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| Ein Ergebnis vom HASPA-Mittelstandsindex: Mehr als die Hälfte der Mittelständler sieht einen guten Einfluss der Wirtschaftsregion Hamburg auf ihr Unternehmen. |
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Optimismus im Mittelstand
Index der HASPA: Nach Umsatzverlusten im Vorjahr wird mit einem deutlichen Plus gerechnet
Landkreis..
Professor Thomas Straubhaar gibt ohne Umschweife zu, dass auch er sich geirrt hat. Noch vor einem Jahr hat der Direktor des Hamburger WeltWirtschaftsInstitutes schwerwiegende Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf dem Arbeitsmarkt prophezeit. Jetzt stellt er in einem TAGEBLATT-Interview fest: „Ein schöner Irrtum“. Straubhaar ist sich mit gleich zwei Instituten der Wirtschaft einig: Der Mittelstand geht optimistisch ins Jahr 2010.
Der Mittelstandsbarometer des Ifo-Institutes und der Haspa-Mittelstandsindex bestätigen gleichermaßen das Ende der Krise. Das Mittelstandsbarometer des Ifo-Institutes weist schon im Dezember erstmals wieder einen positiven Wert aus und nach dem Mittelstandsindex der Hamburger Sparkasse (Haspa) hat sich der Mittelstand in der Metropolregion gar ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Nach einem Umsatzrückgang von 2,4 Prozent im vergangenen Jahr soll der Umsatz 2010 um 5,4 Prozent steigen. Zum Vergleich: Die Bundesregierung erwartet 2010 in Deutschland ein Wachstum von 1,2 Prozent. Haspa-Finanzvorstand Frank Brockmann: „An die 5,4 Prozent glaube ich nicht ganz, aber die Richtung ist wichtig und die ist von einem tiefen Optimismus geprägt.“
Professor Thomas Straubhaar warnte allerdings vor überzogenen Erwartungen: „Nach dem tiefen Fall wird der Wiederaufstieg langsam und zäh.“ Sein Vergleich: Wer mit dem Fahrstuhl in den Keller fahre, habe es schwer, beim Wiederaufstieg zu Fuß.
Nachdem der Hafenstandort Hamburg als eine Drehscheibe des Welthandels den Abschwung importiert habe, werde er nun auch vom Aufschwung der Weltmarkte stärker profitieren. Der Professor: „Hamburg wird den Aufschwung importieren.“
Straubhaar prophezeit insbesondere der Hafenwirtschaft wieder gute Aussichten und erwartet ein Umsatzplus von zehn Prozent. „Die Richtung und die Dynamik stimmt, wenngleich wir ein Minus von zwanzig Prozent aus dem Vorjahr aufzuholen haben.“ Gleichwohl müsse die Politik die Chancen nutzen – die Hinterlandanbindung und die Elbvertiefung seien gleichermaßen wichtige Maßnahmen.
Dagegen seien die in Hamburg angesiedelten Medien „noch nicht über den Berg“, sagte Straubhaar. Sie stünden vor strukturellen Veränderungen, ausgelöst durch neue Technologien und sinkende Anzeigenerlöse. Dennoch: „Die Diversität in der Metropolregion Hamburg wirkt stabilisierend auf die Konjunktur.“
Erfreulich sei die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Die Zahl der Beschäftigten im Mittelstand ist nach der Statistik im Krisenjahr 2008 leicht gestiegen. Die Arbeitslosenzahl habe sich zwar leicht erhöht, aber nicht in den Dimensionen, die angesichts des Abschwungs prophezeit wurden. Straubhaar: „Ein schöner Irrtum.“
Nach den Daten des Ifo-Institutes haben die Mittelständler im Dezember die Lage erstmals seit Juli 2008 wieder positiv eingeschätzt. Noch vor einem Jahr hatten sich fast alle Indikatoren des Mittelstandsbarometers in Folge der Finanzkrise im freien Fall befunden. (wst) (wst)
Dr. Thomas Straubhaar
Der Schweizer Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre Dr. Thomas Straubhaar ist seit 2005 Direktor des Hamburger WeltWirtschaftsInstituts (WWI) und gehört zu den profiliertesten Wirtschaftswissenschaftlern der Republik.
 Drei Fragen an... PROFESSOR THOMAS STRAUBHAAR
Ein langsamer und zäher Aufstieg
Herr Professor, Sie sehen den Aufschwung, warten aber vor übertriebenen Erwatungen. Wie lange wird es dauern, bis die Normalität wieder erreicht ist?
Das wird noch bis 2011 und 2012 dauern, bis die Wirtschaft wieder auf dem Niveau von 2008 ist. Nach dem tiefen Fall ist das ein langsamer und zäher Aufstieg.
Sie prognostizieren der Hafenwirtschaft ein Wachstum von zehn Prozent, klangen dabei aber noch nicht zufriedenstellend?
Sie müssen sehen, wo wir vor der Krise waren, in der die Hafenwirtschaft zwanzig Prozent Umsatzeinbußen hatte. Das wird schon eine Weile dauern, bis wir den alten Stand wieder haben. Wichtig ist aber, dass die Richtung stimmt. Wir werden in diesem Jahr einen Großteil des Rückstandes aufholen, den Rückfall aber nicht in einem Jahr begleichen können.
Sehr positiv sind die Zahlen vom Arbeitsmarkt. Es gibt sogar mehr Beschäftigung und nur einen moderaten Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Warum?
In der Metropolregion gibt es ganz spezielle Gründe, warum die Arbeitslosigkeit nur ganz moderat gestiegen und die Beschäftigung mehr oder weniger stabil geblieben ist. Das liegt an der Struktur der Wirtschaft, an den industrienahen Dienstleistungen. Dazu hat die Bundesregierung viel gemacht, es gibt die Kurzarbeit und die Firmen haben sich mit ihren Belegschaften zusammengerauft, es gab nicht gleich Entlassungen, weil man weiß, dass gute Fachkräfte im Aufschwung ganz besonders gebraucht werden.
Auch Sie gehören zu den Wissenschaftlern, die sich geirrt haben, die eine viel schlimmere Krise für den Arbeitsmarkt vorhergesagt hatten.
Gottlob ist es besser geworden, als wir prognostiziert haben. Das ist die erfreuliche Botschaft.
07.01.2010
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