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| Über Sommer sorgen Blattwanzen an Engelstrompeten für beulig verbogene und teilweise zerrissene bis durchlöcherte Blätter. Foto: Busch |
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Blattwanzen: Giftiger Speichel
Engelstrompeten werden verunziert – Im Extremfall helfen Spritzungen gegen saugende Insekten
Helmuth und Ingrid Viets schreiben: „Wir haben seit vielen Jahren einige Engelstrompeten in verschiedenen Farben, die wir im Sommer in Töpfen im Garten und auf der Terrasse stehen haben. Leider haben wir einen Schädling, der sich von Jahr zu Jahr offensichtlich immer mehr ausbreitet. Die Blätter werden von diesem Schädling mittlerweile so stark angefressen und beschädigt, dass insbesondere von den jungen Blättern kaum noch etwas übrig bleibt, sondern diese mit Löchern übersät sind. Es ist nicht möglich den Schädling zu erkennen. Weder tags- noch nachtsüber ist es uns jemals gelungen, etwas festzustellen. Wer frisst an unseren Engelstrompeten? Haben Sie einen Tipp? Wir benötigen ein wirksames Gegenmittel.
JOURNAL-Pflanzenexperte Peter Busch antwortet:
Im Sommer sind an Engelstrompeten oft beulig verbogene und teilweise zerrissene bis durchlöcherte Blätter zu beobachten. Schuld daran sind grüne Blattwanzen von flacher Gestalt. Diese Tiere sitzen meist in großer Anzahl an den Pflanzen und sind bei sonnigem Wetter sehr beweglich; schon bei kleinsten Berührungen laufen oder fliegen sie fort.
Lediglich am frühen Morgen sitzen sie kältestarr an den Pflanzen. Diese Tiere schaden durch ihre Saugtätigkeit; ihr giftiger Speichel sorgt zudem für die Verkrüppelung der Blätter.
Während kühler Tage oder am frühen Morgen kann man die Tiere auf darunter gelegte Pappe abschütteln und entfernen. Bei einem starken Befall mit saugenden Insekten helfen auch Spritzungen gegen saugende Insekten weiter.
Als Fertigprodukte empfehlen sich nützlingsschonende Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl. Wichtig für einen Erfolg ist die gründliche und nach einer Woche wiederholte Anwendung. Saugende Insekten sind auch dafür bekannt, dass sie Viren, Pilze und Bakterien auf die Pflanzen übertragen. Deshalb sollten auch Spinnmilben, Blattläuse und Weiße Fliegen auf Engelstrompeten nicht geduldet werden, da diese leicht von Viruserkrankungen befallen werden.
Um reichlich blühende Engelstrompeten zu erhalten, ist die richtige Sommerpflege wichtig. Es ist immer für genügend Feuchtigkeit zu sorgen, und an warmen Sommertagen ist sogar ein zweimaliges Gießen täglich notwendig. Von den Nährstoffansprüchen her gesehen sind Engelstrompeten wahre Fresser unter den Starkzehrern; eine gelegentliche Düngung reicht nicht aus. Während der Wachstumsphase ist eine wöchentliche Gabe von Volldünger, der dem Gießwasser beigemengt wird, notwendig.
Dabei ist zu bedenken, dass zu stickstoffreiche Dünger zu triebigem Wachstum mit großen Blättern führt, während phosphatreiche Dünger, zum Beispiel mit Guanoanteil, die Blütenbildung fördert. Engelstrompeten bilden erst Blüten, wenn sich die Pflanze verzweigt. Dann entwickeln sich auch andere Blätter, die eine größere und eine kleinere Blatthälfte ausbilden, was sich am Blattstiel zeigt. Es ist verständlich, dass junge Engelstrompeten erst einmal wachsen, ehe sie sich verzweigen und in das blühfähige Alter kommen.
An lauen Sommerabenden ist es dann ein ganz besonderes Erlebnis, wenn sich abends einige der trompetenförmigen großen Blüten öffnen und intensiv nach Moschus duften. Dieser auffallende Geruch soll langrüsselige Nachtfalter, besonders den Schwärmer, zur Bestäubung anlocken.
Ab Ende August wird die Düngung eingestellt und später die Wasserzufuhr verringert, damit die Triebe ausreifen.
Rechtzeitig vor den ersten Frösten schneidet man die Pflanzen zurück, und sie bekommen einen Platz im Haus in hellen und kühlen Räumen. Da Engelstrompeten bereits bei Temperaturen von etwas unter null Grad abfrieren, ist ein Überwintern im Freien, sei es noch so geschützt, in unseren Breiten nicht vorstellbar. Fehlen passende Räumlichkeiten im Haus, hilft auch ein kühler, dunkler Keller weiter. Hier kommt es zwar zu einem totalen Laubfall, da Engelstrompeten aber wieder aus dem Stock austreiben können, ist dies nicht weiter tragisch.
Haben Sie Probleme im Garten, ist eine Pflanze von einer Krankheit befallen? Schreiben, mailen oder faxen Sie uns! Pflanzenexperte Peter Busch beantwortet im MITTWOCHSJOURNAL gerne Ihre Fragen. Unsere Anschrift: MITTWOCHSJOURNAL, Stichwort: Pflanzentipp, Glückstädter Straße 10, 21682 Stade, Fax 0 41 41 / 93 62 88, Mail: journal@tageblatt.de.
13.09.2006
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