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TNeue Pastorin: Ihr besonderer Weg in die Kirchen Burweg und Großenwörden

Jetzt sind sie Kollegen: „Ich freue mich über Susannes Entwicklung und bin überzeugt, dass sie als gute Pastorin nach Burweg geht“, sagt Bargstedts Pastor Andreas Hellmich.

Jetzt sind sie Kollegen: „Ich freue mich über Susannes Entwicklung und bin überzeugt, dass sie als gute Pastorin nach Burweg geht“, sagt Bargstedts Pastor Andreas Hellmich. Foto: Fotostudio Augenblicke

Von der Erzieherin zur Seelsorgerin „mit Leib und Seele“: Susanne von Issendorff wird neue Pastorin in Burweg und Großenwörden. Ihr Weg dorthin ist ungewöhnlich.

Von Gisela Rivinius-Stucke 07.09.2026, 13:50 Uhr

Burweg. Sie war „Pfarrverwalterin in Ausbildung“. Jetzt ist Susanne von Issendorff Pastorin. Ohne Vollstudium, aber nahe an den Menschen, denen sie vermitteln und vorleben möchte, was ihr Leben ausmacht: der Glaube an den dreieinigen Gott. „Ich glaube, wir als Christen haben die beste Botschaft überhaupt“, sagt Susanne von Issendorff.

Diese Botschaft von der Liebe Gottes ist ihre Basis, die sie weitergeben möchte. Dafür hat sie in den vergangenen 18 Monaten mit einer speziellen Ausbildung die Voraussetzungen geschaffen: Aus der Erzieherin wurde eine, wie sie hofft, „Seelsorgerin mit Leib und Seele“.

Seelsorge liegt in der Familie


Susanne von Issendorff kommt aus einer Pastorenfamilie. Nicht nur ihr Vater, auch drei Onkel, Tanten und zwei ihrer drei Schwestern wurden nach dem Theologiestudium ordiniert. Ihre dritte Schwester ist im Hamburger Kirchenamt in der Verwaltung tätig.

Hat diese geballte Pastorendominanz nicht eher abschreckend gewirkt? „Nein“, antwortet Susanne von Issendorff. Auch wenn sie einen anderen Beruf wählte und Erzieherin wurde, blieb die christliche Grundlage prägend.

Neben der täglichen Arbeit mit den Kindern war sie immer in Ehrenämtern aktiv, gehörte in Stade zum Kirchenvorstand, sang in Chören, stand als Lektorin und Prädikantin auf verschiedenen Kanzeln, half beim Konfirmandenunterricht und leitete Kinderfreizeiten. Was ihr ein besonderes Anliegen war: „Da konnte ich den christlichen Gedanken mehr in den Fokus nehmen“, sagt sie.

Superintendent gibt entscheidenden Impuls

Sie merkte immer deutlicher, dass sie ihrem Leben eine andere Richtung geben wollte. Obwohl ihr die Arbeit mit Kindern - erst in Hamburg, dann in Stade und zuletzt in Jork - gefiel.

Den entscheidenden Impuls gab Stades Superintendent Dr. Marc Wischnowsky, bei dem Susanne von Issendorff als Lektoren- und Prädikantensprecherin im Landkreis Stade zum Antrittsbesuch war. „Darf ich mit Ihrem Namen nach Hannover gehen?“ So ähnlich lautete Wischnowskys rätselhafte Antwort auf ihre Frage, ob er für sie eine Möglichkeit sehen würde, noch mehr im kirchlichen Kontext zu gestalten. Ohne auch nur eine Sekunde an des Rätsels Lösung zu verschwenden, sagte sie kurz und bündig: „Machen Sie es, ich bin gespannt.“ Was blieb, war das „Gefühl einer Chance, dass sich etwas Neues entwickeln könnte“.

Traumberuf auf dem zweiten Bildungsweg

Wischnowsky lieferte. Er offerierte Susanne von Issendorff die Möglichkeit, ihren Traumberuf in Theorie und Praxis unter dem Titel „Pfarrverwalterin in Ausbildung“ quasi im zweiten Bildungsweg zu bekommen. Diese Möglichkeit gibt es bereits seit Anfang der 1950er Jahre, als es zu wenig Pastoren gab, und wurde auf Grund des kirchlichen Fachkräftemangels neu aufgelegt.

Die Erzieherin hängte ihren Job an den Nagel. Mit sieben Gleichgesinnten ging es zum ersten Seminar nach Hannover, dann kam mit der Zuteilung ihrer „Ausbildungsgemeinde“ Bargstedt der Sprung ins kalte Wasser. „Ich hätte es nicht besser treffen können, Bargstedt war für mich der absolute Glücksfall“, so Susanne von Issendorff.

Da ihr Vater Pastor in Oerel bei Bremervörde war, kannte sie sowohl die Gemeinden im Umkreis als auch mit Ortspastor Andreas Hellmich ihren, so der offizielle Titel, „Mentor und Ausbildungsverantwortlichen vor Ort“.

Lernprozess in Bargstedt

In einer ersten Einarbeitungsphase war sie überall dabei: Sie besuchte Gruppen und Kreise, den Kirchenvorstand, Trauungen, Beerdigungen, Konfirmandenunterricht und Gottesdienste. Es war sowohl für den Mentor wie für die Pfarrverwalterin in Ausbildung „mehr als nur ein Lernprozess“.

In Gesprächen und Diskussionen über „Gott und die Welt“ lernte auch der erfahrene Pastor, „Altvertrautes ganz neu zu sehen und zu reflektieren“.

Da Susanne von Issendorff bereits lange als Prädikantin und im Kirchenvorstand Erfahrungen gesammelt hatte, musste sie „nicht bei Null anfangen“. Sie hospitierte bei einem heimischen Bestatter, erhielt die nötigen Einblicke, bis sie auf sich selbst gestellt war.

Viel Vertrauen und Hilfe

Ob Gottesdienst, die erste Trauung, die erste Beerdigung: Es waren viele erste Male für die Pfarrverwalterin in Ausbildung. Von der Gemeinde wurde sie mit offenen Armen aufgenommen. „Ich habe unglaublich viel Vertrauen und Hilfe erfahren“, sagt Susanne von Issendorff.

Ihre erste eigene Pfarrstelle führt Susanne von Issendorff nach Horst-Burweg im Kirchenkreis Stade. Dort wird sie am Sonntag, 4. Oktober, als Pastorin ordiniert und in ihr neues Amt eingeführt.

Der Abschied fällt ihr nicht leicht: „Ich gehe mit traurigem Herzen aus Bargstedt weg - und mit fröhlichem Herzen und mit neugieriger Freude auf alles, was mich erwartet, an meine neue Aufgabe.“

Im Gespräch: Pfarrverwalterin Susanne von Issendorf mit ihrem Mentor Andreas Hellmich in der Bargstedter Primus-Kirche.

Im Gespräch: Pfarrverwalterin Susanne von Issendorf mit ihrem Mentor Andreas Hellmich in der Bargstedter Primus-Kirche. Foto: Foto: Gisela Rivinius-Stucke

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