TOhne Führerschein: 25-Jähriger nach schwerem Unfall verurteilt
Ein schwerer Unfall an der Hafenstraße in Bremerhaven aus dem Jahr 2024 hat für den Autofahrer lebenslängliche Folgen. Foto: Feuerwehr Bremerhaven
Das Auto war nur noch ein Wrack, nachdem es in Bremerhaven gegen einen Baum geprallt war. Der Fahrer überlebte den schweren Unfall und wurde nun verurteilt.
Bremerhaven. Das Auto, ein VW Golf, sah nach dem Aufprall aus wie aus der Schrottpresse: Nur noch ein Haufen Blech war übrig, nachdem der damals 25-jährige Mann aus Bremen am 25. Mai 2024 mit dem Wagen gegen einen Baum am Seitenrand der Hafenstraße in Bremerhaven gefahren war. Es fehlten nur wenige Meter bis zum Schaufenster von Pelz Märcker.
Der Autofahrer überlebte den Unfall und konnte verletzt gerettet werden. Andere Personen oder Fahrzeuge sind durch den Unfall nicht zu Schaden gekommen. Die Feuerwehrkräfte der Feuerwehr Bremerhaven sicherten die Unfallstelle. Die Hafenstraße wurde voll gesperrt.
Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelte zunächst wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr nach einem Überholmanöver auf der rechten Spur.
Anklage wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis
Nun kam es zur Hauptverhandlung am Amtsgericht Bremerhaven. Angeklagt wurde der Mann nur noch wegen Fahrens ohne Führerschein. Denn was die Staatsanwaltschaft nicht wusste: Der schreckliche Unfall hatte für den Fahrer selbst schreckliche Konsequenzen.
Erst in der Hauptverhandlung stellte sich für die Richter heraus, dass der Angeklagte eine Querschnittslähmung von dem Unfall davongetragen hat, berichtet Benjamin Bünemann, Vizepräsident am Amtsgericht Bremerhaven. Der Angeklagte habe im Rollstuhl an der Verhandlung teilgenommen. Er habe allerdings keine Erinnerung an den Unfallhergang. Mit einem Attest bescheinigte er die nun festgestellte Diagnose Epilepsie. Ein Krampfanfall könnte möglicherweise Ursache für den folgenreichen Unfall gewesen sein.
Das Gericht verhängt Geldstrafe gegen den Autofahrer
Die Diagnose Epilepsie und die Querschnittslähmung infolge des Unfalls wirkten sich strafmildernd aus. Das Verfahren wurde daher mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft auf den Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis beschränkt. Der Angeklagte ist nun rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 12 Euro verurteilt. Ferner wurde eine Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis von zwei Jahren verhängt.
Die Mitarbeiter des Gartenbauamts Bremerhaven hatten sich nach dem Unfall um die Rettung des angefahrenen Baums bemüht. Die Platane wurde mit schwarzer Folie bandagiert. So sollte der Stamm vor Austrocknung und Sonneneinstrahlung geschützt werden. Die Kosten für die Baumrettung wurden von der Versicherung des Autofahrers getragen.
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