Ex-Sparkasse

T24/7 geöffnet: Dollerner erfüllt sich Traum vom eigenen Laden

Leon Lührs hat sich mit seinem Snack Dock einen Traum verwirklicht.

Leon Lührs hat sich mit seinem Snack Dock einen Traum verwirklicht. Foto: Buchmann

Wo bekommt man in Dollern nach 21 Uhr noch Chips oder Energydrinks? Leon Lührs will mit seinem „Snack Dock“ diese Lücke füllen. Ein großer Schritt für den 20-Jährigen.

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Von Steffen Buchmann
06.07.2026, 11:34 Uhr

Dollern. Surrend fährt die Plastikkralle hinter der Glasscheibe nach oben, macht halt vor einer Dosenreihe mit Blaubeer-Energydrinks. Surr, Surr - schon klappert es im Ausgabefach. Leon Lührs nimmt das kühle Getränk zufrieden heraus: Testlauf bestanden.

Süß, salzig oder deftig: Im „Snack Dock“ bietet Lührs für alle Geschmäcker etwas an.

Süß, salzig oder deftig: Im „Snack Dock“ bietet Lührs für alle Geschmäcker etwas an. Foto: Buchmann

Mit seinem Automatenladen hat der 20-Jährige seinen ersten Schritt in die wirtschaftliche Eigenständigkeit getan. Aufgewachsen in Dollern als Sohn eines familienbetriebenen Fruchtgroßhandels, hat Leon Lührs früh am Arbeitsleben teilgenommen. „Ich habe schon als Kind auf dem Wochenmarkt mitgearbeitet, auch nach Schulschluss“, sagt er.

Nach 21 Uhr keine Läden mehr in Dollern offen

Aktuell lebt Lührs in Horneburg, macht eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann in Steinkirchen. Seit dem 18. Juni hat sein Geschäft „Snack Dock“ seine Türen geöffnet, jeden Tag, 24 Stunden lang. Wo früher die Kreissparkasse ihre Kunden empfing, hat Lührs vier Verkaufsautomaten aufgestellt.

In den vier Automaten ist Platz für etwa 1400 Produkte.

In den vier Automaten ist Platz für etwa 1400 Produkte. Foto: Buchmann

Automaten mit Snacks, Getränken und anderen Dingen sind seit einigen Jahren ein deutschlandweiter Trend. In Dollern erkannte Leon Lührs eine Marktlücke, wie er erzählt. „Der Edeka schließt um 20 Uhr, die Tankstelle eine Stunde später. Ab dann bekommt man hier im Ort nichts mehr“, sagt Lührs.

Das Gebäude gehöre seinen Eltern, der Verkaufsraum stand seit dem Auszug der Kreissparkasse im Frühjahr 2024 leer.

Erste Erkenntnis: 70 Prozent zahlen mit Bargeld

Schon vor etwa zwei Jahren reifte die Idee in dem Jungunternehmer, Anfang 2026 wurde die Vorstellung von einem Automatenladen konkreter. „Für mich war zudem wichtig, dass die Arbeit neben meiner Ausbildung gut schaffbar ist“, sagt Lührs. In den letzten Monaten tauchte der Dollerner immer tiefer in die Materie ein, schaute sich gemeinsam mit seinem besten Freund Modelle eines Automatenhändlers in Hamburg an.

Leon Lührs hilft einigen jungen Kunden beim Bedienen der Automaten.

Leon Lührs hilft einigen jungen Kunden beim Bedienen der Automaten. Foto: Buchmann

Bei seinen Verkaufsautomaten setzt Leon Lührs auf Produktvielfalt. Naschkram von süß bis salzig, Fertignudeln, aber auch Softdrinks, alkoholische Getränke und Liquids für E-Zigaretten finden Kunden hinter den Glasscheiben. Bezahlen können Kunden mit Bargeld, Bankkarte oder per Smartphone.

An den Bedienterminals können Kunden direkt bezahlen und ihr Alter überprüfen lassen.

An den Bedienterminals können Kunden direkt bezahlen und ihr Alter überprüfen lassen. Foto: Buchmann

Bereits nach den ersten zwei Wochen hat Lührs erste Erkenntnisse gewonnen: „Etwa 70 Prozent der Kunden zahlen mit Bargeld.“ Deshalb sei er täglich hier, um das eingeworfene Geld abzuholen und Wechselgeld nachzufüllen.

Füllstände ablesen übers Smartphone

Für seine Automaten setzt Leon Lührs auf moderne Technik. Über die Terminals können Kunden bezahlen und ihr Alter überprüfen lassen. Das ist etwa bei den alkoholischen Getränken oder Vapes aus Jugendschutzgründen Pflicht.

Die Alterskontrolle erfolgt entweder über die Bankkarte oder per PayPal mit einem QR-Code, erklärt er. Über den Personalausweis wäre sie theoretisch auch möglich, benötige jedoch ein teureres Software-Abo.

Seit etwa zwei Jahren stand die ehemalige Sparkassenfiliale leer.

Seit etwa zwei Jahren stand die ehemalige Sparkassenfiliale leer. Foto: Archiv

Alles in allem habe er etwa 45.000 bis 50.000 Euro in das Geschäft gesteckt, schätzt Lührs. Gemeinsam mit zwei Investoren hat der Dollerner eine GbR gegründet, Hauptgesellschafter bleibt jedoch er. „Ich kümmere mich um alles“, sagt er. Ware bestellen, Automaten auffüllen, Fehler beheben. Füllstände und Fehlermeldungen bekommt er direkt auf sein Smartphone.

Kunden können Wünsche äußern

Es komme auch mal vor, dass er nachts um 3 Uhr wegen eines Problems anfahren muss. „Das ist für mich kein Problem“, sagt der 20-Jährige. Ihm sei wichtig, dass alles funktioniere: „Mein Laden soll kein reiner Chillspot für Jugendliche werden, sondern eine Anlaufstelle für alle Dollerner“. So sollen auch Veranstaltungsplakate dort Platz finden sowie eine Liste, auf der Kunden ihre Wünsche und Hinweise notieren können.

Leon Lührs blickt zuversichtlich in die Zukunft „Ich will herausfinden, wie das Geschäft in Dollern funktioniert“, sagt er. Langfristig wolle er schauen, ob sich noch andere Verkaufsorte auftun. Seine Wurzeln im Obsthandel sollen ebenfalls miteinfließen: „Ich will schauen, dass ich bald frisches Obst in meinen Automaten anbieten kann.“

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