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| Joachim Mieske am Übungsopfer: Der Defibrillator (links) gibt selbstständig die notwendigen Stromstöße. Foto: Schwartau |
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Kampf
dem Herztod
DRK will Hilfsgeräte in der Stadt verteilen
Buxtehude.
Mit einem ehrgeizigen Projekt will das Buxtehuder DRK dem Herzkammerflimmern begegnen. Jährlich sterben am plötzlichen Herztod in Deutschland geschätzte 100 000 Menschen. Mit einer guten Herz-Lungen-Wiederbelebung und einem Defibrillator könnten 75 Prozent überleben. Das DRK will mit Hilfe von Sponsoren flächendeckend in der Stadt solche Geräte aufhängen.
Dass so viele Menschen an dem plötzlichem Kammerflimmern, bei dem das Herz statt zu pumpen nur noch ungeordnet zittert, sterben, muss nicht sein. Zahlreiche Hilfsorganisationen und die Fachleute bei der Bundesärztekammer sprechen sich für die Defibrillation durch Ersthelfer aus. Dabei wird dem Herz über Elektroden ein Stromstoß gegeben. Er unterbricht das Zittern der Herzmuskelfasern, das Herz beginnt wieder regelmäßig zu schlagen. Doch jede Verzögerung hat Folgen: In jeder Minute ohne Erste Hilfe, sterben bei dem Verunglückten lebenswichtige Funktionen ab, sagt Joachim Mieske, stellvertretender Vorsitzender beim Buxtehuder DRK. Seine Organisation will deshalb in Buxtehude ein nahezu flächendeckendes Netz von frei zugänglichen Defibrillatoren aufbauen. In öffentlichen Gebäuden und Geschäften soll je ein Gerät angebracht werden. Insbesondere an Stellen, wo sich viele Menschen aufhalten, sollen die rund 1600 Euro teuren Geräte schnell greifbar sein. Dazu erhalten die in unmittelbarer Nähe tätigen Mitarbeiter der Geschäfte oder Behörden kostenlose Schulungen vom DRK und eine Einweisung durch die Herstellerfirma.
Um das Konzept umzusetzen sucht das DRK nach Unterstützern, die einerseits die Kosten über Sponsoring mittragen und andererseits ihre Geschäfte zur Verfügung stellen. Ein Spendenaufruf wird demnächst erfolgen.
www.drk-buxtehude.de
Im Blickpunkt
In 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein sogenanntes Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Dabei wird eine große Anzahl von Zellen gleichzeitig depolarisiert, was zur Folge hat, dass diese Zellen nicht mehr erregbar sind. Der kreisenden Welle wird quasi der Weg abgeschnitten und das Herz befindet sich in einem Zustand, in dem das natürliche Erregungsleitungssystem die Stimulation des Herzens wieder übernehmen kann. Der erfolgreiche Einsatz steht und fällt mit der richtigen Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Der Defibrillator ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz.
Quelle: www.medizin-forum.de
Stichwort
Moderne Defibrillatoren sind auch für angelernte Laien einfach zu handhaben. Das DRK will den Mitarbeitern in den Geschäften zwar eine kostenlose Kurzschulung geben. Doch im Prinzip wären die Geräte auch ohne Anleitung zu bedienen, das ist derzeit allerdings gesetzlich untersagt. Per Lautsprecher sagt das Gerät dem Bediener, was er zu tun hat. Schritt für Schritt wird der Helfer an die Hand genommen, sogar die Anzahl der Herzmassagen sowie deren Takt wird vorgegeben. Und Fakt ist, jede Minute nach Eintritt des Herzkammerflimmerns ohne Wiederbelebungsmaßnahmen reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent. In Ländern wie den USA sind die Geräte bereits weit verbreitet. In Deutschland gibt es erheblichen Nachholbedarf.
(rsu)
06.08.2009
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