TBaustopp! Wohnmobilstellplatz in Horneburg verzögert sich weiter
Bis die ersten Wohnmobile auf den Stellplatz fahren können, wird es noch Monate dauern. Foto: Buchmann
Die Ferien rücken näher. Der Wohnmobilstellplatz in Horneburg ist weiterhin eine Baustelle, aktuell arbeitet dort niemand. Was ist da los? Jetzt äußert sich erstmals der Betreiber.
Horneburg. „Aktuell herrscht Baustopp“, teilt der Horneburger Bauamtsleiter Roger Courtault auf Nachfrage mit. Bereits Anfang Mai seien die Bauarbeiten eingestellt sowie die Transparente des zukünftigen Betreibers Camping-Car Park abgehängt worden. Diese seien eingelagert, so Courtault.
Ein Blick auf die ruhende Baustelle. Foto: Buchmann
Der Grund für den Baustopp ist ein baurechtlicher: Es fehlt die notwendige Baugenehmigung. Man sei beim Verfahren für den Wohnmobilstellplatz davon ausgegangen, dass kein Bauantrag notwendig sei, erklärt Courtault.
Wohnmobilstell- und Campingplätze sind nach dem Baurecht ab einer bestimmten Größe und Nutzungsdauer genehmigungspflichtig. Landkreissprecherin Nina Dede bestätigt, dass für den Horneburger Stellplatz weder eine Baugenehmigung noch eine positive Bauvoranfrage vorliegt.
Horneburg muss Erweiterungspläne streichen
Die gute Nachricht: Der Fehler sei heilbar, sagt Courtault. Der Entwurf des Bebauungsplanes liege aktuell aus, zudem habe die Samtgemeinde den Aufstellungsbeschluss für die 15. Änderung des Flächennutzungsplanes gefasst. Die Baugenehmigung soll im Anschluss folgen. Idealerweise wird der Stellplatz bis zum Herbst 2026 fertig, so Courtault.Die Horneburger mussten den Bebauungsplan in einem wichtigen Detail ändern. Eine vorgemerkte Erweiterungsfläche für weitere Parzellen musste aus Naturschutzgründen gestrichen werden. „In einem Teilbereich des geplanten Wohnmobilstellplatzes befinden sich festgelegte Kompensationsmaßnahmen, die im Falle einer Überplanung verlagert werden müssten“, wie der Landkreis mitteilt. Diese Kompensationsfläche stamme aus der knapp 30 Jahre alten Planung des Wohngebiets Böttcherring, so Courtault.

Auf dem geschotterten Stellplatz sollen zukünftig 14 Wohnmobile unterkommen. Foto: Buchmann
„Das ist ärgerlich“, sagt der Bauamtsleiter angesichts der Entwicklung über die letzten Monate. Fleckenbürgermeister Jörk Philippsen (FWG Aue) steht trotz der Rückschläge weiter zu dem Projekt: „Der Stellplatz ist ein wichtiges Puzzleteil für unser maritimes Gesamtkonzept.“
Das sagt die französische Betreiberfirma
Aber was sagt eigentlich der zukünftige Betreiber zu der ganzen Situation? Das französische Unternehmen Camping-Car Park sieht im geplanten Wohnmobilstellplatz in Horneburg ein „erhebliches touristisches und unternehmerisches Potenzial“, wie eine Sprecherin mitteilt.
Durch die geografische Lage zwischen Hamburg und der Nordsee sei der Standort für Durchreisende ebenso attraktiv wie für Kurzurlauber. Horneburg und Camping-Car Park haben einen Vertrag über zehn Jahre geschlossen - inklusive Verlängerungsoption, ergänzt Courtault.

Anfang April hing noch ein Werbebanner der Betreiberfirma an der Baustelle. Dieses fehlt seit einigen Wochen. Foto: Buchmann
Dass sich die Fertigstellung des Stellplatzes weiter verzögert, sehen die Verantwortlichen gelassen: „Verzögerungen im Bauablauf betrachten wir grundsätzlich als nicht unüblich bei Projekten dieser Art, insbesondere wenn verschiedene Bauabschnitte und externe Einflussfaktoren zusammenwirken“.
Dass die ursprünglich anvisierte Fertigstellungsfrist bis Ende 2025 nicht gehalten werden konnte, sei auf „unvorhersehbare Rahmenbedingungen“ zurückzuführen. Auf den Vertrag habe dies „keinerlei Einfluss“, man stehe weiterhin in einem „engen und partnerschaftlichen Austausch mit der Gemeinde“. Ein festes Datum, bis wann der Stellplatz final fertig sein soll, sei vertraglich nicht vereinbart worden.
Camping-Car Park verspricht sich „stabile Nachfrage“
Das europaweit aktive Unternehmen sieht „wachsendes Potenzial im Wohnmobiltourismus“ und verspricht sich daher in Horneburg „eine stabile Nachfrage“ sowie einen nachhaltigen Effekt für die lokale Wirtschaft. Die Frage, wie lukrativ das Betreiben eines Stellplatzes mit 14 Parzellen ist, beantwortet Camping-Car Park mit Verweis auf „die strategische Einbindung“ in ihr europaweites Standort-Netzwerk.

Das umgebaute Hafenkontor wartet weiterhin auf seine Einweihung gemeinsam mit dem Wohnmobilstellplatz. Foto: Buchmann
Der Wohnmobilstellplatz soll über eine standardisierte Systemlösung rund um die Uhr betrieben werden. Eine zentrale Schrankenanlage regelt die Ein- und Ausfahrt, eine Ver- und Entsorgungsstation liefert Frischwasser sowie die Möglichkeit zum Entsorgen von Abwasser und Camping-Toiletten.
„Unser Ziel ist es, eine funktionale, einfach nutzbare und wartungsarme Infrastruktur zu schaffen, die für die Gäste sowie die Kommune eine hohe Verlässlichkeit bietet“, sagt eine Sprecherin.
Das soll eine Übernachtung mit dem Wohnmobil kosten
Ein Stellplatz in Horneburg soll 16 Euro pro Nacht zahlen - inklusive Strom, Wasser sowie Ver- und Entsorgungskosten. Eine Kurtaxe fällt im Flecken Horneburg nicht an. Eine eigene Stellplatz-Gastronomie plant das Unternehmen nicht. Man setze auf Partnerschaften mit lokalen Gastronomen und Händlern, „bei denen unsere Gäste unter Vorlage ihrer Camping-Car-Park-Karte oder Mitgliedschaft von Vergünstigungen profitieren können“.
Expansionspläne für Horneburg verfolgt das Unternehmen derzeit nicht. Das Interesse an weiteren Wohnmobilstellplätzen und touristischen Anlagen im Landkreis Stade sei jedoch „weiterhin groß“.
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