalen Baukultur und der Nachverdichtung in bebauten Lagen verschrieben hat. Die Innenentwicklung, so Bode, sei einer der größten aktuellen Herausforderungen in der Städteplanung. Brachliegende Grundstücke mobilisieren und deren Eigentümer motivieren, sei ein Gebot der Stunde.

"Maßanzüge für nicht einfach zu bebauende Grundstücke"

Aus Ladenhütern werden Schmuckstücke, so beschreibt Katharina Göbel-Groß die Idee der Ausstellung. Gezeigt wird zum Beispiel, wie auf einem dreieckigen Grundstück in Burgwedel, das von zwei Hauptstraßen umgeben ist und auf dem ein baufälliges Gebäude steht, eine Kombination aus Alt und Neu geschaffen wird mit einem modernen Wohnhaus, das 150 Quadratmeter Fläche bietet. Oder ein extrem schmales und langes Grundstück in Hannover mitten im Wohngebiet, wo eine Familie mit drei Kindern ein neues Heim gefunden hat mit einem schlichten Baukörper, dessen wahre Größe von 180 Quadratmetern sich erst im Inneren zeigt.

Einen zweiten Blick dürfen auch die Studierenden der Hochschule 21 riskieren. Die Hochschule in Buxtehude startet einen Wettbewerb zum Thema. Sie hat zwei Grundstücke in Stade und Buxtehude gefunden, auf denen die Studierenden ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Hochschulprofessor Karsten Ley stellte den Wettbewerb vor: „Wir wollen eine regionale Hochschule sein.“ Da passe der Wettbewerb mit den Grundstücken vor Ort. Die Studierenden sollten lernen, Maßanzüge für die nicht einfach zu bebauenden Grundstücke zu entwerfen. Lothar Tabery, Architekt aus Bremervörde und Vize-Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, hält viel von Wettbewerben, nicht nur bei öffentlichen, sondern gern auch bei privaten Bauvorhaben.

Die besten Entwürfe erhalten ein Preisgeld. Die angehenden Architekten haben 48 Stunden Zeit, um einen ersten Entwurf für das 1800 Quadratmeter große Grundstück der Wohnstätte in der Dankersstraße 3 in Stade oder für den Spielplatz Im Petersmoor in Buxtehude zu entwerfen. 50 Studenten sind aufgerufen, die besten drei erhalten einen Geldpreis von maximal 300 Euro. Das, so Lars Kolk, sei eine gute Schulung für die Studenten. Er betonte, dass es sich um eine Ideenskizze handelt und nicht um eine reale Planung.

Daten

Die Ausstellung der Architektenkammer Niedersachsen „Auf den zweiten Blick“ ist bis zum 21. April im Foyer des Neuen Stader Rathauses zu sehen. Vom 25. April bis zum 12. Mai steht sie im Buxtehuder Stadthaus.

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