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Auswandern

TNach Mallorca und zurück: Fernweh und ein Neuanfang in Apensen

Recycelt aus alten Obstkisten: Heike Theobald zeigt ihre Fotorahmen mit eigenen Aufnahmen und Kunstwerken.

Recycelt aus alten Obstkisten: Heike Theobald zeigt ihre Fotorahmen mit eigenen Aufnahmen und Kunstwerken. Foto: Laudien

Sonne, Meer und ein Leben auf einer Finca: Viele träumen vom Auswandern. Heike Theobald zog nach zehn Jahren zurück nach Deutschland. Das ist ihre Geschichte.

Von Susanne Laudien 20.10.2026, 09:55 Uhr

Apensen. In ihrem Haus in Apensen erinnern noch viele Dinge an ihr Leben auf Mallorca. Da sind die kleinen bunten Tabletts, mit denen Heike Theobald jetzt den Kaffee serviert. In ihrem Fotoatelier hängen Aufnahmen von ihrer Tochter als kleines Mädchen sowie ein großes Plakat von ihrer früheren Taschenkollektion. Auch Fotos von der idyllischen Finca erinnern an die zehn Jahre, in denen die Fotografin mit ihrer Familie auf der spanischen Insel lebte.

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„Ich war schon immer eine Reisetante und hatte Fernweh“, erzählt Heike Theobald. Geboren in Worms (Rheinland-Pfalz) absolvierte sie in Stuttgart ihre Ausbildung zur Fotografin und arbeitete anfangs als Assistentin bei verschiedenen Fotografen. Von einem Freund erfuhr sie, dass für den Robinson Club auf Mallorca eine Fotografin gesucht wurde.

Fotografin im Robinson Club in Cala d‘Or

1999 brach sie in Deutschland ihre Zelte ab und zog als junge Frau nach Cala d’Or, ein Ferienort an der Südostküste Mallorcas. In der Nähe der Hotelanlage fand sie bei einer Architektin eine kleine Wohnung. „Bei Events und Familien-Shootings machte ich von den Hotelgästen Aufnahmen, die ich in einem kleinen Fotogeschäft im Ort entwickeln ließ. Die Kameratechnik war damals ja noch nicht digital.“

Nach der Hauptsaison von März bis Oktober war im Hotel nur noch wenig los. „Den Winter auf Mallorca habe ich besonders geliebt. Es war ruhig, viele Geschäfte hatten geschlossen und das Licht war dann ganz besonders schön.“ Nach zwei Jahren wurde das Hotel wegen eines Umbaus geschlossen. „Als selbstständige Fotografin arbeitete ich aber weiterhin auf Mallorca bei Hochzeiten und vielen anderen Anlässen.“

Eine idyllische Finca in der Natur

Sie lernte ihren Mann auf der Insel kennen und zog mit ihm auf eine Finca. „Wir haben in einem großen Haus sehr idyllisch gelebt.“ 2003 wurde Tochter Louisa geboren. „Sie wuchs inmitten purer Natur auf. Es gab das Meer, den Strand - und ich bin froh über diese schöne Zeit“, sagt Theobald.

Heike Theobald lernte ihren Mann auf Mallorca kennen und zog mit ihm auf eine Finca. „Wir haben in einem großen Haus sehr idyllisch gelebt.“

Heike Theobald lernte ihren Mann auf Mallorca kennen und zog mit ihm auf eine Finca. „Wir haben in einem großen Haus sehr idyllisch gelebt.“ Foto: Heike Theobald

Ihre Fotos mit kreativen Ideen zu kombinieren, zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Schaffen. Dazu zählte etwa auch ihre Taschenkollektion, die sie auf Mallorca aus Kunststoffplanen und eigenen Fotomotiven entwarf.

Das Raffinierte daran: Die Taschenklappen ließen sich jederzeit auswechseln. „Es wurde sogar in der Mallorca-Zeitung darüber berichtet“, sagt Theobald. Als ihre Näherin wegzog, folgte nach fast fünf Jahren das Aus.

Auch Hündin Milla wurde von ihrem Frauchen als Taschenmotiv verewigt.

Auch Hündin Milla wurde von ihrem Frauchen als Taschenmotiv verewigt. Foto: Laudien

„Ich konnte nicht selber nähen und mich auch nicht um die Produktion kümmern. Ich hatte ein kleines Kind, außerdem standen Aufwand und Preis für die Taschen nicht im richtigen Verhältnis. „Ich hätte es noch mal anders anpacken müssen“, sagt sie rückblickend.

In der Schule wurde Katalan gesprochen

Bis heute fotografiert Heike Theobald besonders gerne Neugeborene, Babys und kleine Kinder. „Auf Mallorca habe ich gelernt, meiner Intuition zu folgen.“ Dass sie fast 50 Kilometer fernab der ärztlichen Versorgung wohnten, sei womöglich einer der Gründe dafür. „Ich entscheide alles mit dem Bauch und sehe es meiner Tochter an, wenn etwas nicht stimmt.“

Neben Fotorahmen kreiert Heike Theobald zusammen mit ihrer Tochter kleine Notizbücher.

Neben Fotorahmen kreiert Heike Theobald zusammen mit ihrer Tochter kleine Notizbücher. Foto: Laudien

Ein ungutes Bauchgefühl hatte Heike Theobald auch, als ihre Tochter zur Schule kam und sie dort ausschließlich Katalan sprechen und schreiben musste. „Meine Tochter verstand nichts und war zunehmend demoralisiert. Wir litten beide sehr darunter.“

Umzug nach Deutschland

Schließlich entschied sich die Familie aufgrund des mallorquinischen Schulsystems 2010 zum Umzug nach Deutschland. Im älteren Ortskern von Apensen fanden sie ein Haus, das auch Räumlichkeiten für ein Fotostudio bot. „Das ist hier mein Ruhepol“, sagt Theobald. Gibt es etwas, was sie von ihrem Leben auf Mallorca vermisst? „Nur das schöne Wetter.“

Ansonsten verbindet die Fotografin auch in Apensen weiterhin ihre Aufnahmen mit kreativen Ideen. Derzeit recyceln sie und ihr Mann alte Obstkisten aus dem Alten Land und machen daraus originelle Fotorahmen. Zusammen mit ihrer Tochter kreiert sie außerdem kleine Notizbücher.

Ihre Kreationen gibt es in ihrem Fotostudio und seit kurzem in den Geschäften „‘ s fachl“ in Buxtehude sowie am Sonntag, 15. November, beim Kunsthandwerkermarkt vom Landhof-Dorfkrug in Neu Wulmstorf sowie auf den Weihnachtsmärkten am Kiekeberg (1. und 3. Advent) und am 2. Advent in Himmelpforten.

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