04.02.2016, 00:17
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Containerschiff sitzt in der Elbe fest - Mit Bildergalerie
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Vor Grünendeich ist in der Nacht zu Donnerstag in der Elbe das Containerschiff "CSCL Indian Ocean" zwischen Lühesand und Lühe-Anleger auf Grund gelaufen  - aufgrund einer schiffsbedingten Betriebsstörung. Alle Abschleppversuche sind heute Mittag gescheitert. Der Havarist wird wohl länger in der Elbe liegen.

GRÜNENDEICH. Vor Grünendeich ist in der Nacht zu Donnerstag in der Elbe das Containerschiff "CSCL Indian Ocean" zwischen Lühesand und Lühe-Anleger auf Grund gelaufen  - aufgrund einer schiffsbedingten Betriebsstörung. Alle Abschleppversuche sind heute Mittag gescheitert. Der Havarist wird wohl länger in der Elbe liegen. 

13.43 Uhr: Das WSA Hamburg teilt mit, dass das Havariekommando in Cuxhaven in Kürze die Einsatzleitung übernehmen wird - nach dem zweiten erfolglosen Schleppversuch.

13:05 Uhr: Nach neuesten TAGEBLATT-Informationen kann das Schiff frühestens mit der Springtide zwischen Sonntag und Montag befreit werden. Allerdings nur in Kombination mit Westwind oder Nordwestwind. 

12:40 Uhr: Sollte das Schiff bei aktuellem Wasserstand bewegt werden können, müssten etwa 1000 Container abgeladen werden - überschlägt ein Wasserschutzpolizist am Rande des Geschehens. Eine Option, die wohl nicht in Frage kommt. 

12:25 Uhr: Laut Jürgen Behm, Sachbereichsleiter Verkehrswesen beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Hamburg, sind die Versuche, den Container zu befreien, erfolglos geblieben. Die Experten gehen davon aus, dass das Schiff länger in der Elbe liegen wird, das Wasser ist zu niedrig. Der Abschleppversuch wurde jetzt abgebrochen. Das nächste Hochwasser kommt um 0:28 Uhr.

12:19 Uhr: Trotz mehrerer Versuche ist es den Schleppern bisher nicht gelungen, das Containerschiff zu bewegen.

11:50 Uhr: Mehrere hundert Schaulustige beobachten am Lüheanleger die Vorbereitungen für das Abschleppen des Container-Riesen. Auch auf den Deichen stehen etliche Beobachter des Spektakels. 

Seh-Leute aufgepasst: Um 11.45 Uhr sollen sieben Schlepper - mit einem Pfahlzug von je 90 Tonnen - das Containerschiff "CSCL Indian Ocean" vor Mojenhörn freischleppen, die Reederei hat die Schlepper geordert. Parkplätze gibt es am Deich und an der Maritimen Landschaft/Tourismusverband. Sollte HPA nach einer Untersuchung des Schiffskörpers ihr Okay für das Einlaufen geben, konnnte der Frachter heute Nachmittag im Hafen liegen.

10.01 Uhr: Jürgen Behm, Sachbereichsleiter Verkehrswesen beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Hamburg bestätigt die TAGEBLATT-Information, dass auf dem Giganten die Ruderanlage ausgefallen war.

9.39 Uhr: Das Wasser- und Schiffahrtsamt in Hamburg gibt erste Details zur Havarie der „CSCL Indian Ocean“ bei Tonne 116 Höhe Grünendeich auf der Unterelbe vor Grünendeich preis. Der Container-Gigant - einer der größten seiner Art weltweit - sei gegen 22.20 Uhr "aufgrund einer schiffsbedingten Betriebsstörung nördlich des Fahrwassers auf Grund gelaufen", sagt Sachbereichsleiter Jürgen Behm vom WSA Hamburg. Schlepper sowie das Mehrzweckschiff "Neuwerk" sind vor Ort.

