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T Kolbenfresser: Was diesen Mofa-Club aus Ahlerstedt so besonders macht

Michael „Bob“ Best mit seiner Simson.

Michael „Bob“ Best mit seiner Simson. Foto: Kolbenfresser

Ob als Sicherheitsdienst, Kinderbetreuer oder Baumpflanzer - die Kolbenfresser engagieren sich in Ahlerstedt. Aus einer Bierlaune heraus entstanden, plant der Mofa-Club im kommenden Jahr Großes.

Von Susanne Laudien 28.11.2023, 11:50 Uhr

Ahlerstedt. Sie knatterten kürzlich auf ihren Mofas im Dunkeln durch den prasselnden Regen. Wer die Nachtfahrt der Ahlerstedter Kolbenfresser verpasst hat, kann der verrückten Truppe auf Instagram folgen.

Zu dem Jahrestreffen im November ließen es die 26 Mitglieder des Mofa-Clubs noch mal richtig krachen. Sie sind die tollkühnen Helden auf ihren rasenden Kisten - und nicht die Einzigen in der Region mit dieser Vorliebe für Zweitakt-Maschinen mit einer offiziellen Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern.

Idee zum Club kam bei einem Feierabendbierchen

„Die Edelschmiede“, „Chickengäng“ und „De Täär Brenners“ sind nur einige der anderen Mofa-Clubs, erzählt Anthony Schelling, der inzwischen viele in der Umgebung kennt, die alle die gleiche Leidenschaft teilen.

Die Idee zu einem Club für Mofa-Fahrer sei bei einem gemeinsamen Feierabendbierchen der Gründer Tim Rüther und Michael „Bob“ Best entstanden. Von da an startete der Club „Kolbenfresser Ahlerstedt“ richtig durch und nahm Fahrt auf. Treffpunkt ist seitdem Rusty Aces Werkstatt. „Wir wollten Zweitaktverrückten einen Ort bieten, an dem wir friedlich feiern und fachsimpeln können. Aber bei den neuen Plastikrollern sind wir raus“, sagt Anthony Schelling und meint damit die modernen Scooter.

Die Jeans-Kutte ist das Markenzeichen der Kolbenfresser und ihrer Fans.

Die Jeans-Kutte ist das Markenzeichen der Kolbenfresser und ihrer Fans. Foto: Kolbenfresser

Seit zwei Jahren mischen die Ahlerstedter Kolbenfresser in der Region als Mofa-Club mit. Ihr Name, der durch einen Motorschaden entstand, ist keinesfalls Programm. Denn die Zweirad-Verrückten lassen sich so schnell nicht ausbremsen - im Gegenteil. Sie drehen seit ihrer Gründung immer mehr auf. „Wir sind ein bunter Haufen, und immer mehr haben Spaß an alten Zweitakträdern“, sagt Anthony Schelling.

Über die Mofa schnell Anschluss im Dorf gefunden

Der 43-jährige Mitbegründer und Präsident der Kolbenfresser ist einst von Lüneburg nach Ahlerstedt gezogen und hat über die Leidenschaft zu Mofas schnell Anschluss im Dorf gefunden. Anfangs fuhren dort nur zwei Nachbarn mit der Mofa. Kurzentschlossen schaffte sich Schelling eine alte Hercules an.

Schellings ist bereits als Jugendlicher mit 13 Jahren Mofa gefahren. Später folgten Moped und Motorrad. Doch die Liebe zu den kultigen Mofas mit dem typischen Duft von Zweitakt-Gemisch, knatterndem Fahrgeräusch und der entschleunigten Geschwindigkeit hat ihn nicht losgelassen. Kultmarken wie Simson, Puch und Hercules, die es heutzutage lediglich noch gebraucht zu kaufen gibt, sorgen für das echte Fahrgefühl, auf das Mofa-Freaks aus Ahlerstedt abfahren.

200 Mofas beim Burning Öl Zweitakt Festival

Zu den besonderen Highlights der Kolbenfresser zählt seit der Gründung ihr jährliches Burning Öl Zweitakt Festival. Beim dritten Event dieser Art im September kamen 200 Mofas und über 400 Leute nach Ahrensmoor. Wer zu den Kolbenfressern dazugehören möchte, wird im Rahmen des Festivals offiziell aufgenommen, erzählt Schelling. Wichtigste Voraussetzungen für eine Club-Aufnahme: eine Mofa, egal welche Marke, aber auf jeden Fall mit Kultstatus aus Metall. Außerdem muss die Chemie zwischen Anwärter und Mitgliedern stimmen. Bei neun Mofa-Freaks war das dieses Jahr der Fall, die im Club aufgenommen wurden und mit Stolz die Jeans-Kutte tragen dürfen.

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Der Ahlerstedter Mofa-Club möchte allen Zweiradverrückten einen Ort bieten, die aber nicht nur Spaß am Fahren und Tüfteln haben, sondern sich auch für das Leben in der Gemeinde engagieren, betont Schelling. Dazu zählt etwa die gemeinsame Müllsammel-Aktion und im Oktober das Engagement für die Umwelt in Kooperation mit Trees For Bees, ein junges Start-up aus der Gemeinde Ahlerstedt. 60 Bäume wurden dank der Kolbenfresser gepflanzt, um etwas gegen Klimawandel und Artenschwund zu tun.

Kinderbetreuung beim Weihnachtsmarkt

Beim Ahlerstedter Weihnachtsmarkt an der Kirche am kommenden Sonntag, 3. Dezember, sorgen die Kolbenfresser für eine Kinderbetreuung. Auch für das Jahr 2024 wurden mehrere Pläne geschmiedet. Am Sonnabend, 6. Januar, etwa beteiligen sie sich an dem Fußballturnier des Ahlerstedter Karnevalsvereins. Und bei der nächsten Ahlerstedter Gewerbeschau im April sorgen sie für Ordnung als Security-Service.

Absolutes Highlight ist im Juni die geplante Mofa-Tour von Ahlerstedt nach London. „Wir fahren bis Rotterdam und dann mit der Fähre nach England“, freut sich Anthony Schelling. Auch das nächste Burning Oil Zweitakt Festival steht 2024 auf dem Programm, bei dem neue Anwärter die Möglichkeit zur Aufnahme in den Mofa-Club erhalten.

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