12.03.2017, 18:22
Fette Party mit 12 000 Feierwilligen
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HAMBURG. „I got enemies, I got a lotta enemies“, rappt Superstar Drake in seinem Hit „Energy“. In der Hamburger Barclaycard-Arena hat er keine Feinde. Da gibt es nur Liebe und Inspiration. Und richtig gute Umgangsformen – nicht unbedingt das, was das Klischee von einem Rapper erwarten lässt.

Die Typen cool in noch cooleren Klamotten und die Mädels schön aufgebrezelt – so trudelte ein Großteil des Publikums zum Konzert des kanadischen Superstars Drake in der Hamburger Barclaycard-Arena ein. Wie passend: „Wir machen hier kein Konzert und keine Show, sondern eine fette Party“, ruft der Künstler den 12 000 Feierwilligen gleich am Anfang seines gut eineinhalbstündigen temporeichen Hit-Bombardements zu, nachdem er zu „Trophies“ durch ein Loch aus dem Bühnenboden aufgestiegen war. Um es mal vorwegzunehmen: Drake, einer der gefragtesten Rapper und R’n’B-Sänger der Neuzeit, hat sein Versprechen gehalten. Aber ein brillantes Konzert und eine Mega-Show war es trotzdem.

Der 30-jährige Aubrey Drake Graham passt nicht ins Klischee des Gangster-Rappers mit dicker Goldkette – selbst wenn er unzählige Male das „F...-Wort“ benutzt. Der Mann besitzt trotzdem so gar keine Straßen-Attitüde. Er stellt sich höflich vor („My name ist Drake, i come from Kanada“), entschuldigt sich für die teuren Tickets, kommuniziert immer wieder mit seinen Fans und übertreibt es ein bisschen mit seinen Liebeserklärungen an Hamburg, wo er das erste Mal überhaupt auftritt.

Auch musikalisch lässt er sich nicht so einfach einordnen. Er beherrscht den Sprechgesang perfekt, aber in seinen Songs ist der R‚n’B-Einfluss unüberhörbar. Wie zum Beweis huldigt er John Legend, dessen Songs er schon als Jugendlicher in seiner Heimatstadt Toronto sang.

Und wie Legend hat Drake überhaupt keine Angst vor großen Gefühlen und tiefen Selbstzweifeln. Nur, dass er sie mit schweren Beats und ausgestrecktem Mittelfinger präsentiert. „Der ist für alle, die euch daran hindern wollen, eure Träume zu verwirklichen“, ruft er den Hamburgern zu. Dazu passen die traumhaften Licht-Inszenierungen mit einem Meer von Leuchtkugeln, die von der Decke schweben.

Drake ist ganz oben. Sein Album „Views“ war in den USA 2016 das meistverkaufte und meistgestreamte Album, sein viertes Nummer-1-Album in den USA und Kanada in Folge seit 2010. Der Sohn einer Erzieherin und eines Drummers hat so viele Hits, dass er sie bei einem einzigen Konzert kaum unterbringen kann. Deshalb spielt er sie oft nicht ganz aus oder macht eine Art Medley daraus.

Seine authentische Art kommt an: Nicht nur bei seinen Fans, auch in der Liga der weiblichen A-Prominenz erfreut sich der smarte Künstler offenbar großer Beliebtheit. Er hatte schon Affären mit Rihanna, Madonna, Serena Williams, Nicki Minaj und anderen bekannten Damen. Derzeit soll er Jennifer Lopez in seine muskulösen Arme schließen. Oder ist das auch schon wieder vorbei? In Hamburg lässt er ein Pärchen auf die Leinwand projizieren und fragt, wie lange die beiden schon zusammen sind. „Sieben Jahre? Bei mir halten Beziehungen gerade mal ein paar Wochen.“ Ein bisschen Klischee muss eben doch sein. Auch bei Drake.

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