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Rekordpreise

TNeuer Boom um Pokémon-Karten: So wertvoll sind Ihre Kindheits-Schätze

Seit Dezember 2025 führt Martin Kirmit den Sammelkartenladen „TCGHimmel“ in Bremerhaven.

Seit Dezember 2025 führt Martin Kirmit den Sammelkartenladen „TCGHimmel“ in Bremerhaven. Foto: Ebner

Seltene Pokémon-Karten erzielen Rekordpreise, alte Sammlungen erleben ein Comeback. Wie Händler Martin Kirmit den Hype wahrnimmt und welche Faktoren für den Wert entscheidend sind.

Von Robert Ebner Samstag, 28.02.2026, 17:50 Uhr

Bremerhaven. Im Jahr 2021 kaufte der US-amerikanische Influencer Logan Paul die Pokémon-Karte „Pikachu Illustrator“ für vier Millionen Dollar. Fünf Jahre später versteigerte Paul die Karte für die astronomische Summe von 16,5 Millionen Dollar – eine Wertsteigerung von mehr als 300 Prozent. „Mein erster Gedanke, als ich das gehört habe, war ‚Das ist eine Menge Geld‘“, sagt Martin Kirmit (28), Inhaber des Sammelkartengeschäfts „TCGHimmel“.

Derartige Schlagzeilen haben einen großen Einfluss auf den Markt. Laut Kirmit erkennen Investoren, dass Geld in dieser Branche steckt, und investieren hohe Summen. „Darunter leiden Sammler und Liebhaber, weil die Preise deutlich in die Höhe schießen“, erklärt er. Dass Händler wie er davon profitieren, sei ein Trugschluss.

Pokémon-Karten als Investment: Knappheit und steigende Preise für Händler

Denn durch die hohen Summen, die Investoren bezahlen, entsteht eine Knappheit auf dem Markt. „Kleinere Geschäfte leiden darunter, weil wir beim Großhändler keine Ware mehr bekommen“, sagt der 28-Jährige. Außerdem steigen die Einkaufspreise für ihn stark an.

Der Anteil an Personen, die Pokémon-Karten als Investment sehen, ist laut Kirmit „extrem angestiegen“. In seinem Geschäft überwiegt jedoch weiterhin deutlich der Anteil an Kindern und Sammlern. Martin Kirmit ist es wichtig, dass der Spaß im Vordergrund steht. Das vermitteln er und sein Team der Kundschaft auch.

Pokémon-Karten: Wie sich der Wert zusammensetzt

Die Entwicklung von Sammelkarten hin zum Finanzprodukt ist jedoch nicht aufzuhalten. „Mittlerweile tauschen Kinder auf dem Schulhof nach Wert – das war zu meiner Zeit nicht so“, erzählt er. Auf lange Sicht sei ein weiteres Wachstum zu erwarten. Dennoch ist eine Geldanlage in Pokémon-Karten risikoreich. „Eine Karte kann heute 150 Euro kosten und morgen nur noch 50 Cent wert sein“, sagt Kirmit.

Im Jahr 2021 kaufte der US-amerikanische Influencer Logan Paul die Pokémon-Karte „Pikachu Illustrator“ für vier Millionen Dollar. Fünf Jahre später versteigerte Paul die Karte für die astronomische Summe von 16,5 Millionen Dollar – eine Wertsteigerung von mehr als 300 Prozent. „Mein erster Gedanke, als ich das gehört habe, war ‚Das ist eine Menge Geld‘“, sagt Martin Kirmit (28), Inhaber des Sammelkartengeschäfts „TCGHimmel“.

Die Karten „Giratina“ und „Bubble Mew“ gehören zu den wertvollsten im Besitz von Martin Kirmit: Mit der höchsten Bewertung durch eine professionelle Firma könne der Wert pro Karte bis zu 1.500 Euro betragen.

Die Karten „Giratina“ und „Bubble Mew“ gehören zu den wertvollsten im Besitz von Martin Kirmit: Mit der höchsten Bewertung durch eine professionelle Firma könne der Wert pro Karte bis zu 1.500 Euro betragen. Foto: Ebner

Derartige Schlagzeilen haben einen großen Einfluss auf den Markt. Laut Kirmit erkennen Investoren, dass Geld in dieser Branche steckt, und investieren hohe Summen. „Darunter leiden Sammler und Liebhaber, weil die Preise deutlich in die Höhe schießen“, erklärt er. Dass Händler wie er davon profitieren, sei ein Trugschluss.

Pokémon-Karten als Investment: Knappheit und steigende Preise für Händler

Denn durch die hohen Summen, die Investoren bezahlen, entsteht eine Knappheit auf dem Markt. „Kleinere Geschäfte leiden darunter, weil wir beim Großhändler keine Ware mehr bekommen“, sagt der 28-Jährige. Außerdem steigen die Einkaufspreise für ihn stark an.

