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TDer „geteilte“ Pastor geht: Abschied in Burweg und Großenwörden

Pastor Martin Michalek wird am Sonntag verabschiedet.

Pastor Martin Michalek wird am Sonntag verabschiedet. Foto: Klempow

Pastor Martin Michalek geht in den Ruhestand. Er nimmt viel mit aus den letzten zehn Jahren in Großenwörden und Burweg.

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Von Grit Klempow
29.06.2026, 05:20 Uhr

Burweg/Großenwörden. Was er vermissen wird? Pastor Martin Michalek schmunzelt. „Viel. Wahrscheinlich besonders die Arbeit mit den Konfirmanden und den Konfi-Teamern“, sagt er.

Zwei Kirchen in einer kleinen Gemeinde

Er hatte es als seine Aufgabe verstanden, zu verbinden. Denn die kleine Kirchengemeinde hat gleich zwei schöne Kirchen, die an der Oste liegen. Die Fachwerkkirche mitten in Großenwörden und die Feldsteinkirche auf der Horst in Burweg.

Seit mehr als 50 Jahren sind sie in einer Kirchengemeinde vereint. Dazu gehören die Dörfer Breitenwisch, Blumenthal, Burweg, Engelschoff, Großenwörden und Neuland. Das Zusammenwachsen sei „ein langer Prozess. Es gibt gewachsene Traditionen“, sagt Michalek.

Pastor Martin Michaelek geht nach 40 Berufsjahren, davon zehn Jahre als Pastor in der Kirchengemeinde Horst/Großenwörden, in den Ruhestand.

Pastor Martin Michaelek geht nach 40 Berufsjahren, davon zehn Jahre als Pastor in der Kirchengemeinde Horst/Großenwörden, in den Ruhestand. Foto: Klempow

Michalek war es ein Anliegen, beide Kirchen zur Geltung kommen zu lassen, aber die Gemeinde als Einheit zu sehen. Die Gottesdienste werden abwechselnd in beiden Kirchen gefeiert. Auch die Konfirmanden treffen sich im Wechsel in einem der beiden Gemeindehäuser gegenüber der jeweiligen Kirche. Ganz selbstverständlich.

Für Trauerfeiern fehlt die Kapelle

Die Häuser sind Treffpunkte für unterschiedliche Gruppen, vor allem das Gemeindehaus in Großenwörden. Im Gegenzug finden mehr Andachten auf der Horst statt - schon allein, weil es dort keine Kapelle für Trauerfeiern gibt.

Aus dem 12. Jahrhundert: St. Petri auf der Horst in Burweg.

Aus dem 12. Jahrhundert: St. Petri auf der Horst in Burweg. Foto: Klempow

Als Michalek vor zehn Jahren die Pastorenstelle antrat, brachte er viel mit. Pragmatismus und den Willen zu verbinden, aber auch seine Zusatzausbildungen, die Freude an der Kinder- und Jugendarbeit und die Liebe zur Musik.

Kirchenmusiker singt selbst im Bass

Die hat schon seine Kindheit geprägt. Er hatte Orgelunterricht und spielte Blechblasinstrumente. Er ist ausgebildeter Organist und Chorleiter, singt selbst als Bass in der Stadtkantorei Stade. Den musikalischen Part übernimmt er oft in den Gottesdiensten und leitete bisher den Kirchenchor.

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„Mir war klar, dass ich im sozialen und pädagogischen Bereich arbeiten wollte“, blickt Michalek auf den Beginn seines Berufslebens. Er studierte in Bochum, wurde Diakon. Die erste Stelle 1988 lässt ihn heute noch lächeln. „Ich war fünf Jahre Urlauberseelsorger in Cuxhaven“, sagt er. „Eine reizvolle Aufgabe.“ Mehr als 100 Kinder konnte er damals mit Gute-Nacht-Geschichten in den Abend schicken.

Als Diakon in Oederquart und Freiburg

Nach Jahren im Landkreis Aurich zog es Familie Michalek später in den Landkreis Stade. Zuerst seine Frau Susanne, zum 1. August 2006 fing auch Michalek im Kirchenkreis Stade an. Als Diakon kümmerte er sich in Oederquart und Freiburg zehn Jahre lang vor allem um die Jugendarbeit, leitete den Seniorenkreis. Er unterstützte aber auch die Kollegen bei Trauerfeiern und half aus, wo er gebraucht wurde.

Nach zehn Jahren wollte er eine neue Herausforderung und machte berufsbegleitend die Pfarrverwalter-Ausbildung, um die halbe Stelle als Pastor in Großenwörden und auf der Horst anzutreten. Das Pfarrhaus auf der Horst in Burweg wurde das neue Zuhause, Michaleks wurden Nachbarn in der kleinen Gemeinschaft von kaum zwei Dutzend Einwohnern auf der Horst.

Leiter der Notfallseelsorge im Kirchenkreis

Finanzen, Verwaltung und Organisation waren seine Aufgaben. „Das gehört dazu, aber es hält auch auf“, sagt er und schmunzelt. Näher sind ihm die Menschen. Er geht auch als Leitung der Notfallseelsorge im Kirchenkreis Stade in den Ruhestand.

Ein Schmuckstück aus Fachwerk: die Großenwördener St.-Marien-Kirche.

Ein Schmuckstück aus Fachwerk: die Großenwördener St.-Marien-Kirche. Foto: Jutta Eidtmann

Vom Gemeindehaus sieht er in Großenwörden auf die 380 Jahre alte Kirche. „Die Kirche steht jeden Tag zu jeder Stunde offen“, sagt er. Für dieses Angebot ist er dankbar. „Es wird gut angenommen, viele lassen hier die Seele baumeln.“ Radfahrer, auf dem Mönchsweg unterwegs in den Norden, machen hier Pause. Die Einträge im Gästebuch belegen das.

Touristen besuchen beide Kirchen

Meist machen die Touristen auch einen Abstecher zur uralten St.-Petri-Kirche auf der Horst aus dem 12. Jahrhundert. Dort wird Michalek am Sonntag, 28. Juni, ab 15 Uhr in der St.-Petri-Kirche verabschiedet. Im Amt ist er noch bis Ende Juli. Eine gute Nachricht gibt es für die Gemeinde mit den zwei Kirchtürmen: Mit Susanne von Issendorff gibt es eine Nachfolgerin.

Michalek nimmt viel mit, nicht nur seine Musik: „Mich hat dieser Beruf immer bereichert. Ich hatte eine wunderbare Zeit“, sagt der „geteilte“ Pastor.

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