25.11.2015, 09:22
Deserteurdenkmal in Hamburg eingeweiht
Leserbrief

HAMBURG. „Endlich“. Nicht nur Ludwig Baumann hatte auf diesen Tag sehr lange gewartet. Als Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) das Denkmal für Deserteure und Opfer der NS-Militärjustiz nahe dem Dammtor-Bahnhof einweihte, fühlte der 92-Jährige wohl die größte Genugtuung unter den vielen Anwesenden.

„Das ist für mich eine bewegende Stunde, und mir geht heute ein später Traum in Erfüllung“, gestand der Mann, der 1942 wegen Fahnenflucht von Militärrichtern der Wehrmacht zum Tode verurteilt worden war. Anders als etwa 330 Hamburger Leidensgenossen, die in Höltigbaum (Rahlstedt) erschossen und im U-Haftgefängnis am Holstenglacics geköpft wurden, überlebte Baumann. Als Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz hatte er seit Jahrzehnten für ein Mahnmal im Gedenken an Deserteure und andere Justizopfer der Nazizeit gekämpft.

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