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Kandidatur

TMoin am Gartenzaun: Maren Kleinschmidt über ihr neues Zuhause in Ahlerstedt

Der Pastorenteich in Ahlerstedt ist einer von Maren Kleinschmidts Lieblingsplätzen in der Samtgemeinde Harsefeld.

Der Pastorenteich in Ahlerstedt ist einer von Maren Kleinschmidts Lieblingsplätzen in der Samtgemeinde Harsefeld. Foto: P. Meyer

Maren Kleinschmidt, Kandidatin fürs Amt der Rathauschefin, ist nach Ahlerstedt gezogen. Für den Job pendelt sie - ihr Mann Dennis wohnt schon fest hier. Wie sie sich eingelebt hat und was ihre Pläne sind.

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Von Pauline Meyer
Mittwoch, 15.04.2026, 05:45 Uhr

Harsefeld. Die Küche ist modern, schwarz mit Holzelementen, das Wohnzimmer hell mit Blick in den Garten, und die große graue Couch bietet Platz für die ganze Familie. Es ist noch nicht lange her, seit Maren Kleinschmidt ihr neues Zuhause in Ahlerstedt gefunden hat.

„Am Anfang haben wir auf einer Luftmatratze geschlafen“, erinnert sie sich an die ersten Nächte im neuen Haus. Nach und nach machen es sich Kleinschmidts hier wohnlich, einige Möbel fehlen noch. Wohl fühlen sie sich aber jetzt schon - im neuen Zuhause und in der Samtgemeinde. Denn hier soll es für sie nicht nur einen persönlichen, sondern auch einen beruflichen Neuanfang geben.

Maren Kleinschmidt will Samtgemeindebürgermeisterin in Harsefeld werden. Das wurde bereits im vergangenen Sommer bekanntgegeben. Aktuell ist sie die einzige Kandidatin im Rennen um das Amt, kann neben der SPD, die sie vorgeschlagen hat, auch auf Rückendeckung der Freien Wählergemeinschaft und der Grünen zählen.

Blick auf den Kirchturm: In Ahlerstedt passte alles

Noch pendelt Maren Kleinschmidt regelmäßig zwischen Harsefeld und Lengede, wo sie seit zehn Jahren Bürgermeisterin ist. Zwei Stunden Fahrt sind das hin und zwei Stunden Fahrt wieder zurück. „Das ist machbar“, sagt die 39-Jährige.

Samtgemeindebürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt in ihrem neuen Zuhause in Ahlerstedt.

Samtgemeindebürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt in ihrem neuen Zuhause in Ahlerstedt. Foto: P. Meyer

Dass Maren Kleinschmidt ihren Lebensmittelpunkt einmal nach Ahlerstedt verlegen würde, war zunächst gar nicht geplant. Eigentlich wollten sie und ihr Mann Dennis in Lengede bauen. Nachdem sich die Verwaltungsfachwirtin für ihre Kandidatur in der Samtgemeinde entschieden hatte, warf das Paar diese Pläne aber über Bord.

Ein neues Heim musste her, in Harsefeld, und aus praktischen Gründen am liebsten im Flecken. Doch fündig wurden Kleinschmidts nicht. Stattdessen gab es ein Angebot in Ahlerstedt. „Das hat einfach gepasst“, erinnert sich Maren Kleinschmidt. Die Wege seien hier kurz, Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar, Schulen in der Nähe. „Und man sieht den Kirchturm“, freut sie sich. „Was will man mehr?“

Tolles Miteinander: „Hier sagt jeder Moin“

Während Maren Kleinschmidt noch pendelt, ist Ehemann Dennis längst vor Ort angekommen. Er hat eine neue Aufgabe übernommen, als sportlicher Leiter beim JFV A/O/B/H/H. Auch darüber entstehen Kontakte, Gespräche, erste Verbindungen. Es gab schon Einladungen aus der Nachbarschaft, Gespräche am Gartenzaun oder einen Besuch auf einem 70. Geburtstag. „Wir sind hier mit offenen Armen empfangen worden“, beschreibt Dennis Kleinschmidt die ersten Wochen.

