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Oldendorf

TMitmachfest für die Demokratie: Oldendorf ist im Mai dabei

Lothar Benkert (links) und Jens Stuthmann wurden für ihren ehrenamtlichen Einsatz geehrt.

Lothar Benkert (links) und Jens Stuthmann wurden für ihren ehrenamtlichen Einsatz geehrt. Foto: Helfferich

Die Gemeinde Oldendorf dankt für Engagement. Einer der Geehrten beweist seit Jahrzehnten Fitness und Fair Play. Und ein anderer setzt auf die Feuerwehrleute von morgen.

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Von Susanne Helfferich
Dienstag, 06.01.2026, 13:50 Uhr

Oldendorf. Ob nun zum 17. oder zum 18. Mal in Oldendorf der Tag des Ehrenamts begangen wurde - da war sich Oldendorfs Bürgermeister Johann Schlichtmann (WG) am Sonntagvormittag nicht ganz sicher. Wie wertvoll die ehrenamtliche Arbeit gerade für das Miteinander in den Dörfern ist, daran gibt es keinen Zweifel.

Deshalb laden Bürgermeister und Gemeinderat immer zum Jahresbeginn ein. Damit ist die Gemeinde der Bundesrepublik um Jahre voraus. Die feiert zum ersten Mal in diesem Jahr einen bundesweiten Ehrenamtstag am 23. Mai. Auch Oldendorf wird dabei sein.

Grundgesetz wird im Mai mit Ehrenamtstag gefeiert

Anlass ist, dass am 23. Mai 1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet wurde, so Johann Schlichtmann. Unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle“ solle gezeigt werden, dass Demokratie und Gemeinschaft vom Beitrag aller abhängen.

Bundesweit werde die Verfassung mit einem Mitmachfest gefeiert, kündigte Schlichtmann an und zählte für Oldendorf die 14 örtlichen Vereine plus die ehrenamtliche Ratsarbeit auf. „Hier gibt es ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft und vor allem sehr viel unentgeltliches ehrenamtliches Engagement“, so der Bürgermeister.

„Unsere Demokratie mit ihrer freiheitlichen demokratischen Grundordnung, mit den Grundrechten und Rechtmäßigkeitsgrundsätzen, braucht alle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, ohne Rücksicht auf ihre Herkunft, Nationalität oder Hautfarbe“, erklärte der ehemalige Polizeibeamte entschieden. Und er appellierte: „Einer der wichtigsten Tage in diesem Jahr ist die Kommunalwahl in diesem Jahr.“ Viele Ratsmitglieder treten nicht wieder an, auch er selbst nicht. Er hofft auf das Engagement der Jüngeren. „Wir brauchen junge Menschen, die in unsere Fußstapfen treten.“

Seit 18 Jahren Leiter der Jugendfeuerwehr

Von den fünf zu Ehrenden waren am Sonntag nur zwei erschienen: Jens Stuthmann leitet seit 18 Jahren als Jugendwart die Jugendfeuerwehr. Er bezeichnet im Gespräch mit dem TAGEBLATT seine ehrenamtliche Arbeit als Erfolgsmodell. Die steigende Mitgliederzahl bestärkt den 55-Jährigen: Anfangs seien vielleicht 10 oder 15 Kinder Mitglied der Jugendfeuerwehr gewesen. Heute sind es 28 - darunter meist acht bis zehn Mädchen - und es gibt eine Warteliste.

„Das zeigt, dass wir gute Arbeit leisten“, so Stuthmann. Es gebe nicht nur Übungsabende. Übers Jahr seien die Jugendlichen auch beim Müllsammeln oder Osterfeuer dabei oder beeindrucken beim Laternenlaufen mit Fackeln. Und zeigen so Präsenz.

Jugendwart kündigt Abschied in zwei Jahren an

Jens Stuthmann und acht weitere Betreuer besuchen mit den Kindern auch andere Wehren, etwa die Werksfeuerwehr der Dow. Hinzu kommt, dass Oldendorf mit der Stützpunktwehr einiges zu bieten hat. „Rote Autos üben eine besondere Faszination auf Kinder aus“, stellt Stuthmann fest.

Und die hält sich über die Jahre. Mit 16 Jahren können die Jugendlichen in die Einsatzabteilung wechseln, aber auch bis zum 18. Geburtstag in der Jugendwehr bleiben. „Einige machen beides“, so Stuthmann. Und wer erst mal in der Einsatzabteilung mitmische, bleibe dann viele Jahre.

Noch zwei Jahre will er die Jugendabteilung weiterführen, „das habe ich so mit meiner Frau vereinbart“, sagt er. Dann hat er zwei Jahrzehnte die Jugendarbeit begleitet. Potenzielle Nachfolger stehen bereit.

Mit fast 80 Jahren das Goldene Sportabzeichen abgelegt

Lothar Benkert engagierte sich mehrere Jahrzehnte im Turn- und Spielverein (TuS) Oldendorf. Von 1973 bis 1979 war er Schriftwart und von 1980 bis 1993 zweiter Vorsitzender im größten Verein des Dorfes. Daneben war er als Übungsleiter tätig und leitete seit 1966 die Montagsturner, die sich mit Turnen und Gymnastik fit hielten. Vor ein paar Jahren absolvierte der damals fast 80-Jährige zum 50. Mal das Goldene Sportabzeichen.

Auf die Frage, wie sich der heute 86-Jährige fit hält, antwortet er: „Man muss immer in Bewegung bleiben, sich einen Sportverein oder eine Gruppe suchen, mitmachen und die Gemeinschaft pflegen.“

In Abwesenheit wurden Christine Kruse, die 27 Jahre Vorsitzende des Chors Our Sound war, Elke Schiewe-Frey, die im selben Verein mehr als zehn Jahre zweite Vorsitzende war sowie Monika Blömpott geehrt, die sich mehr als ein Jahrzehnt um die Öffentlichkeitsarbeit kümmerte.

Ein Dankeschön für alle Ehrenamtlichen in Oldendorf: Bürgermeister Johann Schlichtmann und Gemeinderat luden zur Ehrungsveranstaltung ein.

Ein Dankeschön für alle Ehrenamtlichen in Oldendorf: Bürgermeister Johann Schlichtmann und Gemeinderat luden zur Ehrungsveranstaltung ein. Foto: Helfferich

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