09.04.2017, 18:58
Hommage an Udo Jürgens im Stadeum
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STADE. Mit 30 Liedern von mehr als 1000 Kompositionen des 2014 verstorbenen Sängers Udo Jürgens haben vier Musical-Solisten am Sonnabend die Stadeum-Besucher begeistert. Stehend applaudierten die Zuschauer den Musical-Sängern – und zugleich den Liedern des großartigen Musikers.

„Griechischer Wein“, „Ein ehrenwertes Haus“, „Mit 66 Jahren“, „Aber bitte mit Sahne“: Mit den Liedern von Udo Jürgens sind sie großgeworden, seine Chansons haben sie durchs Leben begleitet, auch das Erfolgsmusical „Ich war noch niemals in New York“ haben viele der fast 600 Zuschauer schon gesehen. Und so können sie beim Cover-Konzert mit vier Musical-Solisten am Sonnabend im Stadeum bei vielen Songs mitsingen.

Mit ihrer Hommage „Merci Chérie“ gedachten Andreas Bieber, Annika Bruhns, Karim Khawatmi und Sabine Mayer, begleitet von der sechsköpfigen Mario-Stork-Band, des Sängers, mit dem sie während ihres Musical-Engagements noch zusammen gearbeitet haben und der im Dezember 2014 starb. Der Künstler, der mit dem Titel „Merci Chérie“ 1966 als erster Österreicher den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann, ist einer der erfolgreichsten Unterhaltungsmusiker im deutschen Sprachraum. „Wir hatten das große Glück und die Ehre, Udo Jürgens persönlich kennenlernen zu dürfen“, sagte Andreas Bieber zur Begrüßung. „Wir können ihn nicht ersetzen und nicht kopieren, aber wir können seine Musik weiterleben lassen.“ Und das taten sie dann auch.

"Singendes Universum in Dur und Moll“

Mit 30 der mehr als 1000 Udo-Jürgens-Titeln trug das Quartett eine kleine persönliche Auswahl vor. Von „Das große Glück“ bis zur letzten Zugabe „Ich werde da sein“ sangen sie Lieder voller Optimismus, Lebensfreude, Trauer und Sehnsucht, nachdenkliche, tiefsinnige, anklagende und mitreißende. Zwischendurch erzählten die Sänger vom Menschen Udo Jürgens und zitierten den Liedermacher, der nur „ein kleiner Mosaikstein“ in dem großen Bild der Gesellschaft sein wollte. Mit seinen eigenen Worten führten sie in seine Gedankenwelt und Lebensphilosophie ein. Um das Wunder des Lebens und die Liebe zu den Menschen ging es dabei, um sein „singendes Universum in Dur und Moll“.

Stehend applaudierten die Zuschauer den Musical-Sängern – und zugleich den zeitlosen Liedern des großartigen Musikers. Kai und Tanja Thomas aus Cuxhaven sind mit ihnen aufgewachsen. Viele Konzerte mit Udo Jürgens haben sie erlebt, erzählten sie in der Pause, sein letztes aber leider verpasst. „Man kann ihn nicht kopieren“, meinen auch sie, seine Stimme und Art sei einzigartig, doch finden sie es schön, dass seine Musik in den Cover-Versionen weiterlebt. Was ihnen besonders gefiel: dass auch Titel wie „Der gekaufte Drachen“, in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt, vorgetragen wurden.

„Seine Musik hat mich durchs ganze Leben begleitet“, sagte auch Elke Offermann aus Drochtersen, die sich selbst als Fan bezeichnet. „Immer wieder geht die Sonne auf“ ist für sie ein besonderes Lied, das einen „aus dunklen Ecken“ rausholt. In das Musical sei sie skeptisch reingegangen, dann aber positiv überrascht gewesen, „dass man mit seinen Liedern auch eine Geschichte erzählen kann“.

Mit einem „letzten Dankeschön nach oben: Danke, Udo“ verteilten die Musical-Solisten zum Schluss weiße Rosen. Zur Freude von Jacqueline Steffens, die mit ihrem Nachbarn Rudi Rosumek aus Bremervörde gekommen war. Sie liebt Udo Jürgens’ Lieder über aus dem Leben gegriffene Themen und Emotionen, die auch sie erlebt hat: Die Lieder „sind Spiegelbild meiner Seele“.

Über die Rose freute sich auch Gerti Carstens aus Stade, ein großer Udo-Jürgens-Fan. Es stecke „viel Wahrheit in seinen Liedern“, sagte sie. Besonders berührt habe sie immer das Lied vom gekauften Drachen.

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