24.04.2017, 15:07
Wie die Landgasthöfe bestehen können
Leserbrief

KEHDINGEN/OSTEREGION. Landgasthöfe werden immer seltener. Viele Dorfgasthäuser haben für immer die Türen geschlossen. Die Gründe sind vielfältig, sagt die Geschäftsführerin des örtlichen Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Nathalie Rübsteck. Aber es gibt auch noch erfolgreiche Landgasthäuser.

Oft stehen die Eigentümer und Betreiber von Landgasthöfen vor der Frage, wie es weitergehen soll, wenn sie keinen Nachfolger in der Familie haben“, sagt Rübsteck. Die Kinder wollen nicht und ein geeigneter Pächter findet sich auch nicht. Folge: Die Inhaber geben den Betrieb auf. So wurden im vergangenen Jahr besonders in Kehdingen viele Landgasthäuser geschlossen. Steht die Landgastronomie vor dem Aus?

„Ganz sicher nicht“, sagt Rübsteck, aber sie sieht schon einen massiven Strukturwandel. Und das hat nach ihrer Ansicht mehrere Gründe: Erstens verändere sich das Freizeit- und Konsumverhalten der Menschen ständig. Viele junge Menschen ziehe es eher in die Städte mit einem vielfältigen Gastronomie- und Kulturangebot. Zweitens feierten die Menschen weniger als sie es früher vielleicht noch taten. Geburtstage oder andere Anlässe werden, wenn überhaupt, zuhause gefeiert, in einem der vielen Dorfgemeinschaftshäuser oder im Partyzelt. Und schließlich macht Rübsteck zurzeit eine zunehmende Konkurrenz von asiatischen Restaurants gerade auf dem Lande aus.

Ein Betrieb, bei dem der Generationenwechsel funktioniert

Doch Nathalie Rübsteck ist optimistisch, dass er nach wie vor und auch in Zukunft noch Landgasthöfe geben wird. Mit zeitgemäßen Konzepten und Qualität setzten sich gute Gastronomen am Markt durch. Wichtig sei vor allem auch, dass eine nachhaltige Nachfolge gesichert sei.

Wie Landgasthöfe am Markt bestehen können und auch Zukunftsperspektiven haben, zeigen einige ausgewählte Beispiele. Wie beispielsweise Witts Gasthof Zur Post in Oederquart. Ein Betrieb, bei dem der Generationswechsel gut funktioniert hat.

Immer am Ball bleiben, sich „für nichts zu schade sein“, mit der Zeit gehen und immer wieder investieren. Das sind die wesentlichen Prinzipien, mit denen Carola und Uwe Staats in vierter Generation den „Gasthof zur Post“ in Oederquart betreiben. Das Angebot ist vielfältig – reicht vom Hotelzimmer über das Restaurant bis hin zum Saalbetrieb, Sommergarten, Kegelbahn und Catering.

Mehr über den Gasthof und die Lage in der Region lesen Sie im Abobereich auf TAGEBLATT online und am Dienstag in der Printausgabe.

Leserbrief


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