15.10.2015, 16:05
Flüchtlinge kommen in Turnhallen der BBS Stade

STADE. Auf Anordnung von Landrat Michael Roesberg hat der Landkreis Stade am Donnerstag Vorkehrungen getroffen, in zwei Turnhallen der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Stade eine zentrale Notunterkunft für 450 Flüchtlinge einzurichten.

15.55: Ab 16 Uhr starten das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Johanniter Unfall-Hilfe (JUH) mit dem Umbau der Hallen in eine Notunterkunft. Die Gerätschaften der Turnhallen werden im Elbe Klinikum zwischengelagert. Beide Turnhallen sind zum jetzigen Stand für fünf Wochen geblockt. Bereits um 14 Uhr wurden die Hausmeister der Sporthallen über den Stand der Lage informiert. Ein Schichtplan wurde eingerichtet, sodass zu jeder Zeit ein Hausmeister erreichbar ist. 

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„Wir helfen dem Land in einer dramatischen Situation und sorgen dafür, dass die Flüchtlinge nicht unter freiem Himmel schlafen müssen“, erklärte Roesberg am Morgen. Die Flüchtlinge werden in Stade nach ihrer Einreise in die Bundesrepublik das erste Mal registriert und einem Gesundheitscheck unterzogen. Sie sollen nach einem Amtshilfeersuchen der Landesregierung fünf Wochen in Stade bleiben und dann in reguläre Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes verlegt werden, deren Kapazitäten zurzeit völlig ausgeschöpft sind.

Die ersten 150 Flüchtlinge, die direkt aus Bayern in Bussen ankommen werden, erwartet der Landkreis Stade am Freitag. Unter Hochdruck arbeiten deshalb Hilfsorganisationen wie DRK und JUH daran, in den kreiseigenen Turnhallen an der Glückstädter Straße Betten und Verpflegungsmöglichkeiten bereit zu stellen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises Stade bereiten die übrige Versorgung der Flüchtlinge vor. Das Amtshilfeersuchen des niedersächsischen Innenministeriums hatte den Landkreis Stade am Mittwochnachmittag erreicht. Roesberg: „Klar ist, wir helfen, aber offensichtlich ist das Land derzeit der eigenen Aufgabe nicht gewachsen. Es tritt jetzt das ein, was ich vor Wochen befürchtet habe: Um den Hilfsbedürftigen ein festes Dach über dem Kopf zu geben, müssen wir auf Notmaßnahmen zurückgreifen.“

Landrat Roesberg hatte am frühen Donnerstagmorgen im Kreishaus die Bürgermeister der Hansestädte Stade und Buxtehude sowie der Samtgemeinden über die Lage informiert. Die jetzt unerwartet unterzubringenden 450 Flüchtlinge sollen zentral in Stade bleiben, betonte Roesberg. Dafür stelle der Landkreis die zwei eigenen Turnhallen der BBS zur Verfügung.

Die Kommunen, so Roesberg, treffen angesichts der täglich rund 1000 neu in Niedersachsen eintreffenden Flüchtlinge Vorsorge für die Unterbringung. Nach dem immer noch gültigen Verteilungsschlüssel der Landesaufnahmebehörde sei bis Ende Januar regulär mit weiteren 1200 Flüchtlingen und Asylbewerbern im Landkreis Stade zu rechnen, die auf die Städte und Gemeinde verteilt werden müssten. In diesem Zusammenhang lobte Roesberg das außerordentlich Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Kräfte in den Kommunen.

 

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