07.04.2016, 11:39
Tatverdächtiger für Seeadlertötung
Leserbrief

BALJE/STADE. Für die Tötung des Seeadlers in Balje gibt es einen Tatverdächtigen. Das teilte am Donnerstag die Staatsanwaltschaft Stade mit. Es soll sich um einen 65-jährigen Mann aus Balje handeln.

Oberstaatsanwalt Kai-Thomas Breas geht davon aus, dass der männliche Seeadler bereits am 27. Januar getötet wurde. An diesem Tag hätten mehrere Zeugen einen Mann beobachtet, der mit einer langen Waffe in unmittelbarer Nähe des Horstes unterwegs gewesen sei. Kurz darauf hätten die Zeugen einen Schuss gehört. Der Zeitpunkt passt. Zwar ist der getötete Seeadler erst am 10. Februar entdeckt worden, aber die biologische Untersuchung des Greifvogels habe ergeben, dass er zwischen dem 25. Januar und dem 2. Februar getötet worden ist.

Der Mann, gegen den nun ermittelt wird, habe einen Jagdschein und habe in der Nähe des Tatortes Grundbesitz, dass durch die Existenz des streng geschützten Tieres nicht frei verfügbar wäre, so Breas. Darin könne das Motiv des Mannes liegen. Breas nennt dabei ausdrücklich mögliche Planungen für Windenergieanlagen. Bisher hieß es stets aus Balje, dass dort keine neuen Anlagen geplant seien. „In diese Richtung ermitteln wir“, bestärkt der Oberstaatsanwalt, „das Grundstück könnte eventuell durch den Tod des Seeadlers einen Wertzuwachs erhalten.“

Bisher habe sich der Beschuldigte nicht geäußert. Er werde anwaltlich vertreten und nun weiter befragt. „Dann müssen wir sehen, was wir daraus machen, ob wir Strafbefehl beantragen oder Anklage erheben.“. Falls hier ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz angeklagt wird, droht dem Mann eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Möglich ist auch, dass der Staat den finanziellen Vorteil abschöpft. Und da sei es egal, ob der Grundstückeigentümer der Täter war oder nicht, so Breas und verweist auf einen Fall in Blankenese. Damals wurden dort in Elblage Bäume gefällt. Obwohl dem Grundstückseigentümer die Tat nicht nachgewiesen werden konnte, hatte der Staat den Wertzuwachs für die freie Sicht in Hanglage einkassiert.

Leserbrief



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