|
 |
| Souverän steuerte Lorenzen den Wagen um die Kurven in der Altstadt. |
 |
Lorenzen fährt blind durch die Buxtehuder Altstadt
Mentalist im Schritttempo aber sicher unterwegs - 750 Meter ohne Schramme
Buxtehude.
Lorenzen hatte angekündigt, 750 Meter durch die Kurven gespickte Buxtehuder Altstadt in einem offenen Cabrio, verdeckt mit einer undurchsichtigen Kapuze zu fahren. Notarin Beate Hoffmann kontrolliert zuvor am eigenen Leib, ob die Maske wirklich keine Sicht ermöglicht. Viele Zuschauer hatten sich eingefunden, um die Spendenfahrt, bei dem Sponsoren nach jedem erfolgreichen Meter Geld für einen städtischen Sozialfonds für bedürftige Kinder in Buxtehude springen ließen, zu beobachten. Gegen 14 Uhr am Sonntag macht sich Lorenzen mit Augenbinde und schwarzem Sack über dem Kopf auf den Weg. Im Schritttempo, begleitet von vier Rot-Kreuz-Helfern an jedem Eck des Autos, abgeschirmt von Polizei und Feuerwehr, geht es vom Stavenort in Richtung Hansestraße. Zahlreiche Zuschauer begleiten ihn während der Fahrt. die Straßen sind gesperrt. Souverän meistert Lorenzen die erste Linkskurve auf die Viverstraße, auf der Hansestraße ordnet er sich sogar korrekt rechts ein, die Kreuzung Harburger Straße passiert er ohne große Probleme, der Bordstein hilft gelegentlich. Dann geht es ins Westfleth. Der Meister schlägt zu scharf ein, er fährt auf der linken Seite. In der Fischerstraße droht er das historische Haus Nummer 3 aufs Korn zu nehmen, schwenkt aber rechtzeitig zurück, eng es wird es dann in der Abtstraße, eine Straßenlaterne scheint ihn magisch anzuziehen, doch er kommt gerade noch daran vorbei und ist am Ziel.
Wie macht Lorenzen das? „Ich bin die Strecke vorher etwa 50 Mal abgefahren, am Vorabend noch einmal fünfmal. Die Straße spricht zu einem, jeder Kantstein oder Huckel“. Man müsse sich nur darauf konzentrieren und die Sinne schärfen. Technische Hilfsmittel gebe es dabei auf jeden Fall nicht.
Bis gestern kamen über 3000 Euro Spenden zusammen. Abgerechnet wird am Ende des Jahrs, bis dahin bleibt das Konto bestehen.
(rsu)
14.12.2009
|