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Entsorgung

TIllegaler Müll im Rüstjer Forst: Fast 30 Säcke Abfall im Wald entdeckt

Im Rüstjer Forst wurde zwischen den Jahren illegal Müll entsorgt.

Im Rüstjer Forst wurde zwischen den Jahren illegal Müll entsorgt. Foto: privat

Plastik, Kartons, sogar ein Drucker: Unbekannte haben während der Feiertage einen großen Müllberg im Rüstjer Forst hinterlassen. Für Revierförsterin Melanie Offermanns kein Einzelfall.

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Von Pauline Meyer
Mittwoch, 07.01.2026, 13:55 Uhr

Harsefeld. Während viele Menschen die Tage zwischen den Jahren nutzten, um Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, setzte ein Unbekannter offenbar ganz andere Prioritäten: Fast 30 Säcke Müll wurden in dieser Zeit illegal mitten im Rüstjer Forst entsorgt. Spaziergänger entdeckten den Abfall und meldeten den Fund.

„Das ist eine Riesensauerei“, sagt Revierförsterin Melanie Offermanns im Gespräch mit dem TAGEBLATT. Der Müllberg bestand unter anderem aus Verpackungen, Kartons, Styropor, Plastik, Planen - sogar ein Drucker wurde entsorgt. Der Fall sei der Abfallwirtschaft des Landkreises Stade seit der vergangenen Woche bekannt, bestätigt Landkreissprecher Daniel Beneke. Aufgrund der Feiertage und der Witterung habe sich die Entsorgung etwas verzögert, der beauftragte Dienstleister habe den Müll mittlerweile eingesammelt.

Mehr als 370 Fälle von illegaler Wildmüll-Entsorgung

Die illegale Entsorgung jüngst ist kein Einzelfall. Allein im Jahr 2025 wurden im Bereich des Rüstjer Forsts fünf weitere Wildmüllablagerungen gemeldet. Insgesamt registrierte die Abfallwirtschaft des Landkreises Stade im vergangenen Jahr 371 Fälle von Wildmüll.

„Illegale Ablagerungen in dieser Größenordnung kommen im Rüstjer Forst etwa sechs bis sieben Mal im Jahr vor“, bestätigt Offermanns. Kleinere Fälle oder illegal entsorgter Grünschnitt seien dabei noch gar nicht eingerechnet. „Das ist leider fast nicht mehr zu zählen.“

Plastik, Verpackungen und Dämmwolle: Der Müllsünder hat alles Mögliche im Wald hinterlassen.

Plastik, Verpackungen und Dämmwolle: Der Müllsünder hat alles Mögliche im Wald hinterlassen. Foto: privat

Jede illegale Müllentsorgung werde grundsätzlich zur Anzeige gebracht, betont die Försterin. Für die Verursacher kann das teuer werden: In der Regel handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, deren Bußgeld sich nach Schwere und Umfang richtet. Bei mehreren Abfällen, wie im aktuellen Fall, drohen Bußgelder von mindestens 500 Euro bis hin zu 25.000 Euro.

Doch nicht nur der Ärger ist groß, auch die Kosten für die Allgemeinheit steigen. Für das Jahr 2025 liegen zwar noch nicht alle Zahlen vor, so Beneke. Doch bereits 2024 entstanden allein für die Einsammlung illegal entsorgten Mülls durch externe Dienstleister Kosten in Höhe von ungefähr 45.000 Euro. Hinzu kommen weitere Entsorgungskosten.

Auch illegal entsorgter Grünschnitt ist ein Problem

Dass die Täter den Wald gerne auch bei Nacht oder an den Feiertagen als Mülldeponie nutzen, hält Offermanns für Absicht. „Dann fühlen sie sich unbeobachtet“, sagt sie. Besonders unverständlich ist für Offermanns, dass häufig Abfälle illegal entsorgt werden, die problemlos und günstig über den Wertstoffhof hätten abgegeben werden können. „Dafür habe ich absolut kein Verständnis“, sagt die Försterin.

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Neben Sperrmüll und den besonders gern im Wald entsorgten Autoreifen bereitet auch illegal entsorgter Biomüll und Grünschnitt Probleme - mehr, als sich viele Menschen womöglich vorstellen können. Oft handele es sich um sogenannte Neophyten, invasive Pflanzenarten, die heimische Arten verdrängen. „Wenn diese Pflanzen hier Wurzeln schlagen, müssen wir sie mühsam per Hand entfernen“, erklärt Offermanns. Der Einsatz von Chemikalien komme im Wald nicht infrage.

Wildmüll direkt beim Landkreis Stade melden

Der Landkreis Stade setzt bei illegalen Müllablagerungen gezielt auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. Vorfälle können online über die Internetseite der Abfallwirtschaft gemeldet werden. Zudem ist eine telefonische Meldung beim Kundenservice unter 04141/ 128012 möglich. Über den Mängelmelder der Abfall-App können Bürgerinnen und Bürger außerdem direkt Fotos und GPS-Daten hochladen. Dieses Angebot wird laut Landkreis bereits häufig genutzt.

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