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T„Danke“: Zobel setzt nach Großbrand Zeichen für freiwillige Feuerwehr

Die Kfz-Werkstatt des Vaters der Bundestagsabgeordneten Vanessa Zobel brannte in der Nacht zum Sonntag. Rund 300 Feuerwehrleute waren in Mehedorf im Einsatz.

Die Kfz-Werkstatt des Vaters der Bundestagsabgeordneten Vanessa Zobel brannte in der Nacht zum Sonntag. Rund 300 Feuerwehrleute waren in Mehedorf im Einsatz. Foto: Screenshot/Feuerwehr

Beinahe hätte Vanessa Zobel beim Brand der Werkstatt ihres Vaters in Bremervörde ihr Zuhause verloren. Auf Instagram macht sie den Schock öffentlich – verbunden mit einem Appell.

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Von Karsten Wisser
Freitag, 12.06.2026, 05:55 Uhr

Buxtehude. Vanessa Zobel wirkt erschüttert, als sie Instagram-Videos aufnimmt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag brannte es auf dem Grundstück ihrer Familie in Bremervörde-Mehedorf.

Zobel (CDU), die seit ihrem Direktwahlsieg im Februar 2025 den Wahlkreis Stade I/Rotenburg II im Bundestag vertritt, ist geschockt. Die Autowerkstatt ihres Vaters wurde vollständig zerstört. Dort arbeiteten bisher zwei Angestellte, ein Auszubildender und ihr Vater als Meister. Es ist nach ersten Schätzungen ein Millionenschaden entstanden. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.

Stader Feuerwehr kam mit der Drehleiter

Dank des Einsatzes der freiwilligen Feuerwehr blieben das Wohnhaus der Familie und ein weiteres Gebäude, nur wenige Meter vom Brandherd entfernt, unversehrt. Auch die Stader Feuerwehr unterstützte mit einer Drehleiter die Löscharbeiten.

In der Nacht zum Sonntag kam es zu dem Brand der Kfz-Werkstatt in Mehedorf. Die Feuerwehr war mit rund 300 Brandschützern im Einsatz.

In der Nacht zum Sonntag kam es zu dem Brand der Kfz-Werkstatt in Mehedorf. Die Feuerwehr war mit rund 300 Brandschützern im Einsatz. Foto: Polizei

„Um halb drei hörte ich ein Knacken. Ich wachte auf, schaute aus dem Fenster und sah eine orange Flammensäule“, schildert Zobel die Brandnacht. Sie, ihr Mann und die beiden Kinder verließen sofort das Haus. Kurz darauf fiel der Strom aus. Die ersten Feuerwehrleute, darunter der Bremervörder Stadtbrandmeister Nils Schwarz, trafen schnell ein und alarmierten wegen der bedrohten Wohnhäuser weitere Kräfte.

Fast wäre auch Zobels Wohnhaus abgebrannt

„Es gab einen Moment, da dachte ich, wir verlieren alles“, sagt Zobel. Der Wasserdruck im Hydranten reichte zeitweise nicht aus, so dass die Feuerwehr Wasser aus einem nahe gelegenen Bach pumpen musste. „Es hätte noch schlimmer kommen können. Wären Feuerwehr, DRK und so viele Freiwillige nicht mitten in der Nacht gekommen, um die Flammen zu bekämpfen, ich mag mir nicht ausmalen, was passiert wäre.“

Seit ihrer Wahl nutzt Zobel Social Media intensiv, um über ihre Arbeit in Berlin und im Wahlkreis zu berichten. „Ich will den Menschen die Blackbox Berlin erklären“, sagt sie über ihre Motivation. Ihr Familienleben und der Hof in Mehedorf blieben bisher tabu. „Das ist unser Schutzraum“, erklärt sie.

Ohne Freiwillige keine Feuerwehr auf dem Land

Doch nach dem Brand macht sie eine Ausnahme. Die Familie bleibt privat, aber sie zeigt das Grundstück und die Umgebung. In einem Video ist zum Beispiel die zerstörte Werkstatt des Vaters zu sehen. „Wenn man sieht, wer da nachts alles hilft, wird einem klar, wie sehr wir auf Menschen angewiesen sind, die das freiwillig tun“, sagt sie.

Die Löscharbeiten wurden unter anderem mit zwei Drehleitern durchgeführt. Eine Drehleiter kam von der Stader Feuerwehr.

Die Löscharbeiten wurden unter anderem mit zwei Drehleitern durchgeführt. Eine Drehleiter kam von der Stader Feuerwehr. Foto: Feuerwehr Bremervörde

„Die meisten Feuerwehrleute in Deutschland sind ehrenamtlich tätig. Sie springen nachts aus dem Bett, lassen alles stehen und liegen und helfen, wenn andere in Not sind.“ Ohne dieses Engagement, so Zobel, würde das Feuerwehrsystem, besonders auf dem Land, nicht funktionieren.

„Für uns war das in dieser Nacht keine Theorie. Ohne diese Menschen hätte es auch unser Wohnhaus oder das meiner Eltern treffen können“, sagt sie. Sie appelliert, die freiwillige Feuerwehr zu unterstützen und Kinder sowie Jugendliche früh für dieses Ehrenamt zu begeistern. Sie wolle sich bei der Feuerwehr für die Hilfe bedanken. Deshalb gehe sie mit der Brandnacht offensiv um.

Schubkarren mit Getränken: Nachbarn helfen Zobels Familie

Auch die Nachbarschaftshilfe rührt Zobel. „Die Nachbarn brachten mit Schubkarren Getränke für die Helfer. Eine befreundete Familie nahm unsere Kinder um 5.30 Uhr zu sich, damit wir uns kümmern konnten. Ein Elektriker sorgte am Montag dafür, dass wir wieder Strom und Warmwasser hatten. Da wurde nicht geredet, da wurde gehandelt“, sagt sie.

Am Montag stand Zobel vor einer schwierigen Entscheidung. In Berlin begann eine Sitzungswoche. „Zu Hause sind meine Kinder, die das alles noch verarbeiten müssen. Mein Mann, der sich kümmert. Meine Eltern, die vor den Trümmern ihrer Werkstatt stehen“, beschreibt sie ihre Zerrissenheit. Dennoch fuhr sie nach Berlin. „Das Mandat verlangt, dass man funktioniert, auch wenn zu Hause nichts normal ist.“

Eine schwere Reise nach Berlin

Ein geplanter Post zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bekam durch die Ereignisse eine neue Bedeutung. „Vereinbarkeit heißt nicht, dass immer alles aufgeht. Manchmal bedeutet es, mit einem Kloß im Hals loszufahren und trotzdem zu versuchen, allem gerecht zu werden“, sagt sie. Am Mittwoch kehrte Zobel zurück nach Mehedorf. „Ich muss jetzt bei meiner Familie sein“, erklärte sie dem TAGEBLATT.

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