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Demokratie

THaltung zeigen: Harsefeld bekommt eine neue Stimme gegen Extremismus

Marion Meyer (von links), Else Zager und Ulrike Deterts-Thiele laden zum Gründungstreffen einer neuen Ortsgruppe der Omas gegen Rechts in Harsefeld ein.

Marion Meyer (von links), Else Zager und Ulrike Deterts-Thiele laden zum Gründungstreffen einer neuen Ortsgruppe der Omas gegen Rechts in Harsefeld ein. Foto: P. Meyer

Sie stehen auf gegen extremistische Ideologien: Die Omas gegen Rechts wollen nun auch eine Ortsgruppe in Harsefeld gründen. Warum das gerade jetzt so wichtig ist.

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Von Pauline Meyer
Freitag, 16.01.2026, 09:50 Uhr

Harsefeld. Harsefeld bekommt bald eine neue Stimme gegen Extremismus und für demokratische Werte: In der Samtgemeinde soll bald eine eigene Ortsgruppe der Omas gegen Rechts entstehen. Zur offiziellen Gründung am Mittwoch, 21. Januar, um 18 Uhr in den Räumen der Rotenburger Werke in der Schulstraße 10 sind alle Interessierten eingeladen.

Die Initialzündung für das Vorhaben kam von Else Zager. Die Harsefelderin engagiert sich seit vielen Jahren sozial, unter anderem im Arbeitskreis Integration. „Mir ist wichtig, dass wir auch hier vor Ort Haltung zeigen“, sagt Zager. Gerade in ländlich geprägten Regionen dürfe man gesellschaftliche Entwicklungen nicht einfach laufen lassen.

Unterstützt wird sie von Marion Meyer und Ulrike Deterts-Thiele von den Stader Omas gegen Rechts, die bereits Erfahrung mit dem Aufbau einer solchen Gruppe haben. „Es sind unruhige Zeiten in denen rechtsextreme Parteien und besonders die AfD immer gesellschaftsfähiger werden“, erklärt Marion Meyer. Das zeige sich in den Medien, aber auch ganz konkret in Wahlergebnissen.

Genau hier wollen die Omas gegen Rechts ansetzen: friedlich, überparteilich und mit einer klaren Haltung. Deutschlandweit gibt es mittlerweile etwa 50.000 Omas gegen Rechts - aufgeteilt in Hunderte Gruppen. 2018 entstand die Initiative in Österreich. Erst in diesem Monat gründete sich zudem eine europäische Gruppe der Omas gegen Rechts.

Wahlergebnisse in Harsefeld zeigten klares Bild

Wichtig ist den Initiatorinnen, so betonen sie, dass sich ihr Engagement gegen extremistische Ideologien richte, nicht gegen einzelne Menschen. „Wir sind gegen jede Form von Extremismus“, stellt Meyer klar. Auch der Name werde häufig missverstanden: „Gegen Rechts heißt für uns vor allem: für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte.“

Dass die Samtgemeinde Harsefeld der geeignete Ort für die Gründung einer eigenen Gruppe ist, darüber sind sich die Frauen einig. Else Zager verweist auf die Ergebnisse der vergangenen Bundestagswahl, bei der die AfD in der Samtgemeinde rund 20 Prozent der Stimmen erhielt. „Das hat mich erschreckt“, sagt sie. Gerade mit Blick auf anstehende Kommunal- und Landtagswahlen sei jetzt der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden. „Es gibt Orte, in denen rechte Parteien noch keinen festen Fuß gefasst haben“, ergänzt Ulrike Deterts-Thiele. „Wir wollen, dass das so bleibt.“

Frauen, Männer, junge Menschen - alle sind willkommen

Mitmachen können dabei ausdrücklich alle, die sich angesprochen fühlen. „Die Omas sind ein Sinnbild“, erklärt Else Zager. „Man muss weder Oma noch weiblich noch alt sein.“ Auch Männer seien willkommen, ebenso jüngere Menschen. Der Austausch zwischen den Generationen spiele eine zentrale Rolle und soll auch zukünftig gefördert werden. Ziel sei es, die oft zitierte schweigende Mehrheit zu ermutigen, Haltung zu zeigen. „Rückzug ist das Falsche“, sagt Zager. „Wir müssen sichtbar bleiben und unsere Werte verteidigen.“

Neben aktuellen politischen Entwicklungen wollen die Omas gegen Rechts auch den Blick in die Vergangenheit nicht verlieren. Die Aufarbeitung der NS-Geschichte in Harsefeld habe lange unter einer Decke des Schweigens gelegen, sagt Zager. Gedenkveranstaltungen wie der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar seien daher wichtige Anknüpfungspunkte für künftiges Engagement.

Wer am Gründungstreffen am 21. Januar nicht teilnehmen kann, aber Interesse hat, kann sich per E-Mail an scheunenbluete@web.de wenden. Ziel des Treffens ist es, die Omas gegen Rechts vorzustellen und die Ortsgruppe offiziell ins Leben zu rufen. Die Initiatorinnen hoffen auf viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter und auf ein klares Signal aus der Mitte der Samtgemeinde.

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