Der Anteil an Personen, die Pokémon-Karten als Investment sehen, ist laut Kirmit „extrem angestiegen“. In seinem Geschäft überwiegt jedoch weiterhin deutlich der Anteil an Kindern und Sammlern. Martin Kirmit ist es wichtig, dass der Spaß im Vordergrund steht. Das vermitteln er und sein Team der Kundschaft auch.

Pokémon-Karten: Wie sich der Wert zusammensetzt

Die Entwicklung von Sammelkarten hin zum Finanzprodukt ist jedoch nicht aufzuhalten. „Mittlerweile tauschen Kinder auf dem Schulhof nach Wert – das war zu meiner Zeit nicht so“, erzählt er. Auf lange Sicht sei ein weiteres Wachstum zu erwarten. Dennoch ist eine Geldanlage in Pokémon-Karten risikoreich. „Eine Karte kann heute 150 Euro kosten und morgen nur noch 50 Cent wert sein“, sagt Kirmit.

Der Wert einer Karte setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Die wichtigsten sind:

  • Seltenheit und Edition
  • Beliebtheit des Pokémon
  • Zustand der Karte
  • Professionelle Bewertung

Die „Pikachu Illustrator“-Karte von Logan Paul

Angewandt auf die 16,5-Millionen-Dollar-Karte: Die Karte ist besonders selten. Es gibt sie angeblich nur 39-mal auf der Welt. Insgesamt existieren über 75 Milliarden Pokémon-Karten. Pikachu gehört zu den beliebtesten Pokémon weltweit. Der Zustand der Karte gilt als außergewöhnlich gut. Zudem wurde sie von einer renommierten Firma der Branche mit der höchsten Bewertung versehen. Zudem gilt die Karte als „heiliger Gral“ im Pokémon-Universum.

Martin Kirmit besitzt mehr als 25.000 Pokémon-Karten. Bei „TCGHimmel“ gehen hauptsächlich Karten im Wert von zwei bis 50 Euro über die Ladentheke. In seinem Laden gibt es auch seltenere Exemplare jenseits der 200 Euro. Zudem ist er im Besitz zweier Karten, die derzeit nicht zum Verkauf stehen. Kirmit möchte die Karten zuvor professionell bewerten lassen. Bei einer Topbewertung sind Werte von bis zu 1.500 Euro pro Karte möglich.

Sicherheitsrisiko durch wertvolle Pokémon-Karten

Vor einem Monat sorgte ein Raubüberfall auf einen Pokémon-Kartenladen in New York für Schlagzeilen. Mehrere maskierte Männer, bewaffnet mit mindestens einer Schusswaffe, zertrümmerten Vitrinen und stahlen Waren im Wert von über 100.000 US-Dollar. Derartige Verbrechen häufen sich weltweit – auch in Deutschland. „Natürlich hat man Angst, hoffentlich bleiben wir verschont“, sagt Kirmit.

Sein Laden ist für ihn ein Traum, den er sich selbst verwirklicht hat. Auch die Community in Bremerhaven sei froh darüber, dass das Geschäft existiert. Mit so viel Zustimmung und einem derart großen Andrang habe er selbst nicht gerechnet. „Wenn ein Einbrecher diese Leidenschaft mitnimmt und entreißt, dann wüsste ich nicht – vom Finanziellen abgesehen –, wie ich damit umgehen soll“, erzählt er.

Wie Kirmit seine Karten bei „TCGHimmel“ schützt

Um sich vor Diebstählen zu schützen, hat er in allen Räumen Überwachungskameras installiert. Außerdem sind besonders wertvolle Karten in Vitrinen mit Schlössern gesichert. „Aber es wurde auch schon im Louvre eingebrochen und Bankschließfächer wurden zuletzt auch ausgeraubt“, ordnet er ein. Bis auf einen kleineren Diebstahlversuch blieb er bisher verschont.

Wertvollere Karten sind in Vitrinen mit Schlössern gesichert.

Wertvollere Karten sind in Vitrinen mit Schlössern gesichert. Foto: Ebner

Pokémon-Karten erlebten Ende der 90er-Jahre ihren Durchbruch. Gerade für jüngere Menschen war es schwer, sich dem Hype zu entziehen. Seit einigen Jahren ist der Hype nach einer Flaute zurückgekehrt. Immer wieder kommen Menschen zu „TCGHimmel“ und zeigen alte Sammlungen, um diese gegebenenfalls zu verkaufen.

Erwartungen von Besuchern im Laden

„Oft denken Besucher auch, dass sie hier mit einer Million Euro wieder hinausgehen“, sagt er. Dann gelte es, aufzuklären. Nicht alle Karten seien so wertvoll. „Ich bin mir aber sehr sicher, dass es hier in Bremerhaven in irgendwelchen Kellern noch einige Schätze gibt“, sagt er und lacht.

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