 |
 |
| Erstmals seit den 1940er Jahren siedeln sich in Wohlerst wieder Störche an. Aber leider viel zu spät im Jahr - die Chance, dass sie jetzt noch Junge aufziehen werden, sind gleich null. Kordländer |
 |
 |
 |
| In Burweg trägt ein Storchenpaar zurzeit Baumaterial für ein Nest auf einem Kalksilo zusammen und demonstriert dabei große Baukunst . |
 |
Hier schlägt die Natur Kapriolen
Ungewöhnlicherweise bauen zurzeit Storchenpaare in Burweg und in Wohlerst Nester auf einem Silo und einem Mast mit Nisthilfe
LANDKREIS.
Zwei Storchenpaare scheinen sich im Landkreis Stade gänzlich mit der Zeit vertan haben. Die Vögel in Burweg und Wohlerst sind zurzeit mit großem Eifer damit beschäftigt, Zweige und trockenes Gras heranzufliegen, um sich neue Horste zu bauen.
In Burweg wollen sich die Störchen an der Straße "An der Siethwende" auf einem Kalksilo neben einem Hausneubau ansiedeln. In Wohlerst haben die großen weiß-schwarzen Vögel auf dem Gelände des Dorfgemeinschaftshauses eine auf einem Mast befindliche Korbhilfe angenommen.
Dort paaren sich die Störche zu dieser ungewöhnlichen Zeit sogar. Eigentlich bauen Störche im Frühjahr ihre Nester und halten auch dann Hochzeit. Doch bei zwei Paaren schlägt die Natur jetzt Kapriolen. Es ist klar, dass die Zugvögel in Burweg und Wohlerst keine Familien mehr aufziehen können. Dann dafür ist die Zeit bis zum Winter viel zu kurz.
Die anderen Störche im Landkreis Stade, die sogenannten Horstpaare, und ihre aufgezogenen Jungen, bereiten sich jetzt bereits zum Abflug in den Süden vor. Daran allerdings scheinen die jüngsten Häuslebauer noch nicht zu denken. Es bleibt abzuwarten, wann diese sich wieder in den tierischen Zyklus einreihen.
In Burweg haben sich die Störche ein schwieriges Fundament für ihren Horstbau ausgewählt. Sie legen Stock für Stock auf einem Kalksilo ab. Eine große Anzahl von Zweigen haben sie inzwischen herangeflogen. Dabei erwiesen sich die Vögel als wahre Baumeister. Wie sie die Äste auf dem Stahluntergrund befestigen konnten, ist schon erstaunlich.
Die Tiere scheinen sehr scheu zu sein. Wenn sich ihnen jemand zu Fuß nähert, schauen sie zunächst kritisch, um dann ganz schnell abzufliegen. An den vielen vorbeifahrenden Autos scheinen sie sich nicht zu stören. Beim Hausbau unter ihrem imposanten Bauwerk scheint ohnehin gerade Sommerpause zu sein.
Das Storchenpaar agiert nur einige 100 Meter entfernt von dem traditionellem Nest auf einem Grundstück an der Blauen Straße. Hier sind die Jungen inzwischen ausgeflogen und besuchen ihr Domizil nur noch in den Abendstunden.
Die Nisthilfe in Wohlerst ist erst im vergangenen Jahr beim Dorfgemeinschaftshaus mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft aufgestellt worden. Denn dort hatte sich zuvor einige Male ein Storch auf der Sirene niedergelassen. Der Mast mit der Nisthilfe hatte bis zum Umzug in die Dorfmitte in den Auewiesen gestanden. Doch dort wollten die Vögel von dem Angebot offenbar nichts wissen. Erst jetzt in der Nähe des Dorfes und der Menschen begann ein Paar mit dem Ausbau des Horstes. Aber leider viel zu spät. Bürger aus Wohlerst sind zuversichtlich, dass die jetzigen Ansiedlungsversuche im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Wie Dorfchronist und TAGEBLATT-Mitarbeiter Gerhard Junge, der nahe der Neuansiedlung entfernt wohnt, berichtete, gab es seit den 1940er Jahren in dem Dorf keine Störche mehr. (kor)
29.07.2010
|