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Gerätehaus

TPlatzmangel: Ahlerstedter Feuerwehr muss auf externe Halle ausweichen

Das Feuerwehrgerätehaus in Ahlerstedt soll in Zukunft noch einen Anbau erhalten.

Das Feuerwehrgerätehaus in Ahlerstedt soll in Zukunft noch einen Anbau erhalten. Foto: P. Meyer

In Sachen Gerätehäuser plant die Samtgemeinde Harsefeld 2026 einiges. Während der Anbau in Ahlerstedt warten muss, soll Brests Modell zur Vorlage für andere Orte werden.

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Von Pauline Meyer
Mittwoch, 04.02.2026, 15:50 Uhr

Ahlerstedt. Wenn die Einsatzkleidung nach einem Brand verrußt ist, braucht es eine schnelle Lösung für die Feuerwehrkräfte. Für solche Fälle verfügt die Feuerwehr Ahlerstedt seit dem vergangenen Jahr über einen Hygieneanhänger. Untergestellt ist dieser allerdings nicht im Ahlerstedter Gerätehaus, sondern in einer eigens angemieteten Halle. Denn für den Anhänger und das dazugehörige Zugfahrzeug reicht der Platz im Feuerwehrgerätehaus nicht aus.

„Das ist eine pragmatische Lösung, aber nicht zufriedenstellend“, betonte der stellvertretende Ortsbrandmeister Mirko Witkowski auf der jüngsten Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ahlerstedt. Vor gut einem Jahr hatte die Gemeinde die externe Halle angemietet, um das neue Fahrzeug sicher und trocken unterstellen zu können.

Anbau lässt auf sich warten: Externe Halle ist eine Übergangslösung

Der Hygieneanhänger kommt zum Einsatz, wenn Einsatzkleidung kontaminiert wurde, etwa nach Brandeinsätzen mit starker Rauchentwicklung. „Die Einsatzkräfte gehen hinein, entkleiden sich, verschließen ihre Kleidung in einem Beutel, können duschen und verlassen den Anhänger mit frischer Kleidung“, erklärt Feuerwehrsprecher Jürgen Bockelmann. Der Anhänger sei bereits mehrfach im Einsatz gewesen und stelle einen deutlichen Zugewinn für den Gesundheitsschutz der Feuerwehrleute dar. Perspektivisch hoffe die Ortswehr weiterhin auf einen Anbau an dem erst 2015 errichteten Gerätehaus, um den Anhänger dauerhaft vor Ort unterbringen zu können.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Mirko Witkowski (links) leitete die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ahlerstedt.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Mirko Witkowski (links) leitete die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ahlerstedt. Foto: Bockelmann

Dass dieser Anbau bislang nicht realisiert wurde, liegt an baurechtlichen Vorgaben. Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück betont jedoch, dass die Übergangslösung keinesfalls das Ende der Planungen sei. „Der Anbau ist nicht vom Tisch“, so Kück. Allerdings hätten sich die Prioritäten zuletzt verschoben. Unter anderem durch bevorstehende Millioneninvestitionen im Schulbereich, etwa im Zuge der Einführung des Ganztagesbetriebs. „Wir haben noch viel vor der Brust“, macht Kück deutlich. Die angemietete Halle in Ahlerstedt sei dabei ein notwendiger Zwischenschritt, bis langfristige Lösungen umgesetzt werden können. Umso mehr lobt sie die kooperative Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die die derzeitige Lösung mitträgt.

Die Ortswehr Ahlerstedt zählt aktuell 52 aktive Mitglieder. Im vergangenen Jahr erhielt die Ortswehr zusätzlich ein neues Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 3000, das ein knapp 30 Jahre altes Fahrzeug ersetzte.

Effizienter Plan: Ein Modell für viele Standorte

Die Situation in Ahlerstedt ist nur ein Teil des Bildes. In der gesamten Samtgemeinde sollen Feuerwehrgerätehäuser saniert oder neu gebaut werden. Als nächstes ist Brest an der Reihe: Für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses sind in diesem Jahr etwa 1,8 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Gemeinsam mit der Feuerwehr hat das Harsefelder Bauamt hierfür ein Gebäudemodell in Modulbauweise entwickelt, das künftig auch an anderen Standorten eingesetzt werden kann. „Mit diesem Modell wollen wir Kosten und Zeit einsparen“, erklärt Ute Kück. Man könne mit einem gemeinsamen Grundriss, der Grundlage für mehrere Häuser sein soll, in der Planung effizienter vorgehen.

Vorgesehen sind neben einer Fahrzeughalle und getrennten Umkleiden und Sanitärräumen für Männer und Frauen unter anderem auch Büro, Lager, Werkstatt und ein Schulungsraum. Details werden zwischen der Feuerwehr und der Bauverwaltung abgestimmt.

Auch in Harsefeld besteht Handlungsbedarf. Das dortige Vorhaben sei kostenintensiver, habe aber eine hohe Priorität, so die Samtgemeindebürgermeisterin. Hier gibt es unter anderem Mängel in den Umkleiden, die nicht nach Geschlechtern getrennt sind und im Schulungsraum, der zu klein ist. Die Verwaltung habe zunächst prüfen lassen, welches die wirtschaftlichste Lösung für den Standort sei, erklärt Ute Kück: „Ein Anbau ist der richtige Weg.“ Ein erster Entwurf sei danach durch die Gemeinde erarbeitet worden und werde nun gemeinsam mit der Feuerwehr weiterentwickelt. Für die Detailplanung stehen noch Haushaltsmittel aus 2025 zur Verfügung.

Das Feuerwehrgerätehaus in Kakerbeck ist in die Jahre gekommen.

Das Feuerwehrgerätehaus in Kakerbeck ist in die Jahre gekommen. Foto: P. Meyer

Zusätzlich plant die Samtgemeinde in diesem Jahr weiteren Grunderwerb für künftige Feuerwehrgerätehäuser - etwa in Ahrensmoor oder aber in Ottendorf, wo bereits konkrete Vereinbarungen getroffen wurden. Für das in die Jahre gekommene Feuerwehrgerätehaus in Kakerbeck hat die Feuerwehrunfallkasse jüngst einen potenziellen Standort gesichtet.

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