20.11.2015, 05:13
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Nach Brand in Asylbewerberheimen: Tatverdächtiger Sudanese wieder auf freiem Fuß
Leserbrief

FREDENBECK. In zwei Fredenbecker Asylunterkünften hat es in der Nacht zu Freitag gebrannt. Im ehemaligen Hotel Fredenbeck entstand erheblicher Sachschaden, mehrere Wohncontainer brannten restlos nieder. Feuerwehr und Polizei gehen von Brandstiftung aus. Über 20 Flüchtlingen mussten vorübergehend in andere Unterkünfte untergebracht werden.

Die Polizei nahm einen 19-jährigen Asylbewerber aus dem Sudan vorläufig fest. Er stand im Verdacht, die Feuer vorsätzlich gelegt zu haben. Seine vernehmung am Freitagnachmittag durch die Polizei mit der Hilfe eines Dolmetschers konnte den dringenden Tatverdacht aber nicht bestätigen. Die Polizei leiß den jungen Mann deshalb wieder frei. Für einen rechtsextremen oder fremdenfeindlichen Hintergrund der Brände in den beiden Asylunterkünften gibt es laut Polizei aber auch keine Hinweise.

Der Brand im ehemaligen Hotel an der Dinghorner Straße wurde gegen 1.30 Uhr gemeldet. Im Hotel wurde Ende Juli eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. 

Im Gebäude entdeckten die Feuerwehrleute an verschiedenen Stellen Brandnester. Diese konnten schnell abgelöscht werden. Mit einem Belüfter wurde der Qualm aus den Räumen gedrückt. Wann die Unterkunft wieder bewohnbar ist, steht noch nicht fest.

Schlimmer wütete das Feuer in Containern an der Bahnhofstraße etwa eine halbe Stunde später, als der Einsatz an der Dinghorner Straße immer noch lief. Die Flammen aus dem Container schlugen hoch in den Himmel.

Im Löscheinsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Fredenbeck, Kutenholz, Schwinge, Deinste und Wedel mit rund 100 Helfern. Auch ein Notarzt und mehrere Rettungswagen kamen zu den Einsatzorten. Verletzt wurde bei den Bränden offenbar niemand.

Samtgemeindebürgermeister Ralf Handelsmann und Bürgermeister Uli Schumacher bemühten sich noch in der Nacht, neue Unterkünfte für die obdachlos gewordenen Asylbewerber zu organisieren. Ein Großteil der Menschen konnte in leerstehenden Containern in Deinste untergebracht werden.

Mit Landrat Michael Roesberg machte sich Samtgemeindebürgermeister Ralf Handelsmann am Morgen nochmal ein Bild von der Lage - und spricht über den Brand in der Nacht. "Alle Flüchtlinge waren sehr verängstigt, wollten möglichst schnell in Sicherheit gebracht werden", sagt er. Heute kümmern sich Ehrenamtliche um die Flüchtlinge. Die Wohncontainer sollen möglichst schnell ersetzt werden. "Gottlob ist niemand verletzt worden", sagt Landrat Michael Roesberg.

Einen ausführlichen Bericht lesen sie heute Abend auf tageblatt.de und am Sonnabend im TAGEBLATT. (-kor- / Fotos: Kordländer)

Leserbrief
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