01.01.2017, 09:34
Großeinsatz am Neujahrsmorgen nach Unfall in Stadersand
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STADE. Ein skurriler Unfall bescherte den Ehrenamtlichen von Feuerwehr, DLRG und Rettungsdienst den ersten großen Alarm im neuen Jahr. Am Sonntagmorgen steuerte ein junger Mann aus dem Raum Cuxhaven seinen Kombi in die Schwinge in Stadersand.  

Eigentlich hatten sich die Einsatzkräfte auf eine ruhige Neujahrsnacht gefreut. Doch gegen vier Uhr schrillten die Melder. Ein Zeuge fand einen VW Golf, der in der Schwinge kurz vor der Mündung in die Elbe in Stadersand zu versinken drohte.  Der Kombi war von der Straße aus in einer leichten Linkskurve geradewegs über die rechtsseitige Wiese und einen Bootssteg ins Wasser gefahren. 40 Aktive von Zug I der Stader Ortsfeuerwehr rückten an und zogen das Auto, das inzwischen zu einem Dreiviertel im Schlick lag, mit der Seilwinde ihres Rüstwagens an Land. Die Scheibenwischer liefen noch, die Airbags hatten ausgelöst, ein Fenster war geöffnet – aber vom Fahrer fehlte zunächst jede Spur, erklärte Brandmeister Stephan Woitera.

Den ebenfalls am Unfallort eingetroffenen Polizisten fiel allerdings ein Mann auf, der sich schließlich als Besitzer des Golfs ausgab. Gefahren sein wollte er allerdings nicht. Der junge Mann aus dem Kreis Cuxhaven, nach eigenen Angaben Jahrgang 1990, tischte den Ermittlern „dubiose Geschichten“ auf, wie sie später berichteten. Er habe angegeben, sein Wagen sei ihm bei McDonald’s gestohlen worden. Deshalb gingen die Beamten zunächst davon aus, dass jemand anders am Steuer gesessen hatte. Sie lösten eine Personensuche aus. Jetzt eilten auch 25 Einsatzkräfte der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft aus Stade, Horneburg und Buxtehude an die Schwinge.

Die Geschichte klang zunächst plausibel, denn der Mann hatte trockene Klamotten an und machte einen ruhigen Eindruck. Wenige Augenblicke, bevor die Ehrenamtlichen in das nur wenige Grad Celsius kalte Wasser steigen wollten, habe der VW-Besitzer einen Rückzieher gemacht, sagten die Polizisten. Die Taucher hatten sich schon Neopren-Schutzanzüge übergeworfen, da habe er zugegeben, selbst gefahren zu sein und sich nach dem Unfall mit Klamotten aus dem Kofferraum umgezogen zu haben. Offenbar war er nicht im Besitz eines gültigen Führerscheins. Ein Bekannter, mit dem er sich in Stadersand treffen wollte, soll den Notruf abgesetzt haben. Warum er mit dem Golf in der Schwinge landete, blieb zunächst unklar. Die Ermittlungen laufen.

Damit konnten die Einsatzleiter die Personensuche abbrechen. Taucher Jan Thom musste trotzdem noch in den Hochwasser führenden Fluss steigen und eine Ölsperre verlegen, damit etwaige ausgetretene Kraftstoffe des Autos aufgefangen werden können, sagte Feuerwehrsprecher Stefan Braun. Kameraden verteilten Bindemittel an der Uferkante. Knapp zwei Stunden waren die Ehrenamtlichen vor Ort. 

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