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TIna Müller: „6.0“-Premiere mit Witz, Emotionen und Fan-Nähe

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In Lübeck sang Ina Müller erstmals Lieder aus ihrem Album 6.0. An diese „Vorpremiere“ schließt sich am Oktober eine große Deutschland-Tour an. Foto: MARCUS KABEN

Applaus, Tränen, Lieblingshits – Ina Müller feiert ihr neues Album „6.0“ mit einer Vorpremiere und löst Vorfreude auf die Deutschland-Tour aus. Zwischen lauter Selbstironie und leisen Tönen zeigte sie, wie emotional ihre Musik ist.

Von Majka Gerke 08.02.2026, 21:00 Uhr

Landkreis Cuxhaven/Lübeck. Ina Müller kann laut und zotig, sie kann aber auch leise und nachdenklich sein. Sie kann nahbar sein – und es schien, als sei sie sogar aufgeregt. Wie das ganze Potpourri der Emotionen aussehen kann, zeigte sie am Freitagabend ihren Fans vor ausverkauftem Haus in der Rotunde der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK). „Meine Musik, eure Fragen, unser Abend“ hieß die Veranstaltung.

Was Ina Müller anfasst, wird zu Gold

Es war eine Art Release-Party für ihr neues Album „6.0“, das am 14. November 2025 herauskam und sofort auf Platz eins der Albumcharts schoss. Die 3.000 Karten für den Abend verkauften sich so fix, dass die Veranstalter gleich einen Termin am darauffolgenden Tag ansetzten, der genauso schnell ausverkauft war.

Was die Sängerin, Autorin, Entertainerin und Moderatorin aus Köhlen im Kreis Cuxhaven auch anfasst, wird zu Gold – ob mit oder ohne Shantychor. Schon eine halbe Stunde vor dem Auftritt summte die Rotunde der MuK wie ein Bienenstock.

„6.0 heißt: Die Alte ist jetzt 60?“

In einem legeren, weiten, dunklen Anzug nahm Ina Müller mit einem verschmitzten „Na, Lübeck!“ den Jubel entgegen und stieg mit „Ich halte die Luft an“ in den Abend ein.

Im Gepäck hatte Ina Müller aber nicht nur die Songs ihres neuen Albums. „Es gibt was Altes, was Neues und ganz viele Lieblingslieder, meine und eure“, versprach sie. „6.0 heißt auch: Die Alte ist jetzt 60“, sagte sie und philosophierte darüber, warum 60 nicht das neue 40 sei. Schließlich beginne der Zellabbau schon mit 26 Jahren. „Nur bei den Fettzellen nicht, denen hat keiner Bescheid gesagt.“

In einem legeren, weiten, dunklen Anzug trat Ina Müller mit ihrer Band auf - und gab zu, nervös zu sein.

In einem legeren, weiten, dunklen Anzug trat Ina Müller mit ihrer Band auf - und gab zu, nervös zu sein. Foto: MARCUS KABEN

Wie nervös sie war, zeigte sich gleich nach dem ersten Applaus. „Es ist so aufregend. Während ihr noch geklatscht habt, dachte ich die ganze Zeit: Nicht heulen, nicht heulen. Das sind die Wechseljahre. Ich sehe ein Reh und fange an zu weinen“, sagte sie und wischte sich schnell eine Träne weg. Überhaupt waren die Wechseljahre, ihr Singledasein und das Alter an diesem Abend ihre großen Themen. „Wechseljahre sind die Generalprobe für den Tod“, meinte sie. Würden Männer diese Zeit durchmachen, dann gäbe es schon längst ein Heilmittel dagegen. Johlen und Applaus aus dem Publikum – es bestand zu 70 Prozent aus Frauen. „Die Frauen feiern die Songs ab, und die Männer reagieren doch öfter mal angefasst“, hatte Ina Müller schon bei der Veröffentlichung ihres Albums im Interview mit Nordsee-Zeitung angekündigt.

Fans dürfen Bierdeckel mit Fragen abgeben

Zwischen den Blöcken mit Songs, darunter „Laufen“, „Gerade so, dass es reicht“, „Wenn du nicht da bist“, „Eichhörnchentag“ und „Mixedkassettentage“ beantwortete Ina Müller Fragen der Fans. Die hatten mit der Konzertkarte einen Bierdeckel bekommen, auf dem sie eine Frage notieren konnten.

Von der Frage, warum sie nicht kochen kann („Kein Bock“), über ihren schlimmsten Bühnenmoment („Fußbruch während eines Konzerts auf der Hamburger Stadtpark-Bühne“) bis zur Lieblingsstellung im Bett („Bisschen angesoffen, in Fötusstellung und alleine“) oder ob sie irgendwas in ihrem Leben bereut („Ich würde alles noch mal so machen“) beantwortete sie fast jede Frage und plauderte angeregt aus ihrem Leben.

Lange Anreise für ein Selfie mit Ina Müller

Knapp zwei Stunden ging das Frage-und-Antwort-Spiel, zwischendurch gab es viele Lieder und viele Witze, manche davon zotig, manche auch flach. Dem Publikum gefiel die Mischung, es spendete reichlich Applaus und stellte sich nach dem Konzert artig zur Autogrammstunde an.

Linda Haupt (41) und Astrid Kovert (42) aus dem Münsterland waren zum Mädels-Wochenende nach Lübeck gekommen – fast 350 Kilometer Fahrt, um Ina Müller zu sehen und ein Selfie mit ihr zu machen. Für Linda Haupt war der Release-Termin mit Autogrammstunde der Grund, die Karten für Lübeck zu kaufen und nicht auf die Tour zu warten, die im Oktober losgeht. Ihre Freundin Astrid Kovert musste sie nicht lange überreden.

„Ina Müller ist so authentisch in dem, was sie tut und singt“, schwärmte Kovert, und Haupt ergänzte: „So mitten aus dem Leben.“

Deutschland-Tour

Die Deutschland-Tour zum Album 6.0 startet am 10. Oktober in Siegen und geht bis März 2027. Am 6. März 27 ist Ina Müller mit ihrer Band in der ÖVB-Arena in Bremen zu Gast, am 11. März 27 tritt sie in der EWE-Arena in Oldenburg auf.

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