Ein Schleppversuch in der Nacht verlief erfolglos. Ein erneuter Schleppversuch ist mit dem Mittagshochwasser geplant. Eine Gefahr des Sinkens oder einer Gewässerverunreinigung bestand zu keiner Zeit. Die durchgehende Schifffahrt auf der Elbe werde laut Wasser- und Schiffahrtsamt durch die Lage des Havaristen nördlich des Hauptfahrwassers nicht beeinträchtigt. "Die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffverkehrs wurde und wird durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg zu jeder Zeit sicher gestellt", sagt der Sachgebietsleiter.

8:50 Uhr: Der Container wird jetzt von zwei Schleppern fixiert. 

3:08 Uhr: Wasserschutzpolizei und "Neuwerk" liegen am Lühe-Anleger. 

2:42 Uhr: Zwei Schlepper und Wasserschutz vor Ort.

1.08 Uhr:  Die "Neuwerk" liegt vor dem Havaristen.

Mehrere Schlepper rücken ab, sie können bei dem Wind und dem Wasserstand nichts mehr ausrichten. Das Schiff liegt (Höhe Mojenhörn) fest - an der Fahrrinne. Beim nächsten Hochwasser heute Mittag wird sich das Schicksal der "CSCL Indian Ocean" entscheiden. Das Problem: Das nächste Hochwasser ist - bei abflauendem Wind - niedriger vorhergesagt, das könnte eng werden.

Um 0:49 Uhr erreichte der Notschlepper Neuwerk Lühesand.

Um 0:39 Uhr zwängte sich der 193 Meter lange und 32 Meter breite Autotransporter GREEN COVE am Havaristen vorbei.

Acht Schlepper sind im Einsatz, die "Bürgermeister Weichmann" des Wasserschutzpolizeikommissariats 1 sichert die Aktion. Das Gewässerschutzschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven, die "Neuwerk", ist bereits unterwegs.

Das Containerschiff CSCL Indian Ocean war auf dem Weg nach Hamburg zum Eurogate-Terminal und sollte dieses am 3. Februar eigentlich bereits um 13 Uhr erreichen. Es fährt unter der Flagge von Hong Kong; Reederei ist die China Shipping Container Lines. Das Schiff ist 399.67 Meter lang und 58.60 Meter breit - und kann 18.980 TEU (Standardcontainer) huckepack nehmen (Tiefgang: maximal 16 Meter). Die Baureihe des CSCL-Globe-Typs zählt zu den größten Containerschiffen weltweit. Nach TAGEBLATT-Informationen hätte es mit einem Tiefgang von 11,60 Metern sogar tideunabhängig den Hafen anlaufen können, es ist nicht voll beladen.

Am Mittwochabend saß es - kurz nach 22:20 Uhr - fest, vor Mitternacht sicherten fünf Schlepper das Schiff. Bei fallendem Wasser und Westwind stuften Nautiker die Situation in der Nacht als kritisch ein.

Kritiker der Elbvertiefung wie Walter Rademacher vom Regionalen Bündnis gegen Elbvertiefung sehen sich durch Vorfälle wie diesen in ihrer Sorge bestätigt, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und Hamburg das Havarierisiko herunterspielen. Schon heute sei die Fahrrinne mit Blick auf Mega-Frachter zu schmal und unvereinbar mit internationalen Vorgaben. Kurzum: Das Havarierisiko sei bereits heute zu hoch, die Vertiefung würde das Problem verschärfen. Sollte ein Riesenschiff mal Leck schlagen, wären die Folgen für Umwelt und Wirtschaft katastrophal. Besorgte Altländer beobachten die Aktion am Deich. Rademacher: "Wir haben immer davor gewarnt. Doch die Experten von Hafenwirtschaft und WSA haben uns belächelt und uns trügerische Sicherheit vorgespiegelt. Jetzt haben wir den Schlamassel."

Der genaue Standort des havarierten Schiffes (hellgrünes Viereck):

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