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TLieber bunt statt braun: Horneburg setzt ein Zeichen für Vielfalt

Lieber bunter Kuchen statt braune Bratwurst war das Motto am Samstagnachmittag in Horneburg.

Lieber bunter Kuchen statt braune Bratwurst war das Motto am Samstagnachmittag in Horneburg. Foto: Stehr

300 Menschen setzten am Samstag in Horneburg ein buntes Zeichen für Vielfalt und gegen die AfD. Die emotionalste Rede hielt eine 18-Jährige mit Migrationshintergrund.

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Von Lena Stehr
15.08.2026, 22:18 Uhr

Horneburg. Samstagnachmittag in Horneburg. Gegenüber vom Mehrgenerationenhaus hat die AfD ihre blauen Zelte aufgeschlagen, Deutschlandflaggen gehisst und sucht das Gespräch. Einige Menschen, hauptsächlich Männer in dunklen Outfits, unterhalten sich. Im dunklen Anzug mit Krawatte fällt AfD-Landratskandidat Werner Jacobs auf. Ein paar Meter weiter ist es deutlich bunter - und lauter.

„Wir entscheiden, ob Zusammenhalt nur ein Wort ist“

Hier haben sich etwa 300 Menschen zu einer Kundgebung für Demokratie, Miteinander und Vielfalt versammelt. Aufgerufen hatten dazu der Bunte Block Buxtehude, die Omas gegen Rechts, die Eltern gegen Rechts, die SPD Horneburg, der Horneburger Ortsverband der Grünen, die Partei Die Linke und das Harburger Bündnis gegen Rechts.

Mehrere hundert Menschen folgten dem Aufruf vom Bunten Block Buxtehude, den Omas gegen Rechts, den Eltern gegen Rechts, der SPD, den Grünen, der Linke und dem Harburger Bündnis gegen Rechts.

Mehrere hundert Menschen folgten dem Aufruf vom Bunten Block Buxtehude, den Omas gegen Rechts, den Eltern gegen Rechts, der SPD, den Grünen, der Linke und dem Harburger Bündnis gegen Rechts. Foto: Stehr

Skeptisch beäugt von etwa 50 Menschen am AfD-Stand, lauschen bunt gekleidete Menschen den Reden, klatschen immer wieder laut Beifall, halten selbst gemalte Plakate hoch und stimmen Sprechgesänge an. „Schmeißt Nazis raus“, „AfD gesichert rechtsextrem“, „Ich liebe meine Freiheit“, „Rote Karte für die AfD“ oder „Alle zusammen gegen den Faschismus“, ist zu lesen und zu hören.

„Unterschiedliche Meinungen zu haben, ist nicht schlimm. Gefährlich wird es, wenn wir aufhören, miteinander zu reden“, sagte Dorte Stürmer-Brauer (rechts) von den Buxtehuder Omas gegen Rechts.

„Unterschiedliche Meinungen zu haben, ist nicht schlimm. Gefährlich wird es, wenn wir aufhören, miteinander zu reden“, sagte Dorte Stürmer-Brauer (rechts) von den Buxtehuder Omas gegen Rechts. Foto: Stehr

Die eigentliche Gefahr für die Demokratie sei nicht, unterschiedlicher Meinung zu sein, sondern aufzuhören, neugierig zu sein und miteinander zu reden, sagt Dorte Stürmer-Brauer von den Buxtehuder Omas gegen Rechts. Sie ruft außerdem dazu auf, wählen zu gehen. „Wir entscheiden nicht nur über Sitze im Gemeinderat. Wir entscheiden, wie wir miteinander leben wollen und ob Zusammenhalt mehr als nur ein schönes Wort ist.“

„Seid mutig, wir sind so viele mehr“, sagte Katrin Hauschildt vom Bunten Block Buxtehude.

„Seid mutig, wir sind so viele mehr“, sagte Katrin Hauschildt vom Bunten Block Buxtehude. Foto: Stehr

Ähnlich sieht das auch Katrin Hauschildt vom Bunten Block Buxtehude. Sie appelliert an alle, Vertreter der demokratischen Parteien zu wählen. „Die mit ihren blau-braunen Würstchen gehören bestimmt nicht dazu, die wollen nur hetzen und spalten“, sagt sie. Das AfD-Wahlprogramm diene nur einer kleinen Oberschicht.

Als eine „perfide Köderveranstaltung“ bezeichnet eine Sprecherin des Harburger Bündnisses gegen Rechts die AfD-Aktion mit Freibier und Bratwurst. Für rechte Hetze sei in Horneburg kein Platz. Es sei gut, dass die Parteienlandschaft Geschlossenheit zeige, auch wenn nicht alle demokratischen Parteien vertreten seien.

Mitglieder des Horneburger Vereins Methusalem zeigten am Samstagnachmittag Flagge und riefen dazu auf, „die richtigen Leute“ zu wählen.

Mitglieder des Horneburger Vereins Methusalem zeigten am Samstagnachmittag Flagge und riefen dazu auf, „die richtigen Leute“ zu wählen. Foto: Stehr

Menschenfeindlichkeit werde nicht harmloser, nur weil daneben ein Grill stehe, betont die SPD-Landtagsabgeordnete Corinna Lange. Es sei wichtig, „die Stimme zu erheben und nicht denen unsere Dörfer zu überlassen, die die Gesellschaft spalten wollen“.

„Ich habe Angst um meine Zukunft und meine Familie“

Die emotionalste Rede hält eine 18-Jährige. „Ja, ich habe Angst um meine Zukunft und um meine Familien und davor, dass menschenverachtende Parteien unser Land regieren“, sagt sie und kämpft mit den Tränen. Ihr Vater sei kein Deutscher, und jetzt fürchte sie, plötzlich nicht mehr dazuzugehören, obwohl „Deutschland unsere Heimat ist“.

Klare Aussage: Viele Menschen kamen am Samstag zur Kundgebung für Demokratie, ein Miteinander und Vielfalt.

Klare Aussage: Viele Menschen kamen am Samstag zur Kundgebung für Demokratie, ein Miteinander und Vielfalt. Foto: Stehr

Hoffnung gebe es ihr, in die Gesichter der vielen Menschen zu sehen, die heute zur Kundgebung gekommen sind. „Die Angst darf uns nicht lähmen. Wir bleiben laut und lassen uns nicht einschüchtern“, sagt die Zwölftklässlerin. „Wenn wir schweigen, geht die Demokratie Schritt für Schritt verloren.“

Viele Teilnehmer kamen mit selbst gemalten Plakaten nach Horneburg.

Viele Teilnehmer kamen mit selbst gemalten Plakaten nach Horneburg. Foto: Stehr

Nach etwa einer Stunde sind die Reden verklungen. Viele Menschen bleiben trotzdem und essen bunten Kuchen, den der Bunte Block mitgebracht hat. Seifenblasen fliegen durch die Luft, Kinder lassen sich schminken.

Und eine Mutter sagt: „Wir gehören zu keinem Verein, zu keiner Partei und zu keiner Initiative, aber wir wollen uns jetzt auch mehr für die Demokratie engagieren. Deswegen sind wir heute hier.“

Während etwa 300 Menschen bei der Kundgebung für Demokratie laut waren, stand die AfD nur ein paar Meter weiter.

Während etwa 300 Menschen bei der Kundgebung für Demokratie laut waren, stand die AfD nur ein paar Meter weiter. Foto: Stehr

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