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Drochtersen

TRegenpech und Megafon-Party: 11 Erinnerungen an 50 Jahre Ferienspaß

In den Sommerferien folgt in Drochtersen traditionell ein Kinderfest auf das nächste.

In den Sommerferien folgt in Drochtersen traditionell ein Kinderfest auf das nächste. Foto: Dirk Ludewig

Die größte Panne, ein Scooter-Moment und das emotionalste Erlebnis: Dirk Ludewig hat beim Ferienspaß in Drochtersen viel erlebt und viel zu erzählen.

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Von Lars Wertgen
03.08.2026, 11:55 Uhr

Drochtersen. Die ersten 2000 Pässe für den Ferienspaß in Drochtersen hat Dirk Ludewig in stundenlanger Arbeit per Hand geschrieben und geklebt. Das war 1976. Als junger Lehrer hatte der heute 80-Jährige die Idee aus seiner Heimatstadt Gronau nach Kehdingen gebracht. In den vergangenen 50 Jahren ist einiges passiert.

Die schönste Begegnung

Kinder, die in den ersten Jahren des Ferienspaßes teilgenommen haben, trifft Ludewig noch heute bei den Events. Sie nehmen nicht mehr aktiv teil, bringen aber als Eltern oder Großeltern ihre eigenen Kinder und Enkel mit. „Der Ferienspaß verbreitet seit Generationen Spaß. Das freut mich“, so Ludewig.

Wo Dirk Ludewig auftaucht, ist für Spaß und Unterhaltung gesorgt.

Wo Dirk Ludewig auftaucht, ist für Spaß und Unterhaltung gesorgt. Foto: Brunsch

Die größte Panne

Kaum einer organisiert so viel wie Ludewig. Da wundert es nicht, dass ihm auch schon mal ein Termin durchgerutscht ist. „Ich habe mal eine Veranstaltung in der Kulturscheune vergessen“, erinnert sich Ludewig.

Die Kinder standen vor verschlossenen Türen. Verwunderte Eltern riefen bei ihm an. „Ich war auch noch unterwegs“, sagt er. Ludewig machte direkt kehrt, fuhr nach Drochtersen, baute die Technik auf. „Und dann ging es los“ - mit einer halben Stunde Verspätung.

Die kurioseste Veranstaltung

Einmal stand die Kinderdisco vor dem Abbruch, weil die Musikanlage plötzlich ausgefallen war. Ludewig rettete das Event: Er und die Kinder feierten kurzerhand mit einem Megafon - wie Scooter. „Der Sound war schlecht, aber die Stimmung top.“

Die spontanste Planänderung

Im vergangenen Jahr sagte Ludewig das Hüpfburgen-Festival morgens um 9 Uhr ab, weil die Wetterprognose zu mies war. Um 11 Uhr schien dann plötzlich die Sonne - einsatzbereite Hüpfburgen waren aber keine mehr vor Ort.

„Wir haben schnell Plan B umgesetzt“, sagt Ludewig. In einem Zelt an der StrandZeit schmissen sie kurzerhand eine Kinderdisco. „Das Zelt platzte wegen des Andrangs förmlich.“

Das Ferienspaß-Team unterhält wochenlang Kinder.

Das Ferienspaß-Team unterhält wochenlang Kinder. Foto: Dirk Ludewig

Die größte Überraschung

Zu den ersten Angeboten zählte die Wasserdisco in der Kehdinger Welle. „Kommt das wirklich an?“, fragte sich Ludewig und gibt zu, dass es vor der Premiere eine gewisse Skepsis gab. Es kommt an.

Die Party gibt es bis heute. Rund 100 Kinder kommen jährlich. „Die Kinder stehen Schlange vor der Halle“, beschreibt Ludewig. Auch die Drochterser Sportangler sind von Anfang an dabei.

Der größte Flop

„So richtige Enttäuschungen gab es keine“, sagt Ludewig. Es gab zwar Veranstaltungen, bei denen nur fünf Kinder kamen. Doch er halte sein Versprechen und sage kein Ferienspaß-Angebot wegen zu geringer Beteiligung ab.

Das traurigste Erlebnis

Manchmal nimmt das Wetter entscheidend Einfluss auf den Ferienspaß. Dass das Kinderkino mit der SV Drochtersen/Assel im vergangenen Jahr den Regenmassen zum Opfer fiel, drückte bei Ludewig auf die Stimmung. Das Event zählt für Kinder zu den Highlights, mit ansonsten rund 200 Gästen im Kehdinger Stadion.

Der bewegendste Moment

Dirk Ludewig ist Inklusion ein großes Bedürfnis. Er organisiert unter anderem die Inklusions-Disco. Ludewig schlägt aber auch Brücken zwischen Jung und Alt.

Events, die Generationen verbinden, bewegen ihn am meisten, sagt er. Ludewig nennt das Spielplatzfest bei der Seniorenresidenz Mea Fortuna, bei dem Kinder und Senioren gemeinsam singen. Eine ältere Dame wünschte sich so etwas jede Woche. Es gibt nun zusätzlich ein Sommerfest.

Die schönste Überraschung

Die schönsten Momente erlebt Ludewig nach den Events, wenn Eltern und Kinder ihre Dankbarkeit zeigen. Einige erzählen, dass ihnen das Geld für einen Urlaub fehle und der Ferienspaß ihren Kindern eine abwechslungsreiche Zeit beschere.

„Das sind Dinge, die mich besonders freuen“, so Ludewig. Erfreulich findet er zudem, dass auch Kinder aus umliegenden Gemeinden kommen oder Kinder aus Berlin mitmachen, die ihre Ferien auf Krautsand verbringen.

Die neueste Idee

Ludewig plant künftig einen Kinder-Triathlon mit verkürzten Distanzen. Teilnehmer schwimmen in der Kehdinger Welle, fahren eine kleine Tour mit dem Rad und laufen abschließend im Kehdinger Stadion.

Die wichtigsten Helfer

Ohne Partner und Helfer geht auch bei Dirk Ludewig nichts. „Ich habe ein großes Team“, sagt er. Viele seien ehemalige Schüler und Schülerinnen. Er muss dabei nicht nach Hilfe suchen, sondern wird häufig von jungen Menschen angesprochen, die sich engagieren wollen.

Besonders hebt Ludewig die Schülerin Fiona Behrens (14) hervor, die seit fünf Jahren dabei ist. „Sie kennt meine Macken, ist nie ungeduldig und sehr engagiert“, sagt er.

„Wenn es sie nicht gäbe, hätte manches Event nicht stattfinden können.“ Zu den weiteren Partnern gehören unter anderem die Drochterser DLRG, die Schwimmmeister der Kehdinger Welle und die Jugendpflege.

Auch mit der Verwaltung um Bürgermeister Mike Eckhoff laufe die Zusammenarbeit gut, Anja Merken habe zudem jahrelang bei den Ferienpässen geholfen.

Hier gibt es die letzten Ferienspaß-Termine vor dem Ferienende.

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