Diese Offenheit ist dem Paar sofort aufgefallen. „Hier grüßt jeder auf der Straße, hier sagt jeder Moin“, sagt Maren Kleinschmidt. Für sie sage das viel über das Miteinander aus. Gemeinschaft ist etwas, das sie schätzt und etwas, das sie auch politisch mittragen möchte.

Lieblingsorte: Abschalten in der Natur

Wenn Zeit bleibt, zieht es Familie Kleinschmidt nach draußen. Die Klosteranlagen in Harsefeld haben es dem Paar und seinen zwei Söhnen besonders angetan, ebenso die vielen Wanderwege. „Da kann man sich richtig erden“, sagt Maren Kleinschmidt. Auch wenn sie selbst keinen grünen Daumen habe, genieße sie die Zeit in der Natur sehr.

In Ahlerstedt ist es der Mehrgenerationenpark am Pastorenwald, wo sie gern unterwegs ist - zum Abschalten und zur Ruhe kommen. Wobei es ganz ohne Austausch nur selten geht. „Einen richtigen Feierabend gibt es bei uns eigentlich nicht“, sagt Dennis Kleinschmidt. „Weil wir beide unsere Leidenschaft zum Beruf machen durften.“ Die Kleinschmidts mögen den Kontakt zu Menschen und suchen den Austausch - beruflich wie privat.

Kandidatin für die Samtgemeinde Harsefeld: Maren Kleinschmidt mit Ehemann Dennis Kleinschmidt und den Söhnen Karl (links) und Lewis im Klosterpark.

Kandidatin für die Samtgemeinde Harsefeld: Maren Kleinschmidt mit Ehemann Dennis Kleinschmidt und den Söhnen Karl (links) und Lewis im Klosterpark. Foto: Fehlbus (Archiv)

Diese Haltung prägt auch Maren Kleinschmidts Verständnis von Verwaltung. „Nähe zum Bürger ist meine Arbeit“, sagt sie. Für sie ist Verwaltung eine Dienstleistung, die mit Verantwortung verbunden ist. Ein Anspruch, den sie auch in Harsefeld umsetzen möchte.

Infrastruktur, Digitalisierung und keine Einheitsgemeinde

Inhaltlich setzt sie auf Themen, die sich auch aus ihrem Alltag vor Ort ergeben. Das Miteinander in der Samtgemeinde stärken, auch wenn sie wächst. Infrastruktur weiterentwickeln, nicht nur im Verkehr, sondern auch im Gesundheitsbereich und bei der Nahversorgung, gerade in kleineren Orten. Auch wirtschaftlich erkennt sie Potenzial. Die gute Lage der Samtgemeinde sei ein Vorteil, den man nutzen müsse, aber nicht ausreizen dürfe, wie Kleinschmidt betont. Ziel sei es, bestehende Unternehmen zu halten und neue anzusiedeln, um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu sichern.

Beim Thema Digitalisierung setzt sie klare Prioritäten. Diese sei wichtig, aber kein Selbstzweck. „Wichtiger ist, dass Verwaltung bürgernah ist“, so Kleinschmidt. Wie genau das umgesetzt wird, müsse vor Ort entschieden werden.

Samtgemeindebürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt fühlt sich wohl in Ahlerstedt.

Samtgemeindebürgermeisterkandidatin Maren Kleinschmidt fühlt sich wohl in Ahlerstedt.

Ein Thema stellt Maren Kleinschmidt gleich klar: Die Diskussion um eine Einheitsgemeinde - wie Lengede eine ist - will sie nicht anstoßen. „Solange es hier kein Thema ist, werde ich es auch nicht dazu machen.“ Stattdessen gehe es ihr darum, das Bestehende weiterzuentwickeln und gemeinsam mit den Menschen hier an einem Strang zu ziehen.

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