TApensen: Ratsfrau contra Newcomerin – wofür die Kandidatinnen brennen
Wilkommen in Apensen, signalisiert Dr. Karin Siedler-Thul hier vor dem Apenser Rathaus. Foto: Laudien
Lebenserfahrung oder frischer Wind: Dr. Karin Siedler-Thul (CDU) und Vanessa Knuth (SPD) treten zur Wahl in Apensen an. Die Finanzlage hat bei beiden Priorität.
Apensen. 43 Kandidaten aus sechs Parteien stehen für Apensens Samtgemeinderat am 13. September zur Wahl. Die beiden Spitzenkandidatinnen von SPD und CDU könnten nicht unterschiedlicher sein: Für die CDU tritt die langjährige Ratsfrau Dr. Karin Siedler-Thul (75), Oberstudienrätin im Ruhestand, an. Für die SPD geht die 20-jährige Schülerin Vanessa Knuth ins Rennen. Wie die beiden zur Politik kamen und welche Themen sie sich auf ihre Fahne geschrieben haben.
Karin Siedler-Thul (CDU): Von Schule bis Senioren
Seit 2011 engagiert sich Dr. Karin Siedler-Thul ehrenamtlich als Politikerin in Apensen. „Zwei Ären habe ich miterlebt, die von Samtgemeindedirektor Peter Sommer und die von Petra Beckmann-Frelock.“ Auch beruflich verfügt die 75-Jährige über reichlich Erfahrung: Promovierte Ökotrophologin, Unternehmensberaterin von Gastronomen sowie Inhaberin mehrerer Gastronomiebetriebe in Gießen. Als die Hotelfachschule Hamburg bei ihr anfragte, übernahm sie mit 50 verantwortungsvolle Aufgaben im Schul-Management und die Ausbildung von Hotelbetriebswirten.
Dadurch verschlug es sie und ihren Ehemann von Gießen nach Apensen. Hier lernten sie Bürgermeister Kurt Matthies (SPD) und die Politik vor Ort kennen. „Nicht meckern, sondern machen - das war damals der erste Baustein meiner politischen Aktivitäten in Apensen.“
Welche Projekte liegen ihr am Herzen?
Nach der ersten Wahl in den Samtgemeinderat übernahm Siedler-Thul den Vorsitz im Schulausschuss. Als dreifache Mutter und Großmutter liegen ihr die Themen Kita und Schule sehr nahe. Aber auch für Senioren will sie sich weiterhin einsetzen, nachdem sie den Seniorenbeirat in Apensen mit angeschoben habe.
Was ist für ihre politische Arbeit wichtig?
Nicht streiten, sondern in der Diskussion zu einem Konsens kommen, darauf lege sie Wert. In der letzten Legislaturperiode habe die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik nicht gut geklappt.

In der Vergangenheit hat die Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik in Apensen häufig nicht gut geklappt. Foto: Susanne Laudien
Dadurch seien viele Themen liegen geblieben. Die Liste ist lang: Haushaltsabschlüsse, Bürgerpark, Neukloster Straße, Feuerwehrgerätehaus, Ausbau der Ganztagsschule in Wiegersen. „Ich bin froh über den Neustart nach der Wahl und hoffe auf ein besseres Fahrwasser.“
T Das sagen SPD und CDU in Apensen zum Rückzug von Beckmann-Frelock
Die Kommunalpolitik sei anders als die Bundespolitik. „Wir haben in Apensen eigene Themen“, betont Dr. Siedler-Thul. Jeweils am Samstag, 29. August und 5. September, präsentiert sich die CDU an Wahlständen in Apensen vor Rewe und Bäcker Dietz.
Vanessa Knuth (SPD): Nah dran an der Jugend
Die 20-jährige Vanessa Knuth ist vor fünf Jahren in die SPD eingetreten, wurde Co-Vorsitzende der Jusos Stade, Beisitzerin im Ortsvereinsvorstand Buxtehude und Beisitzerin im Vorstand der SPD Apensen.

Vanessa Knuth ist in Apensen aufgewachsen und aufgrund ihres Alters nah an den Themen der Jugend dran. Foto: Laudien
„Als SPD-Newcomerin wurde ich von Siegfried Schwarzer unter die Fittiche genommen.“ Jetzt möchte sie für frischen Wind in Apensens Räten sorgen. Was Ratsarbeit bedeute, wisse sie von ihrem Vater. Andy Knuth war für die UWA im Gemeinderat und zog sich 2022 aus der Politik zurück. Er habe auch den Impuls zu ihrem politischen Engagement gegeben.

43 Kandidaten aus sechs Parteien stehen für Apensens Samtgemeinderat am 13. September zur Wahl. Foto: Laudien
Zurzeit holt die Schülerin ihr Abitur am Gymnasium Süd in Buxtehude nach. 2022 war sie nach der 10. Klasse für ein Jahr in die USA gegangen - und danach zur Bundeswehr. „Nach dem Abitur möchte ich die Offizierslaufbahn einschlagen“, sagt sie. Derzeit sei sie Reservistin und werde im Herbst an ihrer ersten Reservisten-Übung teilnehmen.
Wie will sie in Apensen durchstarten?
„Ich weiß, dass ich auf Gemeinde- und Samtgemeindeebene noch einiges lernen muss“, sagt die 20-Jährige. Sie kenne ihren SPD-Kreis, aber nicht alle Politiker aus Apensen. „Ich denke aber, dass ich dennoch gut reinkommen werde.“
Welche Projekte haben für sie Priorität?
„Wir müssen unbedingt die finanzielle Situation in Apensen in den Griff bekommen, da wir sonst keinen großen Handlungsspielraum für unsere politische Arbeit haben.“
Zudem möchte sie sich für die Jugend einsetzen. Dazu gehöre unbedingt eine Verstärkung des Jugendpflegers durch eine Jugendpflegerin.
„Gerade für Mädchen ist eine weibliche Ansprechpartnerin wichtig.“ Zudem fehle ein Platz für Jugendliche, an dem sie sich ungestört treffen können und niemanden stören. Aber auch ein Dorfgemeinschaftshaus stehe auf ihrer Liste, das für das Zusammenleben für alle Generationen im Ort wichtig sei.

Für Apensens Samtgemeinderat stehen 43 Kandidaten aus sechs Parteien am 13. September zur Wahl. Foto: Laudien
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