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Wenn Wacken ruft, kommen 75 000 Metaller – einige tausend per Schiff. Foto: Berlin
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Wenn Wacken ruft, kommen 75 000 Metaller – einige tausend per Schiff. Foto: Berlin
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Nette Meute will fetten Rock


Die Freunde der harten Klänge setzten in Wischhafen über die Elbe - Ihr Ziel ist Wacken

Wischhafen. Wacken ruft, und 75 000 meist schwarz gekleidete Langhaarige rufen zurück. "Waaacken!" Dazu strecken sie den Arm aus, spreizen den kleinen Finger und den Zeigefinger ab. Mehrere tausend Heavy-Metal-Fans aus der ganzen Welt zeigen dieses Zeichen der Hardrocker seit Montag auf der Elbfähre zwischen Wischhafen und Glückstadt jedem, der es sehen will. Am gestrigen Donnerstag hat das Wacken Open Air Musikfestival offiziell begonnen. Um den Autobahnstaus zu umgehen, sind viele Metaller per Schiff über die Elbe gefahren.

Seit 18 Jahren kassiert Christian Just auf der Elbfähre die Fahrgäste ab. "Die Metaller sind die besten Kunden", sagt er. Fähreinweiser Walter Raap denkt schon an Montag, wenn die nette Meute nach Hause fährt. Die Musik-Fans sehen dann wüst aus und seien komplett mit Dreck überzogen.
Ein Gruppe von 15 Wacken-Fahrern lässt sich nach Glückstadt übersetzen. Sie kommen aus Nordenham und mussten gut eine Stunde auf eine der vier Fähren warten. Die Autos liegen tief. Dosenfutter und Getränke für vier Tage, Zelt, Isomatten und Campingkocher drücken. "Trotz der 75 000 Menschen geht es in Wacken familiär zu", sagt Melinda Clabes. Wacken habe Kultstatus. Dort treten ihre Lieblingsbands auf. "Das ganze Dorf freut sich auf uns", sagt Kathrin Holzreiter. Das Wetter sei egal. Gegen die Sonne gibt es Hüte, gegen den Regen Regencapes. 2007 musste der Veranstalter die riesige Kuhwiese, auf der sich alles abspielt, mit Stroh auslegen, damit die Metaller nicht im Schlamm versackten.
Geübte Wacken-Fahrer geben Anfängern Tipps. Auf Deck der Wilhelm Krooss ist Zeit für eine Lehrstunde. Schuhe mit Stahlkappen gehören zur Standardausrüstung, weil sich die Metaller zur Musik gern auf die Füße treten. Ohrenstöpsel für die Nacht empfiehlt Julian Strzoda. Toilettenpapier gehört in den Rucksack, feuchte Tücher für wenigstens ein bisschen Hygiene.
Valentin Voßhoff und seine Freunde erzählen auf dem Schiff, wie sie in diesem Jahr an die offiziellen Wacken-T-Shirts kommen, ohne dafür Geld zu zahlen. Sie schlagen ihr Zelt auf einem separatem Platz in der Nähe der Hauptbühne auf und trennen einfach ihren Müll. Dafür bedankt sich dann der Veranstalter mit dem Pulli.
Nach 30 Minuten Fahrtzeit verschwinden die Metaller in ihren Autos. Ein letzter Gruß an den Kapitän. Der grüßt mit einem lauten Warnsignal zurück. Die Passagiere zucken zusammen. Die Fenster sind wegen der Hitze aufgerissen, eine CD steckt im Radio. Die Jungs nicken im Takt der Musik. Noch ist sie leise. (db)

30.07.2009

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