Gemeinsam gegen den Rassismus
JOKER: Ein Kommentar von Jan-Hendrik Mautsch
Vor kurzem überquerte ich zusammen mit einem Kumpel eine Kreuzung. Durch die rote Ampel gestoppt, hielt dort ein Auto mit Mitbürgern russischer Herkunft. Aus dem Inneren des Wagens drang laut der Track „Deutschland du bist krank“ von dem Berliner Rapper Kobra. Einer der Insassen zeigte uns den Mittelfinger und sagte: „Scheiß Deutsche!“
Offenbar verstand er nicht ganz die Thematik des Tracks, denn dieser ist gewiss kein rassistischer Track, der sich gegen Deutsche richtet, sondern berichtet von den kranken Verhältnissen in Deutschland.
Wie weit ist es gekommen, wenn ich mir als Deutscher von ausländischen Mitbürgern anhören muss, das ich „Scheiße“ bin? Ist das nicht auch rassistisches Denken und Handeln? Wenn sich ein Deutscher gegen einen Ausländer wendet, wird er als Nazi bezeichnet, wenn jedoch ein Ausländer ohne Grund einen Deutschen für seine „Deutschheit“ beschimpft, regt sich keiner auf. Rassismus ist niemals zu befürworten, jedoch schenkt die Öffentlichkeit nur den deutschen Nazis Beachtung, ausländische Rassisten werden nicht erwähnt.
Wir Deutsche haben eine schlimme Vergangenheit – keine Frage. Allerdings distanziert sich der Großteil unser Bevölkerung von dieser Zeit. Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern, es liegt jedoch an uns, dass so etwas nicht wieder passiert.
Wir sollten unsere Augen auf die Gegenwart richten, jeder kann etwas ändern, denn „Du bist Deutschland“. Ändern wir es alle zusammen: Deutsche und Immigranten Hand in Hand für ein vereintes Deutschland!
Jan-Hendrik Mautsch
03.06.2006
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