TEx-Blütenkönigin will mit eigenwilliger Torte Jury in Jork überzeugen
Hobbybäckerin Ella Weilert testet, ob der Boden schon fest ist. Foto: Felsch
Ex-Blütenkönigin Ella Weilert nimmt am Kuchenwettbewerb der Borsteler Sommerklänge mit einer eigenen Kreation teil und ließ sich bei den Vorbereitungen über die Schulter schauen.
Jork. „Ich habe mir zuvor Gedanken gemacht, was nicht so gängig ist, aber zum Alten Land passt“, erzählt die ehemalige Blütenkönigin Ella Weilert. Sie sortiert gerade die Zutaten in der Küche ihres Freundes Magnus Rieper. Der wohnt praktischerweise gegenüber der Borsteler Kirche. Dort findet der Tortenwettbewerb statt. „Ich mach‘ das hier, dann habe ich es am Sonntag nicht so weit“, sagt sie und legt los. Rechtzeitig am Freitagnachmittag.
Lieblingssendung: „Das große Backen“
Unter Zeitdruck arbeite sie nämlich nicht gern, gibt die leidenschaftliche Bäckerin zu. Sie entdeckte ihr Hobby, als sie für Familie und Freunde immer mal wieder eine Torte zauberte. Sehr zum Gefallen der Gäste, die ihr rieten, sich für eine ihrer Lieblingssendungen „Das große Backen“ anzumelden.
Das sei ihr aber zu stressig, gibt Ella Weilert zu. So gerne sie auch backe, aber bitte nicht direkt im Fernsehen. Zuschauen ja, mitmachen nein.
Doch als in diesem Jahr die Borsteler Sommerklänge aufriefen, eine Torte für einen Wettbewerb einzureichen, hat sie sofort zugesagt. Bettina Schliephake-Burchardt aus der Sendung „Das große Backen“ ist dort prominente Jurorin. Ella Weilert geht das entspannt an: „Wenn was schiefgeht, dann ist das eben so“, sagt sie gelassen.
Hilfe von der Kitchen Aid
Entspannt ist die 19-Jährige auch am Freitagnachmittag in der Küche von Familie Rieper. Unter den Blicken von Dutzenden von Engeln („meine zukünftige Schwiegermutter sammelt diese Figuren“) misst sie sorgfältig die Zutaten ab, bevor die Kitchen Aid sich „rührend“ um die richtige Mischung kümmert.
Zwischendurch gibt Ella Auskunft über ihre Motivation, plaudert über Missgeschicke (die Probetorte landete auf dem Küchenboden, weil Ella stolperte) und verriet, woher sie sich ihre Anregungen holt.
Weniger bei der Sendung „Das große Backen“, mehr bei Influencern im Internet. „Tatsächlich schaue ich im Netz nach Tipps und Tricks, früher habe ich mal eine Netflix-Serie gesehen, das war aber schon echtes Profi-Niveau, denn die haben zum Thema Jahrmarkt oder Musikinstrumente Torten hergestellt.“ Sowas traue sie sich nicht zu.
Ihre Kreationen kommen gut an
Immerhin wurden ihre Kreationen bisher von allen, die sie sahen und anschließend probierten, sehr gelobt. Ella ist zuversichtlich, dass ihr eigenwilliges Gebäck gut ankommt. Gewinnen steht dabei nicht im Vordergrund. „Wenn jemand anderes besser ist, was soll‘s, das ist völlig okay“, sagt sie bescheiden.
Aufgeregt oder gar nervös ist sie nicht. Sie freut sich sogar auf das Urteil von Bettina Schliephake-Burchardt. „Ich bin gespannt, was sie dazu sagt, denn eins ist ziemlich sicher: Das, was ich hier kombiniere, gibt es bisher nicht.“
Freunde, darunter Gastronomen, waren erst kritisch, ließen sich aber nach dem Kosten vom Gegenteil überzeugen, dass sie mit ihrer Idee richtig lag. „Nach Rezept kann ich nicht backen, ich erfinde lieber was Eigenes“, sagt sie.
Beinahe eine wichtige Zutat vergessen
Was diese geheimnisvolle Zutat ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur soviel: Neben Mehl, Backpulver, Eiern, Butter und Zucker für den Boden fügt sie eine Zutat hinzu, die eigentlich nicht in einen Kuchen gehört, aber durchaus gesund ist, weil sie zur Zellerneuerung beiträgt, wie Wikipedia weiß.

Kraft ist beim Schneiden der Schokolade gefragt. Foto: Felsch
Apropos Mehl. Das hätte Ella beinahe vergessen. Bevor der Teig für die Böden - es sollen zwei oder drei werden - in den vorgeheizten Ofen wandert, fällt es ihr auf. Noch ist es nicht zu spät, den Fehler zu beheben. Ella nimmt‘s mit Humor. Die junge Frau lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.
Ella freut sich auf das Urteil der Jurorin
„Das muss jetzt 30 Minuten backen“, erklärt Ella, während sie die Arbeitsfläche und Geräte reinigt. Jetzt ist die Creme dran. Süß, farbig und ein paar Kalorien sind auch drin. Als alles zusammengerührt ist, stellt sie die Füllung in den Kühlschrank. Sobald der Boden fertig ist, muss der abkühlen, bevor er geschnitten wird. Am Sonnabendabend, nach der Arbeit, wird Ella dann noch eine Saisonfrucht dazugeben und am Sonntag gibt es dann kurz vor dem großen Moment den letzten Feinschliff.
- Das Benefiz-Kulturfestival „Borsteler Sommerklänge“ sucht am 26. Juli die beste Torte aus dem Alten Land. Die beste Torte gewinnt nicht nur die Ehre, sondern auch einen Preis. Anschließend werden alle Kuchen für den guten Zweck verkauft. Start des Wettbewerbs ist am Sonntag, 26. Juli, nach dem Gottesdienst gegen 12.30 Uhr in der St.-Nikolai-Kirche zu Borstel.
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